Eine große Einkaufstasche ist randvoll mit verrosteten Konservendosen gefüllt
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Konservendosen graben die Freiwilligen massenhaft an der Knorrhütte aus
Bildrechte: Rebekka Preuß
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Konservendosen graben die Freiwilligen massenhaft an der Knorrhütte aus

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Müll am Berg: Freiwillige graben Halde an Knorrhütte aus

Müll am Berg: Freiwillige graben Halde an Knorrhütte aus

Jahrzehntelang wurde Abfall an Berghütten einfach vergraben. Das rächt sich jetzt. Konservendosen, Treibstoff-Kanister und Glas – alles lagert im Boden und muss per Hand geborgen werden.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Das Bild wirkt surreal. Mit Spitzhacken und Schaufeln bearbeiten 11 Freiwillige das felsige Gelände rund um die Knorrhütte auf 2.000 m Höhe unterhalb des Zugspitzsplatts. Es klirrt und scheppert. Die Freiwilligen ziehen Kochtöpfe, Limo-Flaschen und verrostete Konservendosen zwischen Steinen heraus. Eine Gruppe gräbt einen Treibstoff-Kanister aus. Als sie ihn endlich aus dem Erdloch heraus heben können, tut sich darunter die nächste Grube voll von Konservendosen auf.

Franziska Vogel vom Deutschen Alpenverein leitet die Müll-Ausgrabung. Wir stehen hier direkt auf einem Riesenberg aus Glasscherben und Konservendosen, sagt sie. "Alles was man früher schon zur Hüttenversorgung gebraucht hat."

An der Knorrhütte ist der Müll aus mehreren Jahrzehnten vergraben

Seit 170 Jahren gibt es die Knorrhütte. Und ihr Müll? Scheint hier ebenfalls seit Jahrzehnten zu liegen! Damit soll jetzt Schluss sein. Eine Mammut-Aufgabe. Die die Sektion München des Deutschen Alpenvereins mit Hilfe von Freiwilligen bewältigen möchte.

Birgit aus Lenggries hat sich Arbeitshandschuhe angezogen und gräbt an einem Steinhaufen direkt am Wanderweg. Sie ist entsetzt: "Das ist eine richtige Wand aus Blechbüchsen zusammen mit Glas, ein bisschen Gras drüber gewachsen. Ich kann das hier ein bisschen lockern und dann fällt mir das alles entgegen. Es ist unglaublich. Ich bin sprachlos."

Und Franziska Vogel, die sich in der Sektion München um Natur-, Umwelt und Klimaschutz kümmert, hat bei diesem Ausmaß die Befürchtung, dass sie nicht alles herausholen können. "Aber vielleicht schaffen wir das, was oberflächlich zu sehen ist, abzusammeln. So dass sich die Schafe, die im Sommer hier oben weiden, nicht dran verletzen."

Zwei Tage werden sie Müll ausgraben, sortieren und in großen BigPacks sammeln, die dann mit dem Helikopter ins Tal geflogen werden.

Sektion München des DAV möchte Vorbild sein und andere Sektionen unterstützen

Die Sektion München – der die Knorrhütte gehört – hatte zuvor eine Fachfirma mit Bodenuntersuchungen beauftragt. Um sicher zu gehen, dass keine Giftstoffe wie Asbest oder Schwermetalle hier liegen und sie das Aufräumen mit Freiwilligen machen können. Es ist ein Pilotprojekt. Die Sektion möchte ihre Erfahrungen weitergeben. Denn überwucherte Müllhalden gibt es an vielen Berghütten, sagt Franziska Vogel. "Letzten Endes stammt all dieser Abfall aus der früheren Hüttennutzung. Bis in die späten 1980er Jahre hat man sich nicht viele Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen der Müll hier für die Umwelt haben kann. Man hat schlichtweg den bequemen Weg gewählt und die Sachen direkt hinter der Hütte entsorgt, statt sie wieder ins Tal zu bringen."

Geröll und Vegetation halfen dabei, dass der Müll quasi im Berg verschwand. Doch Witterung und Erosion lassen ihn jetzt wieder zutage treten.

Diethard aus Lenggries gehört zu den Müllverursachern

Zu den freiwilligen Müll-Aufräumern gehört auch Diethard aus Lenggries. Für den 71-Jährigen ist das hier eine besondere Konfrontation. "Ich habe von 1972 bis 1982 als Träger und Servicekraft hier gearbeitet und bin sicher Teil einer der Müllverursacher, weil man das hier früher einfach so entsorgt hat. Was man nicht raufgetragen hat zur Zugspitzbahn, das hat man irgendwo vergraben. Aber diesen ganzen Müll nach 40 Jahren wiederzusehen. Das ist befremdlich."

Eine Vorschrift zur Entsorgung von Müll an Berghütten gibt es tatsächlich erst seit Anfang der 1990er Jahre.

Sogar einen alten Kühlschrank graben die Freiwilligen aus

Nach zwei Tagen Müll ausgraben an der Knorrhütte haben die Freiwilligen nicht alles geschafft. Aber sie haben tatsächlich einen Kühlschrank ausgegraben. Ebenso eine komplette Küchenausstattung mit Pfannen und Auflaufformen. Mehrere Klappstühle waren auch dabei und Limo-Flaschen aus den 1950er Jahren. Und für Franziska Vogel ist klar: Weitere Sammelaktionen sind definitiv angebracht.

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