Sie hat sich auch diesmal hingezogen die Tarifrunde im bayerischen Einzel- und Versandhandel. Zuletzt wurden die Gespräche von Seiten der Arbeitgeber sogar unterbrochen – aus Kritik an der Haltung der Gewerkschaft. Doch inzwischen reden sie wieder miteinander, und zwar über das, was in Nordrhein-Westfalen zuerst und danach auch in anderen Bundesländern unterschrieben wurde.
Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen
Der Pilotabschluss sieht ein Tarifplus von fünf Prozent in zwei Schritten vor. Drei Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr. Die Vergütung der Auszubildenden steigt entsprechend.
So einfach ab- und unterschreiben geht jedoch nicht. Jedes Bundesland hat seine vertraglichen Besonderheiten. Aber es klingt vorab auf beiden Seiten nicht so, als ob da heute auch für Bayern kein Schlussstrich unter die Tarifrunde gezogen wird.
Tragfähige Lösungen sind möglich, erklärt der Handelsverband Bayern auf Nachfrage. Und Verdi Bayern bezeichnet das Ergebnis in Nordrhein-Westfalen [externer Link] als richtungsweisend. Immerhin hatte die Gewerkschaft das ja im Norden mitunterzeichnet.
Geringe Tarifbindung im Einzelhandel
Eines ist aber auch klar: Bei weitem nicht alle Verkäuferinnen, Kassierer oder Kräfte im Versand werden sich darauf berufen können. Die Tarifbindung ist gering. Im Einzelhandel wird weniger als ein Viertel der Beschäftigten danach bezahlt. Für die anderen dient er als Orientierung – Abweichungen nach oben oder unten nicht ausgeschlossen.
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