Das Stadtbad in Landshut bei 34 Grad im Schatten: Mehr als 2.000 Badegäste sind im Freibad – ebenso wie die Bademeisterinnen und Bademeister. Eine von ihnen ist Jasmin Mineif, die hier seit 1999 arbeitet. Inzwischen leitet sie das Landshuter Stadtbad. Seit einigen Jahren beobachtet sie "eine steigende Aggressivität und, dass die Leute egoistischer und rücksichtsloser werden".
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Bademeister wird bespuckt
Der Gipfel war für Bademeisterin Jasmin Mineif vor ein paar Wochen erreicht: Ein junger Badegast bedroht und bespuckt einen ihrer Kollegen. Für sie "eine Stufe, die nicht mehr geht". Die Konsequenz: Ein Sicherheitsdienst muss von nun an im Landshuter Stadtbad an sonnigen Tagen anrücken. Dieser soll unterstützen, wenn etwa ein Gast rausgeworfen werden muss. Das komme regelmäßig vor, berichtet Mineif. Teilweise würden Badegäste bis zu siebenmal ermahnt. Dennoch gäbe es oft keine Einsicht.
Häufiger Security im Bad
Dass in einem Freibad ein Sicherheitsdienst eingesetzt wird, ist nichts Neues. Im Bamberger Stadionbad gibt es laut den Stadtwerken seit vier Jahren Sicherheitspersonal, in Erlangen seit drei Jahren. Auch in Fürth sorgen Sicherheitskräfte für Ruhe im Bad, teilt der Betreiber mit.
Gleichzeitig häufen sich entsprechende Vorfälle: Ende Juni die Spuck-Attacke in Landshut. Mitte Juli dann eine Pöbelei in Cham, bei der die Polizei zehn Männer aus dem Freibad wirft. Hauptaggressor war laut Polizei ein 21-jähriger Syrer.
"Unausgelastete, junge Männer"
Auch in Landshut ist auffällig: Aggressiv seien Gruppen junger Männer, meistens mit Migrationshintergrund, berichtet Landshuts Oberbürgermeister Thomas Haslinger. Auch die Stadtbadleiterin aus Landshut spricht von "unausgelasteten, jungen Männern", die für Unruhe sorgen würden. Spezielle Einlassregeln brauche es ihr zufolge deshalb aber nicht, denn "es gibt so viele nette und super Leute".
Egoismus und rauer Ton nehmen zu
Körperliche Auseinandersetzungen bleiben allerdings den meisten Städten laut eigenen Auskünften auf BR-Nachfrage die Ausnahme. Dazu zählen München, Bamberg, Erlangen, Augsburg und Würzburg. Aber es verändere sich das Miteinander: Mehr Diskussionen über Regeln, gereiztere Stimmung an heißen Tagen und die eigenen Interessen der Badegäste stünden stärker im Vordergrund, als es früher der Fall war.
Laut Statistik mehr Beleidigungen
Diesen "rauen Ton" bestätigen auch aktuelle Zahlen des Bayerischen Landeskriminalamts. Die Straftaten an Badestränden, Freibädern, Schwimmbädern, Badestellen und Badeanstalten in Bayern nahmen 2025 um gut sechs Prozent zu, von 1.396 Fällen im Vorjahr auf zuletzt 1.484 Fälle. Allein Beleidigungen nahmen laut Statistik um über 40 Prozent zu, doch auch Körperverletzungen um 53 Prozent. Auffällig zurückgegangen seien demnach etwa schwere sexuelle Übergriffe und schwere Diebstähle.
Sicherheitsdienst als Dauerlösung?
In Landshut sorgen "Security"-Männer und Frauen für den gewünschten Effekt. Aggressive Badegäste hätten mehr Respekt vor diesen als vor Bademeistern, schildert die Stadtbadleiterin. Das Fazit nach den ersten Wochen sei positiv – auch von den Gästen. Ob der Sicherheitsdienst im Landshuter Bad zur Dauerlösung wird, wollen sie sich hier noch überlegen. Das ist sicherlich auch eine Frage des Budgets.
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