Damm zwischen kleinem Brombachsee vom großen Brombachsee.
Damm zwischen kleinem Brombachsee vom großen Brombachsee.
Bild
Der Damm teilt den von Blaualgen betroffenen Kleinen Brombachsee vom Großen Brombachsee. Dessen Wasserstand liegt 5,5 Meter niedriger als sonst.
Bildrechte: BR / Ulrike Lefherz
Schlagwörter
Bildrechte: BR / Ulrike Lefherz
Videobeitrag

Der Damm teilt den von Blaualgen betroffenen Kleinen Brombachsee vom Großen Brombachsee. Dessen Wasserstand liegt 5,5 Meter niedriger als sonst.

Videobeitrag
>

Mega-Sommer im Seenland: Wasser-Probleme verderben den Badespaß

Mega-Sommer im Seenland: Wasser-Probleme verderben den Badespaß

Das Fränkische Seenland könnte in diesem Jahr einen Besucherrekord vermelden. Und das, obwohl der Badespaß wegen Blaualgen und Niedrigwasser getrübt ist. Mancher Tourismusbetrieb macht sich Sorgen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

So breit und weitläufig waren die Strände am Großen Brombachsee schon lange nicht mehr. Das liegt am Wasserstand, der ist derzeit fünfeinhalb Meter tiefer als sonst. So viel Wasser wie selten wurde in diesem megatrockenen Jahr in Richtung Nordbayern abgelassen. Das hat dafür gesorgt, dass Flüsse bis zum Main nicht trockengefallen sind. Für genau diesen Zweck wurde das Fränkische Seenland vor 40 Jahren gebaut. Doch für Touristen ist der Badespaß getrübt. Denn das Ufer ist inzwischen reichlich schlammig.

Mega-Sommer: Viele Gäste im fränkischen Seenland

Der Mega-Sommer hat viele Gäste ins Fränkische Seenland geholt. Der Campingplatz Langlau am kleinen Brombachsee war von Juni bis August völlig ausgebucht, sagt Betreiber Odin Dillamar. Er schwärmt von der besten Saison seit vielen Jahren. "Geschuldet dem Wetter und auch den hohen Spritpreisen. Viele haben sich deshalb entschieden, den Urlaub in Deutschland zu verbringen." Gerade aus Unterfranken trifft man viele Urlauber, die sich über die kurze Anreise von nur zwei Stunden freuen.

Blaualgen und Niedrigwasser im Seenland

Mit Platz für 2.500 Gäste ist der Campingplatz am kleinen Brombachsee einer der großen Betriebe hier. Doch nicht überall im Seenland sind Tourismusbetriebe begeistert. Manche von Dillamars Kollegen machen sich Sorgen um die nächsten Jahre. Denn das Wasser im Kleinen Brombachsee ist nach dem heißen Wetter ohne Regen wegen Blaualgen giftgrün. Und Badeverbote wegen der gesundheitsschädlichen Blaualgen verderben am 15 Kilometer entfernten Altmühlsee schon länger das Geschäft. In diesem Jahr ist ihre Ausbreitung in ganz Deutschland extrem. Sogar an der Donau bei Kehlheim wurde Mitte Juli empfohlen, nicht mehr zu Baden. Ein Hund war nach dem Aufenthalt im Donauwasser gestorben.

Neue Badebucht am Altmühlsee sorgt für klares Wasser

Am Altmühlsee wurde dieses Jahr extra eine Badebucht angelegt. Mit Plastikplanen ist sie vom übrigen See abgetrennt. Das Wasser wird hier Tag und Nacht gereinigt, parallel wird gemessen und geforscht. Innerhalb der Badebucht ist das Wasser glasklar, und das Baden war mehrere Wochen länger möglich als im übrigen See. Drei Jahre lang laufen die wissenschaftlichen Untersuchungen, sagt Thomas Keller, Leiter des Ansbacher Wasserwirtschaftsamtes. "Dann muss die Entscheidung getroffen werden, was wird gemacht." Um Schlamm aus dem See zu baggern, wäre ein zweistelliger Millionenbetrag nötig. Darüber muss der Landtag entscheiden.

Altmühlsee: Familien mit Kindern und Tagesgäste bleiben weg

Den Tourismusbetrieben am Altmühlsee läuft unterdessen die Zeit davon. Unter der Hand erzählen sie, dass Familien mit Kindern wegbleiben. Auch die Zahl der Tagesgäste sei rückläufig. "Unsere Ausflügler aus dem Großraum Nürnberg sind beim Wasser sehr sensibel", sagt Hans-Dieter Niederprüm vom Tourismusverband Fränkisches Seenland. Urlauber dagegen bleiben länger und suchen sich Alternativen. Die Gäste, die man antrifft, sind überwiegend zufrieden bis begeistert über die Schönheit der Landschaft und die Ruhe. Sie genießen Radtouren um die Seen auf gut asphaltierten Radwegen, überall kann man sich ans Ufer setzen. Außerdem laden gemütliche Städtchen wie Gunzenhausen und Weißenburg zum Bummeln ein.

Breitere Strände durch Niedrigwasser

An den Stränden im Fränkischen Seenland war den ganzen Sommer über an den meisten Tagen noch viel Platz. "Es liegt daran, dass die Strände in diesem Jahr wegen des Niedrigwassers breiter sind und sich die Gäste mehr verteilen", sagt Hans-Dieter Niederprüm vom Tourismusverband. Und auch Odin Dillarmar vom Campingplatz Langlau hat eine schlüssige Erklärung. "Ich würde mich wahrscheinlich auch bei 43 Grad in der Sonne nicht an den Strand legen." Die Gäste seien morgens oder am späten Abend an den Strand gegangen, sagt er.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!