"Inklusiv 19% Mehrwertsteuer auf Speisen", steht auf einer Speisekarte in einem Gasthaus.
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In der Gastronomie sinkt die Mehrwertsteuer auf Speisen ab dem kommenden Jahr auf sieben Prozent.
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In der Gastronomie sinkt die Mehrwertsteuer auf Speisen ab dem kommenden Jahr auf sieben Prozent.

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Mindestlohn und Mehrwertsteuer: Änderungen in der Gastronomie

Mindestlohn und Mehrwertsteuer: Änderungen in der Gastronomie

2026 greifen mehrere Gesetzesänderungen, die Gastronomie ist gleich von zweien betroffen: Zum einen steigt der Mindestlohn, zum anderen sinkt die Mehrwertsteuer auf Speisen. Das könnte auch Folgen für Gäste von Restaurants und Gaststätten haben.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

In wenigen Tagen könnten sich die Preise für Gerichte in Restaurants und Gaststätten ändern. Denn die Gastronomen sind gleich von zwei Gesetzänderungen betroffen: von der sinkenden Mehrwertsteuer auf Speisen und von einem höheren Mindestlohn.

Gastronomie auch indirekt von Mindestlohnanstieg betroffen

Für Christian Hacker steigen durch die gesetzliche Lohnerhöhung seine Ausgaben zwar nicht direkt, denn der Gaststättenbetreiber aus Bayreuth zahlt seinen Hilfskräften schon jetzt mehr, als der Mindestlohn nächstes Jahr betragen wird. Aber: Hacker weiß nicht, wie seine Lieferanten ihre Mitarbeiter bezahlen. "Wenn der Bäcker oder Metzger Mindestlohn bezahlt und seinen Angestellten mehr bezahlen muss, wird das Produkt, das ich einkaufe, automatisch teurer", erklärt Hacker. Denn seine Lieferanten müssten den gestiegenen Mindestlohn auf die Waren umschlagen.

Mindestlohn steigt in den kommenden Jahren auf 14,60 Euro

Aktuell beträgt der Mindestlohn 12,82 Euro pro Stunde. Im nächsten Jahr steigt er auf 13,90 Euro. Ein Jahr drauf wird er noch einmal um weitere 70 Cent angehoben. Von den steigenden Personalkosten ist nicht nur die Gastronomie besonders betroffen, sondern zum Beispiel auch die Landwirtschaft und der Einzelhandel. "Dort, wo etwas besonders arbeitsintensiv ist – etwa Minijobs –, führt es überall dazu, dass die Leistungen insgesamt teurer werden", so Bertram Brossardt von Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) im BR24-Interview.

Gehaltsstruktur verändert sich

Dass der Mindestlohn steigen muss, sei dringend notwendig, argumentieren Vertreter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. "Weil die Mieten und die Nebenkosten steigen", erklärt Mathias Eckardt vom Deutschen Gewerkschaftsbund Bayern (DGB). Es sei für Menschen, die im Niedriglohnbereich arbeiten dringend erforderlich, "dass sie einfach wieder mehr Geld zum Leben haben". Doch wenn Hilfsarbeiter per Gesetz immer mehr Geld verdienen, müssten Arbeitgeber auch ihre Fachkräfte besser bezahlen – ansonsten würden die nicht ausreichend gewürdigt, befürchten Experten.

Gastronomie: Preise sind Ergebnis einer Mischkalkulation

Zumindest auf dem Papier erhält die Gastronomie für den steigenden Mindestlohn eine finanzielle Entlastung. Denn die Mehrwertsteuer auf Speisen geht ab kommendem Jahr dauerhaft von 19 auf sieben Prozent zurück – also um zwölf Prozentpunkte.

Gaststättenbetreiber Hacker will sie so gut es geht an seine Kunden weitergeben. Komplett wird es ihm aber nicht gelingen, denn: "Eine Preiskalkulation setzt sich aus verschiedenen Sachen zusammen: Wir haben Ware, die wir einkaufen müssen – die wird tendenziell teurer, weil der Mindestlohn steigt. Dann haben wir Energie, die sowieso schon auf einem superhohen Niveau ist und dann haben wir Raummieten, die auch immer mehr steigen als günstiger werden."

Der Preis auf der Speisekarte seien laut Hacker immer das Ergebnis einer Mischkalkulation. Auch wenn der Mindestlohn im nächsten Jahr steigt – die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen fällt prozentual gesehen höher aus. Die Schweinshaxe bei Christian Hacker könnte also bald billiger werden.

Im Audio: Mehrwertsteuersenkung auf Speisen und steigender Mindestlohn

Ein Kellner eines Gaststätte bringt zwei Gerichte an einen Tisch.
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In der Gastronomie sinkt die Mehrwertsteuer auf Speisen ab dem kommenden Jahr auf sieben Prozent.

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