David Hilpert schärft bei den SwissSkills ein Messer.
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David Hilpert hat bei der Europameisterschaft der Metzger in der Schweiz Gold geholt.
Bildrechte: SwissSkills/Michael Zanghellini
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David Hilpert hat bei der Europameisterschaft der Metzger in der Schweiz Gold geholt.

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Mit Rollbraten zum Sieg: Europas bester Metzger kommt aus Bayern

Mit Rollbraten zum Sieg: Europas bester Metzger kommt aus Bayern

Der beste Metzger Europas ist erst 24 Jahre alt und kommt aus Dettenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Wie es David Hilpert zum Fleischer-Europameister geschafft hat - und was den Beruf für junge Menschen attraktiv macht.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

David Hilpert steht in der Metzgerei, in der er vor sechs Jahren seine Ausbildung angefangen hat, und arbeitet an einem Rollbraten. Mit diesem Fleischgericht hat der junge Mann den Europameister-Titel im Metzgerhandwerk geholt. Bei dem Wettbewerb im vergangenen November in der Schweiz hatte der 24-Jährige mehrere Aufgaben zu absolvieren.

Die Besonderheit des Rollbratens etwa war die Aufgabe "kreativer Schnitt". "Wir hatten die Vorgabe, dass der Rollbraten nicht klassisch gerollt sein darf", erinnert sich Hilpert. Der Metzgermeister kam beim Herumprobieren auf die Idee, Teile herauszuschneiden und neu zusammenzusetzen. "Das kam scheinbar bei den Prüfern ziemlich gut an", erzählt der 24-Jährige.

Metzger statt Kochlehre

Eigentlich wollte David nach dem Abitur Koch werden. Doch er entschied sich zunächst für eine handwerkliche Grundlage – und blieb dabei. "Dann war eigentlich der feste Plan: Ich mache Metzger, damit ich weiß, wo das Fleisch herkommt und dann mach ich meine Kochlehre." Die Kochlehre hat dann allerdings nie stattgefunden. "Ich bin heute aber auch nicht böse drum", sagt Hilpert. Er würde alles genauso wieder machen.

Hilpert inzwischen auch Dozent an der Handwerkskammer

Seit sechs Jahren arbeitet Hilpert in der Metzgerei von Max Gruber in Großweingarten im Landkreis Roth. Schon in der Ausbildung hatte sein Lehrmeister erkannt, dass David Talent hat. "Das passiert nicht so oft, dass man so einen guten Mitarbeiter hat. Das hat man schon gemerkt, dass er da schon richtig Interesse hat", erinnert sich Max Gruber.

Mittlerweile arbeitet Hilpert nur noch in Teilzeit in der Metzgerei, denn neben dem Job im Betrieb ist er inzwischen als Dozent an der Handwerkskammer in Frankfurt tätig und bildet dort angehende Fachkräfte aus. Sein Chef ist stolz auf seinen früheren Lehrling. "Ich bin jetzt nicht traurig, dass er weniger bei uns ist, sondern ich freu mich, dass er für den Beruf brennt", sagt Gruber.

Landwirtschaft für Hilpert ein Ausgleich

David Hilpert brennt nicht nur für das Metzgerhandwerk, sondern auch für die kleine Landwirtschaft, die er zusammen mit seiner Familie betreibt. Rund 70 Kühe in Mutterkuhhaltung stehen im Winter im Laufstall, im Sommer auf den Weiden. Die Rinder schlachtet er selbst und vermarktet auch das Fleisch.

Es gebe immer etwas zu tun, sagt David Hilpert. "Dieser Ausgleich zwischen viel arbeiten, früh aufstehen, dann vielleicht auch in der Schule einfach das Wissen weitergeben. Ein bisschen entschleunigen, weil da darf man ja nicht so Vollgas geben, sondern auch auf die Schüler eingehen und dann noch die Landwirtschaft mit den Tieren als Erholung: Das ist wirklich eine schöne Kombination", findet Hilpert.

Zusätzliche Ausbildung zum Fleischsommelier

Unterstützung bekommt der junge Metzgermeister auch zuhause. Seine Freundin Laura hat er in der Weiterbildung zum Fleischsommelier kennengelernt. Sie ist genauso umtriebig wie David. Dass er so erfolgreich bei der Europameisterschaft war, habe er verdient, weil er viel Herzblut in den Wettbewerb fließen lassen hat, findet Laura. "Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn", sagt sie. David Hilpert lebt seinen Beruf und zeigt, dass das traditionelle Fleischerhandwerk vielseitiger ist, als von vielen vermutet.

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