09.05.2026, Bayern, Nürnberg: Eine Frau liegt mit einer Schlafmaske und Kopfhörern auf einer Liege neben einem Schild mit der Aufschrift «ME/CFS = Wenn schon schlafen anstrengend ist.». Zum «Internationalen ME/CFS Awareness Day» machen Betroffene, Angehörige und Unterstützende auf die Situation von Menschen mit ME/CFS aufmerksam, einer schweren, bislang wenig erforschten Multisystemerkrankung. In Nürnberg beteiligen sich rund 400 Menschen an der Demonstration.
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"Liegend-Demo" in Nürnberg.

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Liegend-Demos: Mehr Hilfe für ME/CFS-Erkrankte gefordert

Liegend-Demos: Mehr Hilfe für ME/CFS-Erkrankte gefordert

In mehreren bayerischen Städten haben Menschen mit Liegend-Demos auf das schwere Erschöpfungssyndrom ME/CFS aufmerksam gemacht. Betroffene und Unterstützer forderten mehr Forschung und bessere Behandlungsmöglichkeiten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

In mehreren bayerischen Städten haben Menschen auf die schwere Krankheit ME/CFS aufmerksam gemacht. Mit den sogenannten Liegend-Demonstrationen wollten die Teilnehmer sichtbar machen, dass Menschen mit der schwerwiegenden Erkrankung oftmals ihr Bett nicht verlassen können und in der Gesellschaft deswegen wenig wahrgenommen würden. Die Teilnehmer fordern insbesondere mehr Forschung und die Einrichtung von regionalen Behandlungszentren für ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom).

Bundesweite ME/CFS-Demonstrationen

Zu der Demonstration in Nürnberg kamen nach Angaben der Veranstalter bis zu 400 Teilnehmende zusammen. Viele legten sich auf den Boden, um ein Zeichen zu setzen. Auf einem Plakat stand etwa "Wir brauchen Forschung, nicht Stigmatisierung", auf einem anderen Schild "ME/CFS = Wenn schon schlafen anstrengend ist."

Anlässlich des internationalen Tags zur Aufklärung über die Krankheit am 12. Mai waren Aktionen in ganz Deutschland angekündigt. In München beteiligten sich laut einem Polizeisprecher knapp 430 Menschen an einem Demonstrationszug, der mit einer Kundgebung im Liegen am Stachus endete. In Würzburg zählte die Polizei nach eigenen Angaben 15 Teilnehmende. Auch in Augsburg und Regensburg fanden Demonstrationen statt. Am 16. Mai ist eine weitere Demonstration in Schweinfurt vorgesehen.

Bundesweit waren für das Wochenende mehr als 30 sogenannter Liegend-Demos angekündigt. Das Motto lautete "Die Zeit läuft ab – unser Leben zerrinnt!". In Berlin saßen und lagen Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor. Mehr als 1.000 Menschen hatten sich versammelt. Zudem waren zahlreiche Schulrucksäcke aufgestellt, um auf das Schicksal der Kinder hinzuweisen, die wegen der Erkrankung teilweise seit Jahren nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen können.

Krankheit von bleierner körperlicher Schwäche geprägt

ME/CFS-Betroffene fühlen sich dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen leiden, wie etwa starken Schmerzen unterschiedlicher Art. Die langwierige Krankheit wurde zuletzt vornehmlich als Langzeitfolge von Covid-19-Erkrankungen (Long Covid) bekannt, kann aber auch nach anderen Infektionen auftreten. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS geht aktuell von rund 650.000 Erkrankten in Deutschland aus. Vor der Corona-Pandemie seien rund 250.000 Menschen davon betroffen gewesen.

Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, die unter anderem von bleierner körperlicher Schwäche und äußerst geringer Belastbarkeit geprägt ist. Typisch ist eine deutliche Verstärkung der Beschwerden schon nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung. Viele Betroffene können sich kaum selbst versorgen. Eine überzeugende Therapie ist Experten zufolge bisher nicht gefunden.

Initiative berichtet von mehr als 600.000 Betroffenen

Meist wird die Erkrankung durch einen Infekt ausgelöst, oft geht sie in einen chronischen Zustand über und bleibt also dauerhaft bestehen. Schon junge Menschen können betroffen sein. Gefordert werden eine bessere Medizinerausbildung, mehr Forschung und spezialisierte Kompetenzzentren. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist Schirmherr der Initiative.

Mit Informationen von dpa und epd

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