Seit 1. Januar haben sich fünf Kliniken in Stadt und Landkreis Landshut zusammengeschlossen. Weniger Einzelkämpfer, mehr Miteinander: So beschreibt Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz die Vorteile der Fusionierung.
Mit der Fusion ist Landshut Vorreiter in Bayern, doch bei weitem nicht allein mit dem Problem, dass viele Kommunen massive Defizite ihrer Kliniken ausgleichen müssen. Das sei besonders in den letzten Jahren immer gravierender geworden. Deshalb sei der Beschluss, dass die Fusionierung erfolgt, "einer der schönsten Momente" seiner Amtszeit gewesen, so Putz.
Landshut könnte zum bundesweiten Vorbild werden
Auch Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) zeigt sich erfreut über den Schritt. Den Wunsch der Fusionierung gebe es schon seit Jahrzehnten, jetzt sei man bei der Krankenhausreform ganz vorne mit dabei. Dass das Landshuter Modell Vorbild für viele weitere Kliniken bundesweit sein wird, darüber sind sich beide einig.
Auch Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, zeigt sich erfreut über die erfolgreiche Fusionierung, die aus seiner Sicht vor allem auf die gute Vertrauensbasis zwischen Landkreis und Stadt Landshut zurückzuführen ist: "Das wünschen wir uns an mehr Stellen in Bayern und setzen uns auch dafür ein."
Mehr Spezialisierung, weniger Einzelgänger
Für die Patienten würde sich vorerst noch nicht viel verändern, bekräftigten alle Beteiligten bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Kinderklinikum St. Marien. Sie ist eine der fünf Kliniken, die nun fusionieren - neben dem Klinikum Landshut und den LAKUMED-Kliniken Landshut-Achdorf, Vilsbiburg und Rottenburg.
Was sich aber verändern soll, ist ein Zusammenwachsen in verschiedenen Bereichen. Es solle also nicht mehr fünf verschiedene Fachbereiche an jedem Standort geben, sondern einen spezialisierten. Damit sollen alle Leistungen, die derzeit angeboten werden, auch erhalten bleiben können und vielleicht – so der Wunsch – durch die gebündelten Kräfte auch Leistungen hinzukommen.
Leistungsspektrum in der Region halten
Ein Beispiel nennt Jakob Fuchs, Vorstand der LA-Regio-Kliniken (zuvor der LAKUMED Kliniken) aus der Praxis: Bisher habe man zum Beispiel bei Behandlungen der Bauchspeicheldrüse das Problem gehabt, dass die verschiedenen Häuser jeweils nicht genug Patienten hatten, um das Leistungsspektrum zu erhalten. Diese Leistung wäre ohne Fusion der Häuser womöglich weggefallen und Patienten hätten auf Spezialkliniken nach München oder nach Regensburg ausweichen müssen.
Unsicherheiten in der Belegschaft
Auch die knapp 5.000 Beschäftigten werden alle durch sogenannte Personalüberleitungsverträge übernommen. Für einige von ihnen könnte ein Standortwechsel bevorstehen, was zu nachvollziehbaren Unsicherheiten führe, sagt Putz. "Wir versuchen alle Fragen zu beantworten und Ängste zu nehmen. Wir brauchen jede und jeden Einzelnen", so der Landshuter OB.
Im Video: Neuer Klinikverbund in Landshut
Kinderklinik St. Marien
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