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Handyverbot an Bayerns Schulen wird ausgeweitet

Handyverbot an Bayerns Schulen wird ausgeweitet

Die Staatsregierung will das Nutzen von Smartphones in den Schulen eindämmen: Ab kommendem Schuljahr soll die private Handynutzung an weiterführenden Schulen bis einschließlich 7. Klasse verboten werden. Dem Elternverband geht das nicht weit genug.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Chatten, lesen, telefonieren – das Smartphone in der Schule sorgt immer wieder für Konflikte. Nun will die Staatsregierung die private Handynutzung von Schülerinnen und Schülern weiter eindämmen: Ab dem kommenden Schuljahr soll auch an weiterführenden Schulen bis einschließlich 7. Klasse ein grundsätzliches Nutzungsverbot für Handys und Smartphones gelten – unabhängig von der Schulart. Schülerinnen und Schüler sollen besser vor Ablenkung geschützt werden, heißt es in der Begründung des bayerischen Kabinetts.

Handyverbot auf dem gesamten Schulgelände

Bisher galt das grundsätzliche Verbot nur an Grundschulen. Weiterführende Schulen durften eigene Regeln setzen. So erlauben manche Schulen die Nutzung von Smartphones in der Mittagspause oder in speziellen Handyzonen. Der heute von der Staatsregierung verabschiedete Gesetzentwurf verbietet die private Nutzung für Erst- bis Siebtklässler nun im Schulgebäude und auf dem gesamten Schulgelände. Laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) soll das erweiterte Verbot ab kommendem Schuljahr gelten.

Lehrerverband fordert individuelle Gestaltung für Schulen

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, Simone Fleischmann, zeigt Verständnis für die Verschärfung der Handyregeln. Gleichzeitig fordert sie die Möglichkeit für Schulen, individuelle Regeln aufzustellen. Bereits jetzt hätten viele Schulen für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben strengere Regeln als für Ältere.

Fleischmann bemängelt im BR-Gespräch ein Hin und Her der Politik im Hinblick auf Mediennutzung: Auch die Regeln für die Nutzung von Tablets seien in den vergangenen Jahren immer wieder geändert worden. "Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Klarheit und Kontinuität."

Bayerischer Elternverband will handyfreie Schulen

Dem bayerischen Elternverband gehen die Maßnahmen dagegen nicht weit genug. Das Gesetz verbiete nur die Nutzung, nicht aber das Tragen von Endgeräten in der Schule, kritisiert der Verbandsvorsitzende Martin Loewe. Sinnvoll wäre aus seiner Sicht eine Regelung, die das Mitnehmen der Geräte in den Unterrichtsraum grundsätzlich untersagt. Das würde den Lehrern viel Stress ersparen, so Loewe. Denn das Handy sei bei Schülern jederzeit in der Hosentasche. Loewe räumt aber ein, dass es dazu in der Elternschaft unterschiedliche Meinungen gebe, ein Teil lehne eine strengere Handhabe ab.

Kompromiss: "Handygaragen" an Schulen?

Vor vier Jahren hatte die Staatsregierung das damals noch strikte Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert. Zuletzt wurde der Ruf nach einer strengeren Handhabe wieder lauter. Manche Schulen haben den Gebrauch von Endgeräten in ihrer Hausordnung geregelt. Mancherorts gibt es "Handygaragen": Die Geräte werden in speziellen Schränken oder Ablagen bis zum Unterrichtsende aufbewahrt. Die jetzt angekündigte Gesetzesverschärfung muss noch vom Landtag verabschiedet werden, bevor sie in Kraft tritt.

Zum Hören: Neue Handy-Regelung an Bayerns Schulen

Das generelle Handyverbot wird auf die weiterführenden Schule erweitert.
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Das generelle Handyverbot wird auf die weiterführenden Schule erweitert.

BR24 auf TikTok: strikteres Handyverbot an Schulen

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