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Symbolbild Demenzprävention
Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke
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Mit Prävention gegen Demenz: Bewegung und Kognition kombinieren

Mit Prävention gegen Demenz: Bewegung und Kognition kombinieren

Prognosen zufolge könnte die Zahl der Demenzerkrankten in Deutschland deutlich steigen. Allerdings ließen sich mit Prävention viele Erkrankungen verhindern. Experten sagen: Das fängt bereits in der Kindheit an. In jedem Alter könne man etwas tun.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Experten gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der neuen Demenz-Neuerkrankungen mit Prävention verhindert werden könnten. Warum das wichtig ist? Prognosen zufolge wird die Zahl der Demenzerkrankten deutlich steigen. Zuletzt hieß es in einer Studie der Universitäten Trier, Rostock und Köln mit dem Wissenschaftlichen Institut der Krankenkasse AOK, dass die Zahl der Menschen mit Demenz bundesweit von 1,3 Millionen bis 2060 auf 2,1 Millionen steigen könnte. Für Bayern berechnet sie einen Anstieg von aktuell 200.000 auf mehr als 340.000 Demenzkranke im Jahr 2060.

Demenz-Prävention wichtig

Den genauen Auslöser für Demenz kenne die Wissenschaft noch nicht, sagt Sebastian Walther, Direktor der Psychiatrie an der Uniklinik Würzburg. Untersuchungen zeigten, dass Veränderungen im Gehirn relativ früh einsetzen, im Alter von 40, 50 Jahren. "Die Leute bemerken das nicht", sagt Walther. Symptome zeigten sich erst später. Deshalb sei es wichtig, vorzubeugen – und damit schon früh anzufangen.

Diese Risikofaktoren lassen sich beeinflussen

Dazu seien mehrere Faktoren relevant, etwa eine gute Bildung als Kind, die Behandlung von Hörstörungen, die Vermeidung sozialer Isolation. Menschen, die weniger hören, würden sich früher aus sozial anspruchsvollen Situationen zurückziehen und hätten dadurch weniger Sozialkontakte, führt Walther aus. "Das ist ein wichtiger Punkt: Die soziale Interaktion, sich mit anderen austauschen, hilft offenbar, gegen die Demenz vorzugehen." Was noch helfe: kein Bluthochdruck, keine Diabetes, kein Übergewicht. "Wenn man es ganz einfach runterbrechen will, dann sollte man früh im Leben möglichst viel lernen, im mittleren Leben seine körperliche Gesundheit möglichst hoch halten und im dritten Lebensdrittel versuchen, sozial aktiv zu sein", sagt Walther.

Die AOK-Berechnungen sehen perspektivisch ein deutliches Stadt-Land-Gefälle, was vor allem an der demografischen Entwicklung liege. Im Landkreis Cham in der Oberpfalz gibt es zur Vorbeugung ein eigenes Programm: "Demenz verzögern", mit inzwischen 17 Gruppen für Menschen zwischen 60 und über 90 Jahren.

Angebot in Cham: Demenzprävention im Alltag

Sabine Schwarzfischer begleitet eine der Gruppen und beobachtet, dass ihre Kursteilnehmer sich bei den Spielen, Gedächtnisübungen, Bewegungen und Knobelaufgaben positiv entwickeln. Etwa beim Spiel "Hip Hep", bei dem sie auf ein Zeichen einen Ball oder ein Tuch nach rechts oder links weitergeben. "Unsere Teilnehmer können inzwischen sehr gut reagieren und im höchsten Level mitspielen", erzählt Schwarzfischer. Was wichtig sei: "Man sollte nicht nur Bewegungs- oder Gedächtnisübungen machen, sondern beides kombinieren. Und das regelmäßig."

Kombination von Bewegung und Kognition

Das bestätigt Christian Hetzel, der das Programm wissenschaftlich begleitet hat: "Kreuzworträtsel machen ja viele, aber es braucht den Transfer vom Kreuzworträtsel auf eine Alltagsaktivität. Man muss Übungen machen, die mit den Alltag etwas zu tun haben." Konkret bedeute das: Kraft und Gleichgewicht, etwa auf einem Bein stehen oder sich im Raum bewegen und dazu eine Denkaufgabe lösen. Damit man abgelenkt sei, so wie im realen Leben auch, sagt Hetzel. Solche Übungen seien auch ein gutes Training zur Sturzprävention.

Für Senioren oft keine Angebote

Hetzel betont, dass Programme wie das im Landkreis Cham auch deshalb wichtig seien, weil es für Ältere oft keine Angebote von Vereinen oder Kommunen gebe. Schwarzfischer beobachtet, dass der Kurs für viele Teilnehmer ein Anstoß war: "Es haben sich Freundschaften entwickelt, manche treffen sich auch so zum Walken oder für Brettspiele. Das wäre sonst niemals entstanden, weil sie sich nur im Kurs kennengelernt haben."

Veränderbare Risikofaktoren – Förderungen

Auch wenn sich das Risiko beeinflussen lasse, allzu optimistisch ist Sebastian Walther nicht, dass die Zahlen der Demenzerkrankten sinken: "Wenn wir uns anschauen, wie viele Menschen in Deutschland zum Beispiel wenig aktiv sind, Übergewicht haben, Diabetes, Bluthochdruck und so weiter, müssen wir davon ausgehen, dass das zwar potenziell veränderbare Risikofaktoren sind, aber dass es in der Realität bei vielen Menschen nicht gelingt, etwas zu tun." Christian Hetzel wünscht sich perspektivisch mehr Engagement der Krankenkassen: "Sie fördern ja klassisch Bewegung, Entspannung und Ernährung, aber das Themenfeld Hirngesundheit gibt es so explizit noch nicht."

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