Geschlachtete Legehennen, die noch ausgenommen werden müssen, in einem Schlachtmobil
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(Symbolbild) Legehennen-Betriebe nach Buckl-Skandal: Wie geht es weiter?
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Legehennen-Betriebe nach Buckl-Skandal: Wie geht es weiter?

Legehennen-Betriebe nach Buckl-Skandal: Wie geht es weiter?

Für bayerische Legehennen-Halter war 2025 ein schwieriges Jahr. Nach der Schließung des Schlachthofs Buckl wussten viele nicht, wohin mit ihren Suppenhühnern. Die Folge: lange Transporte auch ins Ausland – eine Lösung in Niederbayern gibt Hoffnung.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Im April 2025 enthüllte die Tierrechtsorganisation ANINOVA Videos von Tierquälerei im Schlachthof Buckl in Wassertrüdingen: Mitarbeiter traten, schlugen und würgten Hennen. Die Behörden stoppten den Betrieb, der bis zu 60.000 Tiere täglich schlachtete. Strafverfahren laufen, Mitarbeiter haben Vorstrafen. Für bayerische Landwirte war Buckl essenziell – die wenigen kleineren Schlachthöfe konnten den Ausfall des größten Legehennen-Schlachthofs in Süddeutschland nicht kompensieren.

Landwirte zwischen Panik und Resignation

"Da ist erst mal die Panik groß gewesen", erinnert sich der mobile Schlachter Sebastian Grüb, genannt "Henna-Wast" aus Landshut. Mit seinem Mobil darf er pro Betrieb bis zu 10.000 Hennen im Jahr schlachten. Für mehr fehlt ihm die spezielle EU-Zulassung. Zurzeit fragen ihn jedoch viele größere Betriebe um Rat, weil sie nicht wissen, wo sie ihre Althennen schlachten lassen sollen.

Einer von ihnen ist Jakob Kiermeier. Er hält 6.000 Freilandhennen in Gammelsdorf im Landkreis Freising. 16 Jahre lang hat er sie nach Wassertrüdingen geliefert.

Wann der Transporter kommt, ist unklar

Legehennen-Halter sind auf planbare Abholzeiten angewiesen, da die nächsten Junghennen bereits ein halbes Jahr vorher bestellt werden müssen. Wenn sie kommen, muss der Stall leer sein. Jetzt, klagt Kiermeier, bekomme er zehn Tage vorher Bescheid und entweder er habe Zeit oder aus dem Transport werde nichts.

Vergangenes Jahr hatte eine österreichische Firma alles abgewickelt. Am Ende erfuhr der Landwirt, dass ein Teil seiner Tiere nach Polen gebracht wurde. "Das hat uns wehgetan", sagt Kiermeier. Seine Frau und er hätten zeitweise schon übers Aufhören nachgedacht.

Lange Wege ins Ausland

Rund zwei Stunden dauerte der Transport zum Schlachthof im mittelfränkischen Wassertrüdingen. Die Alternativen sind Betriebe in Norddeutschland, Österreich, den Niederlanden oder Polen. Die maximal erlaubte Transportdauer sind zwölf Stunden; doch empfohlen sind eher vier bis sechs.

Bei Hitze und Tageslicht sei das Verladen für die Tiere durchaus stressig, so Kiermeier. Und wenn man dann auch noch die erste Station eines Sammeltransporters ist, der auf weiteren Höfen Hühner einlädt, ist man bei den Transportzeiten schnell mal an der Obergrenze.

Gescheiterte Übernahme und neue Pläne

Vergangenes Jahr gab es noch einen Versuch, den Schlachthof zu übernehmen. Der Geflügelverband hatte sich dafür stark gemacht. Rund 80 Legehennen-Halter und einige Investoren wollten dafür Eigenkapital einsammeln.

Doch die Investitionskosten wurden immer unkalkulierbarer und die Hoffnung auf staatliche Förderung zerschlug sich. Am Ende war nicht mal mehr sicher, ob es überhaupt eine Ausfallbürgschaft geben würde.

Ausblick: Im Prinzip könnte es morgen losgehen

Doch nun gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer: Ein Schlachtbetrieb im niederbayerischen Massing will künftig auch Althennen schlachten. Der Betrieb von Leonhard Groß und seiner Familie ist spezialisiert auf Masthähnchen für den Groß- und Einzelhandel sowie die Gastronomie. 4.800 Tiere werden pro Stunde geschlachtet.

Vor drei Jahren haben sie in eine CO2-Betäubungsanlage investiert, die als besonders tierfreundlich gilt. Die Familie wartet nur noch auf das finale Go der Behörden. Sobald das da ist, so Leonhard Groß, würde er loslegen.

Im Video: Nach Schlachthof-Schließung - Bayerische Legehennenhalter in Bedrängnis

Seit der größte bayerische Geflügelschlachthof Buckl vor einem Jahr geschlossen wurde, wissen viele Landwirte nicht, wohin mit ihren Althennen.
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Seit der größte bayerische Geflügelschlachthof Buckl vor einem Jahr geschlossen wurde, wissen viele Landwirte nicht, wohin mit ihren Althennen.

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