Vor Bauzäunen, die die ausgebrannte Lokalität in Crans-Montana verdecken, häufen sich Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatstrophe.
Vor Bauzäunen, die die ausgebrannte Lokalität in Crans-Montana verdecken, häufen sich Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatstrophe.
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Trauer in Crans-Montana: Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe.
Bildrechte: picture alliance/KEYSTONE | CYRIL ZINGARO
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Trauer in Crans-Montana: Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe.

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Bar-Inferno in Crans-Montana: Zahl der Verletzten korrigiert

Bar-Inferno in Crans-Montana: Zahl der Verletzten korrigiert

Die Schweizer Polizei hat die Zahl der Verletzten der Feuerkatastrophe in Crans-Montana auf 116 korrigiert – weniger als zuvor gemeldet. Die Ermittlungen gegen die Barbetreiber laufen. Die Schweiz plant am Freitag einen Gedenktag für die Opfer.

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Die Schweizer Polizei hat die Zahl der Verletzten der Feuerkatastrophe von Crans-Montana auf 116 nach unten korrigiert. Sie seien jetzt alle identifiziert, teilte die Polizei am Montag mit. 83 von ihnen würden noch in Krankenhäusern behandelt.

Zuvor hatten die Behörden die Zahl der Verletzten mit 119 angegeben. Drei aus anderen Gründen in der Silvesternacht in die Notaufnahmen eingelieferte Verletzte seien zunächst irrtümlich zu den Brandopfern von Crans-Montana gezählt worden, erklärte die Polizei. Die Identifizierung der 40 Toten war bereits am Sonntagabend abgeschlossen worden.

116 Verletzte: Großteils Jugendliche und junge Erwachsene

Von den Verletzten kommen der Polizei zufolge 68 aus der Schweiz, 21 aus Frankreich, zehn aus Italien, vier aus Serbien, zwei aus Polen und je eine Person aus Australien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, der Tschechischen Republik, Luxemburg, Portugal und dem Kongo. Bei den übrigen vier handelt es sich um Doppelstaatsangehörige aus Frankreich und Finnland, Frankreich und Italien, der Schweiz und Belgien sowie Italien und den Philippinen. Sie werden mit zum Teil schwersten Verbrennungen auch in Spezialkliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien behandelt. Die meisten Verletzten sind Jugendliche und junge Erwachsene bis Mitte 20. Genaue Altersangaben machte die Polizei nicht. Deutsche befanden sich nicht unter den Toten oder Verletzten.

Identifizierung der Toten teils nur mit DNA-Proben möglich

Das Feuer war in der Neujahrsnacht in der Bar "Le Constellation" ausgebrochen und hatte rasend schnell um sich gegriffen. Einige Opfer waren so schlimm verbrannt, dass Mediziner sie nur mit Hilfe von DNA-Proben Verwandter identifizieren konnten.

Ermittler nehmen an, dass der Brand von sogenannten Partyfontänen auf Sektflaschen ausgelöst wurde. Schweizer Behörden bezeichneten den Brand als wahrscheinlichen Flashover, also als eine durch Feuer ausgelöste Freisetzung brennbarer Gase, die sich dann heftig entzünden können.

Ermittlungen gegen Barbetreiber

Die Schweizer Behörden haben eine Strafuntersuchung gegen die Barbetreiber eingeleitet. Die beiden würden der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Herbeiführung eines Brandes verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit. Sie seien aber nicht in ​Gewahrsam genommen worden, da es keine Anzeichen dafür gebe, dass sie sich dem Verfahren entziehen wollten.

Die Ermittler müssen unter anderem klären, ob das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach. Einer der beiden Betreiber sagte Schweizer Medien, die Bar sei in zehn Jahren dreimal überprüft worden und alles sei vorschriftsgemäß gewesen. Die Behörden des Kantons Wallis teilten mit, die Ermittler prüften, ob die ‌jährlichen Bauinspektionen stattgefunden hätten. Die Gemeinde habe dem Kanton keine Mängel gemeldet. ​

Die Gemeinde Crans-Montana ließ wissen, dass sie der Staatsanwaltschaft die für die Ermittlungen relevanten Unterlagen übergeben habe und sich als Zivilpartei dem Strafverfahren angeschlossen habe. "Dadurch kann (die Gemeinde) aktiv zur Aufklärung aller Fakten beitragen", hieß es.

Schweiz gedenkt der Toten am Freitag

Am Sonntag hatten Hunderte Menschen bei einer Trauermesse in Crans-Montana der Opfer des Unglücks gedacht, anschließend fand ein Schweigemarsch durch den Skiort statt.

Am Freitag gedenkt die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der Toten. Im ganzen Land sollen um 14 Uhr die Kirchenglocken läuten, gleichzeitig ist eine Schweigeminute geplant. In Crans-Montana findet eine nationale Trauerfeier statt, zu der neben dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin auch Gäste aus dem Ausland erwartet werden.

Mit Informationen von AP, AFP und Reuters

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