03.10.2026, Bremen: Dienstwagen der Politiker stehen am Tag der Deutschen Einheit vor dem Bremer St. Petri Dom. Bremen richtet unter dem Motto „Viele Stärken – Ein Land“ die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Foto: Moritz Frankenberg/dpa-Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
03.10.2026, Bremen: Dienstwagen der Politiker stehen am Tag der Deutschen Einheit vor dem Bremer St. Petri Dom. Bremen richtet unter dem Motto „Viele Stärken – Ein Land“ die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Foto: Moritz Frankenberg/dpa-Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bild
Dienstwagen deutscher Politiker
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Moritz Frankenberg
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Moritz Frankenberg
Audiobeitrag

Dienstwagen deutscher Politiker

Audiobeitrag
>

BMW: Kein Dienstwagen für den AfD-Landtagspräsidenten

BMW: Kein Dienstwagen für den AfD-Landtagspräsidenten

Mit Tobias Rausch von der AfD stellt eine Partei in Sachsen-Anhalt den Landtagspräsidenten, die als "gesichert rechtsextremistisch" gilt. BMW hat darauf reagiert und das Leasingangebot für das Dienstauto von Rausch zurückgezogen. Die AfD ist wütend.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

"BMW sollte sich lieber darauf konzentrieren, weiterhin gute Autos zu bauen", schreibt die bayerische AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner in einer Stellungnahme gegenüber dem Bayerischen Rundfunk und nennt das Verhalten von BMW "pseudomoralische Symbolpolitik von Konzernen". Die AfD ist in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft.

BMW äußert sich nicht zum Fall

Hintergrund ist die Rücknahme eines Leasingangebots von BMW für den Dienstwagen des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt. Das soll wenige Stunden nach der Wahl von Tobias Rausch passiert sein. Zuerst hatte "Die Zeit" darüber berichtet und so schreibt es auch Rausch in einem offenen Brief an BMW, der dem Bayerischen Rundfunk heute von der Pressesprecherin des Landtags von Sachsen-Anhalt zugeschickt wurde.

Darin schreibt Rausch außerdem: "Soll künftig die politische Überzeugung eines Menschen darüber entscheiden, ob ein deutsches Unternehmen mit ihm Geschäftsbeziehungen unterhält?" Die BMW Group teilt auf BR-Anfrage nur mit, sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen zu äußern.

Persönliche Dienstwagen eher selten

Die Dienstwagenflotte von Landesregierung und Landtag in Sachsen-Anhalt besteht mehrheitlich aus Fahrzeugen der Marke BMW. In der Regel sind die Dienstwagen nicht persönlich zugeordnet und werden von mehreren Politikern und Beamten gemeinsam genutzt. Das Auto des Landtagspräsidenten ist da eine Ausnahme. Tobias Rausch kann zunächst noch den BMW seines Vorgängers Gunnar Schellenberger (CDU) nutzen.

Im November wird der Vertrag für dieses Landtagspräsidenten-Auto aber auslaufen. Dann muss sich Rausch nach einem neuen Auto umsehen.

Lobbycontrol begrüßt BMW-Entscheidung

Christina Deckwirth, Berliner Büroleiterin der Organisation "Lobbycontrol", sieht das Verhalten von BMW als positives Signal. Es sei wichtig, dass Industrie und Lobbyverbände Haltung zeigten, da sie wichtige Akteure in einer demokratischen Gesellschaft seien. Gleichzeitig kritisiert sie die Haltung der Autobauer auf europäischer Ebene. Hier gebe es eine Annäherung an die Rechten, in der Hoffnung auf eine Rücknahme des von der EU beschlossenen Verbrenner-Aus.

Tobias Rausch kündigt in seinem offenen Brief an, wenn BMW sein Angebot nicht erneuere, werde er auf Dienstwagenangebote anderer Hersteller zurückgreifen, notfalls auch auf sein Privatauto.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!