Münchens OB Dominik Krause und Ministerpräsident Markus Söder.
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Sie wollen und können miteinander: OB Dominik Krause (r.) und Ministerpräsident Markus Söder.
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München will Olympia – Stadt stellt vertieftes Konzept vor

München will Olympia – Stadt stellt vertieftes Konzept vor

Wird München der deutsche Kandidat für die Olympische Spiele? – Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund darüber entscheiden. Heute stellte Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause schon mal das vertiefte Bewerbungskonzept vor.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Zu Beginn der Vorstellung des vertieften Münchner Bewerbungskonzepts um Olympische Sommerspiele war man kurz versucht, sich die Augen zu reiben: denn der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) lobte nicht nur die Zusammenarbeit mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), er machte ihm fast Konkurrenz.

Enge Zusammenarbeit zwischen Krause und Söder

Mit Markus Söder, so der grüne Oberbürgermeister Krause, sei die Zusammenarbeit sehr eng. Man telefoniere oder treffe sich fast jeden Tag, so Krause. Das führe dazu, dass man sich bei einem gemeinsamen Termin bei der Taekwondo-EM in München dazu entschieden habe, eben kein Söder/Krause Foto zu machen, da sich ja auf der Matte nur Gegner gegenüberstünden, man aber in Sachen Olympia nur ein "Miteinander" kenne.

Neben der engen Zusammenarbeit hob Krause dann nicht nur die Stärken der Münchner Olympiabewerbung hervor, sondern lobte auch Bayerns "Strahlkraft" durch seine ikonischen Orte und Seen. Solch überschwängliches Lob der heimatlichen Vorzüge ist sonst eher vom Ministerpräsidenten selbst bekannt.

Vorzüge Oberbayerns vor Rhein-Ruhr, Hamburg und Berlin

In Sachen Münchner-Olympia-Vermarktung steht Krause dem aber in nichts nach. Der Grund: Am 26. September entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen um die Austragung Olympischer Spiele 2036, 2040 oder 2044 geschickt wird.

Und mindestens bis dahin gilt es, die Vorzüge einer Münchner und damit eben auch einer bayerischen Olympia-Bewerbung bestmöglich herauszuarbeiten. Denn neben der bayerischen Landeshauptstadt wollen sich auch die Rhein-Ruhr-Region, Hamburg und Berlin um eine Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen bewerben. Als formale Grundlage für die Entscheidung im September gilt aber das vertiefte Bewerbungskonzept. Darin haben die Münchner nun verschiedene Dinge nachjustiert.

Alle Fußballer im Olympischen Dorf

So will man nun zum ersten Mal bei Olympia alle Fußballmannschaften im Olympischen Dorf unterbringen. Um trotzdem kurze Anfahrtswege zu den Stadien zu haben, ist jetzt neben Stuttgart, Augsburg, Nürnberg und München auch Ingolstadt als Austragungsort für die Fußballwettkämpfe im Gespräch.

Zudem sollen bei möglichen Münchner Spielen auch die Sportarten Lacrosse, Cricket, Baseball und Squash hinzugefügt werden. Im Gegenzug sollen Breakdance und der urbane Hindernislauf Parkour gestrichen werden. Das wiederum wird beim FC Teutonia München für Erleichterung sorgen. Der Fußballclub muss nun nicht mehr um sein Vereinsgelände bangen, das im ersten Bewerbungskonzept noch als Olympia-Sportfläche gedacht war.

Am grundlegenden Gedanken von nachhaltigen Olympischen Spielen hat sich aber wenig geändert. Im Gegenteil: Mögliche Münchner Spiele sollen laut Stadt zu den ersten zirkulären Olympischen Spielen der Welt werden. Vereinfacht gesagt: Von der Planung bis zur Umsetzung wollen die Organisatoren möglichst wenig Ressourcen verbrauchen. Auch die kurzen Wege bei Münchner Spielen wurden noch einmal konkretisiert. Rund 90 Prozent aller Wettbewerbe sollen maximal 30 Kilometer entfernt vom Olympischen Dorf stattfinden. Mindestens die Hälfte aller Wettwerbe will man im Olympiapark von 1972 durchführen.

München ist erfahrener Austragungsort von Sport-Events

Daneben gibt es nach Ansicht des Koordinators der Münchner Olympiabewerbung, Michael Asbeck, einen weiteren Punkt, der die bayerische Landeshauptstadt als Austragungsort für Olympische Spielen bestmöglich qualifiziert – und das ist die Münchner Erfahrung mit Sportgroßereignissen, so Asbeck. Mit den in München ausgetragenen Spielen der Fußballeuropameisterschaften oder European Championships, wissen die Weltverbände laut Asbeck, was sie an München haben.

Neben der sportlichen Seite hätte ein Zuschlag für Sommerspiele auch sehr starke städtebauliche Vorteile. Das wäre laut Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause ein Booster für alle städtebaulichen Projekte, die man in der Stadt ganz dringend bräuchte. Rund 18 Milliarden Euro plant das Organisationskomitee für U-Bahnen, S-Bahnlinien, autonome Shuttle sowie ein neues Olympisches Dorf ein.

Um im September tatsächlich vom DOSB als deutscher Bewerber ins internationale Rennen geschickt zu werden, sei es wichtig, intensive Gespräche mit den deutschen Spitzensportverbänden zu führen, und deren Anforderungen bestmöglich umzusetzen, erklärt der städtische Sportreferent Florian Kraus. Als er das sagt, ist Dominik Krause schon wieder weg. Der nächste Termin mit dem Ministerpräsidenten wartet bereits. Das Thema: Olympia.

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