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Der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg ist wegen Machtmissbrauchsvorwürfen gegen ihn zurückgetreten. (Symbolbild)
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Der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg ist wegen Machtmissbrauchsvorwürfen gegen ihn zurückgetreten. (Symbolbild)

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Musikhochschulpräsident: Landesanwaltschaft prüft Dienstvergehen

Musikhochschulpräsident: Landesanwaltschaft prüft Dienstvergehen

Der Präsident der Nürnberger Musikhochschule tritt wegen Machtmissbrauchsvorwürfen gegen ihn zurück, jetzt schaltet sich die Landesanwaltschaft ein. Die Behörde ist für die Prüfung von Beamtenverhältnissen zuständig.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Nach dem Rücktritt des Präsidenten der Hochschule für Musik in Nürnberg prüft die Landesanwaltschaft Bayern, ob ein Dienstvergehen vorliegt. Wie die Behörde am Freitag auf BR24-Nachfrage schriftlich mitgeteilt hat, sei sie vom bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst über die Vorwürfe informiert worden. Die Prüfung dauere noch an, daher wolle die Landesanwaltschaft derzeit keine weiteren Angaben zu dem Fall machen.

Vorwürfe wegen Machtmissbrauch: Präsident zurückgetreten

Die Landesanwaltschaft Bayern ist für die Durchführung von Disziplinarverfahren bei Beamten zuständig. Die Möglichkeiten reichen laut der Behörde von der Einstellung eines Verfahrens über eine Geldbuße bis hin zur Entfernung eines Beamten aus dem Beamtenverhältnis. Auch eine Kürzung oder Aberkennung des Ruhegehalts könnten eine Rolle spielen.

Nach dem Rücktritt als Hochschulpräsident ist Rainer Kotzian auch nicht mehr Vorsitzender des Hochschulverbunds Kunsthochschule Bayern (KHB). Das teilte der Verbund mit Sitz in Nürnberg am auf BR24-Anfrage schriftlich mit. Die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedshochulen der KHB nahmen die Vorwürfe gegen Kotzian überrascht zur Kenntnis, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Verbund betonte darin: "Wir unterstützen alle, die Missstände offen ansprechen. Jedem Vorwurf muss nachgegangen werden." Über den Hintergrund des Rücktritts würden dem KHB, über die bisherigen veröffentlichten Berichte hinaus, keine Informationen vorliegen.

Treffen mit Präsident, seiner Frau und Studentin nicht aufgearbeitet

Kotzian hatte in einer Email an alle Studierenden der Hochschule angekündigt, sein Amt niederzulegen. Hintergrund ist die Veröffentlichung von Machtmissbrauchsvorwürfen gegen ihn. Die Gruppe "Studis gegen Machtmissbrauch Nürnberg" wirft Kotzian ein machtmissbräuchliches Treffen zwischen ihm, seiner Frau und einer Studentin im November 2025 vor.

Während einer externen Veranstaltung waren der Hochschulpräsident, seine ebenfalls an der Hochschule lehrende Frau, sowie Studierende in einem Hotel untergebracht. Der Präsident soll die Studentin in einem Anruf auf sein privates Hotelzimmer gebeten haben, wo seine Frau ihr vorgeworfen haben soll, ein Verhältnis mit ihm zu haben. Diesen Vorfall habe Kotzian nicht aufgearbeitet, vielmehr die Aufarbeitung verhindert.

Kotzian selbst schreibt dazu, er habe am 1. November vergangenen Jahres einen Fehler gemacht, nämlich ein kurzes, persönliches Gespräch mit einer seit Jahren vertrauten Studentin geführt. Dabei habe er nicht ausreichend berücksichtigt, dass auch in einem solchen Vertrauensverhältnis das Machtgefälle zwischen einem Professor und einer Studentin bestehen bleibe und er eine besondere Verantwortung dafür trage, unter welchen Umständen und in welcher Form ein solches Gespräch geführt wird. Das bedaure er und habe sich dafür entschuldigt.

Kotzian: Konflikt hat Eigendynamik entwickelt

Rainer Kotzian hatte das Amt des Präsidenten der Hochschule für Musik Nürnberg seit 2021 inne. Der Professor für Elementare Musikpädagogik schreibt, dass der Konflikt eine Eigendynamik entwickelt habe, die die gesamte Institution belaste. Mit seinem Rücktritt wolle er verhindern, dass weitere Kräfte in internen Auseinandersetzungen gebunden würden. Ihm sei bewusst, dass dieser Schritt nicht alle offenen Fragen klären könne. Er hoffe jedoch auf einen Neuanfang für die Hochschule, teilt Kotzian in einem Brief an die Studierenden mit, der BR24 vorliegt.

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