(Archivbild) Edmund Stoiber und dessen Ehefrau Karin prosten sich mit Maßkrügen zu, beim Besuch des Oktoberfests am 05.10.2008 in München.
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(Archivbild) Edmund Stoiber und dessen Ehefrau Karin prosten sich mit Maßkrügen zu, beim Besuch des Oktoberfests am 05.10.2008 in München.
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(Archivbild) Edmund Stoiber und dessen Ehefrau Karin prosten sich mit Maßkrügen zu, beim Besuch des Oktoberfests am 05.10.2008 in München.

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Mit "Laptop und Lederhose": Edmund Stoiber wird 85

Mit "Laptop und Lederhose": Edmund Stoiber wird 85

14 Jahre Politik als CSU-Ministerpräsident mit "Laptop und Lederhose" und legendäre Reden über den "Problembären" Bruno oder den Transrapid zum Münchner Flughafen: Der "Beinahe-Kanzler" Edmund Stoiber wird 85 Jahre alt.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Er hat den Freistaat 14 Jahre lang mit absoluter CSU-Mehrheit regiert, ab 1993 – deutlich länger als sein Ziehvater Franz Josef Strauß. Am Montag wird der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber 85 Jahre alt.

Bundesweit bekannt wurde der promovierte Jurist als CSU-Generalsekretär unter Strauß. Sein Kampfname: "blondes Fallbeil". Der Dialektsprecher Stoiber wurde dann auch noch Staatskanzleichef und bayerischer Innenminister. Beinahe wäre Stoiber 2002 sogar Bundeskanzler geworden: 6.027 Stimmen fehlten ihm gegen SPD-Kanzler Gerhard Schröder. Der bekennende Anhänger des FC Bayern und Liebhaber von Fußballvergleichen bezeichnete seine bittere Niederlage später als "einen tollen Lattenknaller".

Im leichten "Sommer-Stoiber" gern mal unpünktlich

Als CSU-Parteichef und bayerischer Ministerpräsident war Edmund Stoiber, wie alle Spitzenpolitiker, immer im Stress. Zu öffentlichen Terminen kam er regelmäßig zu spät, nicht nur eine, gerne auch mal zwei Viertelstunden. Die Journalisten nannten die 15-Minuten-Maßeinheit: "einen Stoiber".

Nicht zu verwechseln mit dem sogenannten "Sommer-Stoiber". Das ist die leichte, helle Leinen-Trachtenjacke mit grünem Stehkragen. Sie gilt in Bayern seitdem als die sommerliche Universalvariante, wenn dem Träger die Lodenjoppe zu warm und ein Sakko zu förmlich ist.

Bei einem Termin angekommen, antwortete Stoiber den Journalisten dann gerne im oberbayerischen Dialekt seines Dorfes Oberaudorf am Fuße des 1.634 Meter hohen Brünnstein.

Akribischer Aktenkenner und angeblicher Bier-Verschmäher

Als Erster in seiner Familie hatte Edmund Stoiber studiert. Im Gegensatz zu seinem barocken Vorbild Strauß galt Stoiber immer als asketischer Aktenfresser. Nicht einmal im Urlaub, so Stoiber bedauernd, könne er mal "alle fünfe grade sein lassen“.

Geprägt hat Stoibers Streber-Image auch ein Ereignis im Landtagswahlkampf 1994. Heiser von den vielen Bierzelt-Reden habe er bei einem Auftritt um ein heißes Getränk statt Bier gebeten. Man habe ihm dann einen Krug Salbeitee hingestellt, erzählt Stoiber lachend. Als das später bekannt wurde, hieß es noch nach Jahren: Der trinke ja kein Bier. "Was nicht stimmt. Aber es klingt halt so gut."

Kabarett-Liebling dank "Problembär" Bruno und Transrapid-Rede

Ziel für beißenden Spott wurde Stoiber auch. Vor allem die teils absurden, sich verselbstständigenden Satzgirlanden gruben sich als Realsatire ins allgemeine Bewusstsein. Etwa als Stoiber über den Braunbären Bruno referierte: "Der normalverhaltende Bär lebt im Wald, geht niemals raus und reißt vielleicht ein bis zwei Schafe im Jahr. Wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär', dem Schadbär' und dem Problembär'…."

Genauso berühmt wurde Stoibers flammendes Plädoyer für den Bau des Transrapid von München hinaus zum Flughafen. "Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München, mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen, am Flughafen, am Hauptbahnhof …"

Er habe immer auch selbst über seine Versprecher lachen können, sagt Stoiber später. Lieber wäre ihm, als Technikbegeistertem, aber tatsächlich der Bau einer Transrapidstrecke gewesen.

Nie Kanzler – trotz "Wolfratshauser Frühstück" mit Merkel

Und natürlich wäre er auch gerne Bundeskanzler geworden. Jahrelang hatte er damit kokettiert, der beste Unions-Kanzlerkandidat zu sein. Die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel ließ ihm dann 2002 beim sogenannten Wolfratshauser Frühstück tatsächlich den Vortritt. Um ihm das zu sagen, war Merkel extra ins Privathaus der Stoibers gereist. Karin Stoiber habe "übrigens" damals ein "super" Frühstück zubereitet, so Merkel. Edmund Stoiber hat die Bundestagswahl 2002 extrem knapp verloren.

In Bayern holte Stoiber 2003 zwar mit 60,7 Prozent sensationell eine Zweidrittelmehrheit, was nicht einmal Franz-Josef Strauß gelungen war. Aber nach Einführung der Schuldenbremse, den einschneidenden Verwaltungsreformen, einer Gymnasialzeitverkürzung (G8) und der Einführung von Studiengebühren verlor Edmund Stoiber 2007 den Rückhalt seiner Partei und der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Dennoch sei er "mit einer inneren Zufriedenheit" aus seinen Ämtern gegangen, so Stoiber einmal. Denn, so seine Ansicht: "Die Bilanz für Bayern und die CSU – wie sagt man so schön in Bayern: passt!"

Stoibers Motto "Laptop und Lederhose" als Sinnbild für Heimatliebe in Verbindung mit technologischem Fortschritt hallt jedenfalls bis heute nach.

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