Der Wasserstand am Bodensee geht immer weiter nach unten. Momentan liegt er bei 2,48 Meter – und damit rund einen Meter unter dem langjährigen Mittelwert. Bringt der Regen nach langer Trockenheit Erleichterung für Bayerns Pegelstände?
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Niedrigwasser am Bodensee

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Niedrigwasser: Bodensee-Wasserstand nicht mehr ablesbar

Niedrigwasser: Bodensee-Wasserstand nicht mehr ablesbar

Die Hitze im Sommer und die langanhaltende Trockenheit setzen dem Bodensee zu. Die Pegel sinken weiter. Teils ruht die Passagierschifffahrt, Sandbänke bilden sich und seltene Pflanzen sind bedroht. Regen dürfte wohl nur kurzzeitig Erholung bringen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Die Messlatte mit ihren schwarz-weißen Markierungen, die an der Mauer im Lindauer Hafen festgemacht ist, zeigt normalerweise den aktuellen Bodensee-Pegel. Doch der lässt sich zurzeit nicht mehr ablesen. Weit unten, bei ungefähr 2,60 Meter, liegen Treibholz und getrockneter Schlick. Die Markierung ist verdeckt; der Wasserstand lässt sich nur erahnen.

Woran liegt das? Und wie entwickelt sich das Problem mit der Trockenheit in den kommenden Jahren? Darüber haben wir mit BR-Korrespondent Steffen Armbruster live in Lindau sowie mit dem Hydrologen Harald Kunstmann gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Pegel sinkt seit Sommer immer weiter

Seit Juni liegt der Pegelstand unter den jemals gemessenen niedrigsten Werten und schreibt so täglich neue Minimalwerte. So niedrig wie jetzt war der Seespiegel des Bodensees zu dieser Jahreszeit noch nie. Aktuell liegt der Pegel bei 2,48 Meter und damit 1,05 Meter unter dem langjährigen Mittelwert (Stand: 7.10.). Damit ist der Wasserstand noch vor Beginn des Winters bereits niedriger als im Februar, wo der See normalerweise seinen natürlichen niedrigsten Stand erreicht. Mit dem dann folgenden Schmelzwasser steigt der Pegel zum Sommer hin eigentlich wieder an. In diesem Jahr kam eher wenig Schmelzwasser.

Passagierschiffe können nicht mehr fahren

Bettina Haas vom Wasserwirtschaftsamt in Kempten sagt: "Wir führen das auf die klimawandelbedingten Änderungen zurück." Der sehr niedrige Wasserstand stehe im Zusammenhang mit Schneearmut im Einzugsgebiet und einer erhöhten Verdunstung von Wasser durch extreme Temperaturen.

Die Auswirkungen werden immer deutlicher sichtbar. Am Untersee im Westen haben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) Ende vergangener Woche die Passagierschifffahrt komplett eingestellt. Am Obersee zwischen Konstanz und Lindau ist die Mitnahme von Rollstühlen und Fahrrädern teils nicht mehr möglich. In Lindau selbst bilden sich breite Uferstreifen. Das Wasser rund um die kleine Insel Hoy ist so weit zurückgegangen, dass sie derzeit im Trockenen liegt, umgeben von Sand. Ähnlich sieht es im sogenannten Kleinen Hafen aus.

Niedrigwasser am Bodensee.
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Niedrigwasser am Bodensee.

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Boote werden aus dem Wasser geholt

Selbst flachere Boote werden zurzeit aus dem Wasser geholt, weil sie auf Grund laufen könnten. Arbeitsboote, wie etwa ein Schiff des Wasserwirtschaftsamtes, das beim Sammeln von Treibholz eingesetzt wird, muss einen neuen Liegeplatz nutzen, weil es zu tief für den angestammten Platz im Hafen ist.

Pegel dürften auch weiterhin abnehmen

Für heute und in den nächsten Tagen sind Niederschläge vorhergesagt. Damit könnte sich der Wasserstand zumindest kurzzeitig etwas erholen. Natürlicherweise sinken die Pegel des Bodensees aber bis zum Frühjahr – deshalb wird ein weiterer Rückgang des Seespiegels erwartet.

Niedrigwasser verändert Uferbereiche

Das Niedrigwasser trifft laut Bund Naturschutz auch die Tier- und Pflanzenwelt: Vögel finden demnach im Schilf weniger Schutz als sonst. Seltene Pflanzen am Ufer liegen trocken. Das vom Aussterben bedrohte Bodensee-Vergissmeinnicht zum Beispiel wird zunehmend von anderen Pflanzen überwuchert. Normalerweise ist es den Sommer über von Wasser überschwemmt. Das Bodensee-Vergissmeinnicht komme damit gut zurecht, sagt Dominik Fiegle vom Bund Naturschutz in Lindau. Andere Pflanzen sterben unter Wasser ab und das Bodensee-Vergissmeinnicht könne dann wieder wachsen, wenn der Wasserstand zurückgeht. Seit dem Sommer breiten sich allerdings andere Pflanzen aus, die normalerweise gar nicht so nah am Wasser wachsen.

Deshalb haben die Naturschutzbehörden Schilder aufgestellt, die an den ungewöhnlich breiten Uferstreifen auf die sensible Vegetation und auf richtiges Verhalten hinweisen. So soll zum Beispiel kein Lagerfeuer gemacht werden. Damit kann jeder helfen, die seltenen Pflanzen am Bodensee-Ufer zu schützen.

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