Viele Menschen tragen sich in die Kondolenzbücher ein - unter ihnen der Neumarkter Landrat Martin Meier (Freie Wähler).
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Viele Menschen tragen sich in die Kondolenzbücher ein - unter ihnen der Neumarkter Landrat Martin Meier (Freie Wähler).
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Schüsse in Berngau: Verdächtiger einst Polizist in Ausbildung

Schüsse in Berngau: Verdächtiger einst Polizist in Ausbildung

Nach den tödlichen Schüssen in Berngau auf zwei Beschäftigte des Landratsamts von Neumarkt hat die Behörde Kondolenzbücher ausgelegt. Inzwischen wurden auch weitere Details zum mutmaßlichen Schützen bekannt – er war früher Polizist in Ausbildung.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Im Landratsamt von Neumarkt in der Oberpfalz gab es für Trauernde am Samstag die Möglichkeit zur Anteilnahme: Im Foyer wurden Kondolenzbücher ausgelegt, jeweils eines für die beiden Todesopfer. Mit persönlichen Worten drückten Kolleginnen und Kollegen der Getöteten darin ihre Trauer aus über den Tod der 54-jährigen Mitarbeiterin und des 45-jährigen Mitarbeiters bei einer routinemäßigen Kontrolle eines Waffenbesitzers am Donnerstag in Berngau.

Indessen sind neue Details über den mutmaßlichen Täter bekanntgeworden: Er wollte in den 1980er-Jahren Polizist werden.

"Den Menschen die Möglichkeit des Abschiednehmens geben"

Rathauschefs aus dem Landkreis schrieben in die Bücher, Kreisräte, Abgeordnete und Bürger, die einfach ihre Anteilnahme zeigen wollten. Sie sei sehr erschrocken über die Tat und fühle einfach mit, sagte eine Frau: "Ich wohne hier in Neumarkt, habe das gehört im Radio und denke mir, ich muss einfach her."

Man habe zwei sehr liebgewonnene, zuverlässige Mitarbeiter verloren, sagte Landrat Martin Meier (Freie Wähler). Auch er kondolierte. "Die Betroffenheit ist natürlich immens und es ist für uns schon auch ein wichtiges Zeichen, nicht nur gegenüber den Angehörigen, sondern auch gegenüber unserer Bevölkerung und den Mitarbeitern, dass wir hier diese Möglichkeit des Abschiednehmens geben", erklärte Meier im BR-Interview.

Im Video: Trauer nach tödlichen Schüssen auf zwei Waffenkontrolleure in Berngau

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Beschäftigte des Landratsamts von Neumarkt in der Oberpfalz tragen sich Trauernde in Kondolenzbücher ein der Behörde ein.
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Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Beschäftigte des Landratsamts von Neumarkt in der Oberpfalz ist die Betroffenheit groß.

"Es sind auch Tränen geflossen"

Für die Beschäftigten in seiner Behörde sei es eine schwere Zeit, darum sei am Freitag auch geschlossen gewesen: "Um einfach auch Zeit für unsere Mitarbeiter zu haben, weil für uns die Zielrichtung schon ist, dass niemand alleine ist mit seinem Schmerz und seiner Trauer", so Meier. "Da können Sie sich ja vorstellen, wie dann auch die Stimmungslage war. Es sind auch Tränen geflossen und das ist einfach allzu menschlich in so einer schlimmen Situation." Meier dankte für die "große Solidarität, die unserem Haus zuteil wird, aus allen Ecken Bayerns, von verschiedenen Landratsämtern, Behörden, Unternehmen, Vereinen".

Es sei noch zu früh, um über Konsequenzen aus der Tat zu sprechen, so Meier zur Frage, wie die Sicherheit von Behördenmitarbeitern gewährleistet werden kann. "Wir werden sicherlich jetzt alles überlegen, wir werden jetzt alles auf Links drehen, und wir werden uns auch beteiligen an der sicherlich folgenden politischen Debatte". Der Neumarkter Landrat betonte in Bezug auf den Schützen auch: "Wir hatten keinerlei konkrete Gefährdungshinweise und keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Aggressionspotential."

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Die Polizei war am Tag der Tat mit einem Großaufgebot im Einsatz und sicherte Spuren.

Mutmaßlicher Schütze von Berngau war früher Polizist in Ausbildung

Über den mutmaßlichen Schützen wurden unterdessen weitere Details bekannt – er hat in den 80er-Jahren eine Polizeiausbildung begonnen. Er sei von 1988 an in Bayern Polizeibeamter in Ausbildung gewesen, heißt es von der Polizei. Er sei dann aber vor Ausbildungsende entlassen worden. Zu den Gründen wurde nichts bekannt.

Der Mann soll am Donnerstag in Berngau im Landkreis Neumarkt einen 45 Jahre alten Mitarbeiter des Landratsamtes und dessen 54 Jahre alte Kollegin erschossen haben, als diese den Jäger und Sportschützen für eine Waffenkontrolle aufsuchten.

Er wurde festgenommen, nachdem er sich stundenlang in einem Haus in Berngau verschanzt hatte. Nach Polizeiangaben rief er selbst bei der Einsatzzentrale an und gab zu, geschossen zu haben. Zudem habe er gesagt, er sei in seiner Wohnung, im Besitz von Schusswaffen und werde nicht widerstandslos aufgeben.

Noch immer im Krankenhaus

Spezialkräfte schossen bei der Festnahme auf den Mann und verletzten ihn schwer. Er wurde unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht, wo er sich laut Polizei auch am Samstag noch befand.

Der 60-Jährige soll nach seiner medizinischen Behandlung einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser würde dann über die Frage einer Untersuchungshaft oder einer Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden.

Der Mann besaß laut Waffenregister als Sportschütze und Jäger zehn Waffen legal. Seine Kontrolle erfolgte nach Angaben des Landratsamtes routinemäßig und ohne Vorankündigung.

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Blumen und Kerzen vor dem Landratsamt in Neumarkt in der Oberpfalz - zwei Tage nach den tödlichen Schüssen auf zwei Mitarbeiter.

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