Für die geplante Lachs-Zucht im Griestal in der Gemeinde Markt Rettenbach sind mittlerweile alle Genehmigungen erteilt. Eine Prüfung habe ergeben, dass keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten und geschützte Lebensräume "durch das Projekt nicht gefährdet" seien, teilte das Landratsamt Unterallgäu in Mindelheim dem BR auf Anfrage mit.
Teil-Kreislaufanlage zum Wassersparen
Auf dem Gelände einer bisherigen Forellenzucht plant die Griestaler Fish Farm GmbH um die Geschäftsführer Anton von Faber-Castell und Casimir von Wedel eine sogenannte Teil-Kreislaufanlage, wie es sie in ähnlicher Form etwa im Schweizerischen Lostallo in der Nähe des Lago Maggiore bereits gibt. Knapp 1.000 Tonnen Atlantischer Lachs sollen in der komplett eingehausten Fischzucht künftig jedes Jahr erzeugt werden, mit Fischen um die vier Kilogramm Gewicht als Endprodukt. Das Wasser aus vier Quellen soll dabei in einem Kreislauf aus Aufzuchtbecken, Filter- und Wiederaufbereitungsanlagen großteils immer wieder verwendet werden.
Am Institut für Fischerei in Starnberg betreibt man ebenfalls solche Anlagen, mit Forellen, zu Forschungszwecken. Das Wasser aus den Zuchtbecken wird gefiltert und wiederaufbereitet, erklärt Gregor Schmidt. "Dann wird das Wasser wieder nach oben gepumpt, wird mit Sauerstoff versetzt und landet wieder bei den Fischen. Und mit diesem Verfahren lassen sich bis zu 90 Prozent Wasser im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren einsparen", so der Experte.
Potenziell größte Kreislaufanlage Deutschlands
Auch mit den Plänen für die Anlage im Griestal, die jährlich 1.000 Tonnen Fisch liefern soll, hat sich Schmidt beschäftigt. "Das ist auf jeden Fall ein sehr ambitioniertes Vorhaben", sagt er. Und: "Wir haben in Deutschland in dieser Größenordnung keine vergleichbare Kreislaufanlage. Die größten Anlagen in Deutschland, die gehen so bis maximal 100 Tonnen und das sind in der Regel dann auch Warmwasserfische, keine Lachse." Ob sich das Projekt im Griestal wirtschaftlich betreiben lassen werde? "Wir haben in Europa noch ungefähr fünf weitere solche Anlagen in Betrieb, noch nicht sehr lange. Man wird also sehen müssen, ob dieses Verfahren sich durchsetzen kann."
Kritik vom Bund Naturschutz
Der Betreiber im Griestal wirbt auch mit Nachhaltigkeit: 25 Liter Quellwasser pro Sekunde würden zu- und als gereinigtes Abwasser wieder in den Griesbach abgeleitet – nur halb so viel, wie in der früheren Forellenzucht. Für den Bund Naturschutz ist das aber immer noch viel zu viel. "Unsere Befürchtung ist, dass, wenn das Wasser für ein 60-Millionen-Euro-Projekt nicht mehr genügt, die Fischzucht alle Hebel in Bewegung setzt, um das benötigte Wasser zu bekommen", sagt Martin Muth von der Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu mit Blick auf mehrere Quellen, die im zurückliegenden Sommer im Allgäu versiegt sind. Man habe Angst "um diese natürlichen Quellbereiche, die es dort oben noch gibt, die bis jetzt geschützt sind, dass weitere Wasserentnahmen, Quellerschließungen dann genehmigt werden".
Versprechen seitens der Griestaler Fish Farm GmbH
Die Griestaler Fish Farm GmbH widerspricht. Man werde "hier kein gesundes Essen zulasten der Umwelt" produzieren, sagt Geschäftsführer Casimir Wedel. "Im Gegenteil: Wir verbessern die Umweltauswirkungen im Verhältnis zu dem, wie wir es vorher gemacht haben. Ein bisschen Auswirkungen werden wir immer haben, aber wir werden versuchen, die so gering wie möglich zu halten."
Letzte Details der Finanzierung seien noch mit dem Investor, einem europäischen Nachhaltigkeitsfonds, zu klären. Dann könnte der Bau der Lachs-Zucht im Allgäu schon in wenigen Monaten beginnen.
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