Bildcollage: Trump und Papst Leo vertreten unterschiedliche Ansichten
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Nach Trump-Kritik am Papst: Deutsche Bischöfe verweisen auf Rom

Nach Trump-Kritik am Papst: Deutsche Bischöfe verweisen auf Rom

Der Papst sei "schwach", und in Sachen Außenpolitik "schrecklich" - für seine Kritik am Kirchenoberhaupt erntet US-Präsident Trump Empörung, sogar im eigenen konservativen Lager. Die deutschen Bischöfe meiden es, sich zum Konflikt zu äußern.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es gibt Menschen, die von der Kommentarfunktion regen Gebrauch machen, ob online oder im echten Leben. Katholische Bischöfe gehören eher nicht zu dieser Sorte Mensch. In diesem Fall halten sich erst recht fast alle Würdenträger in Deutschland zurück: Zum Konflikt, den US-Präsident Trump durch persönliche Verbalattacken auf Papst Leo XIV. vom Zaun gebrochen hat, äußerte sich bislang kaum ein katholischer Würdenträger. Kein Wort vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer. Auf Anfrage heißt es von der Pressestelle der Bischofskonferenz, man werde den Vorgang nicht kommentieren, da sich bereits gestern der Papst selbst und die US-Bischöfe geäußert hätten.

Im Video: Trump versus Papst Leo XIV.

KI-generiertes Bild, das Donald Trump in den sozialen Medien verbreitete. Nach Kritik gelöscht.
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KI-generiertes Bild, das Donald Trump in den sozialen Medien verbreitete.

Kein Kommentar der bayerischen Bischöfe

Ähnlich reagieren auch die bayerischen Bischöfe: Papst Leo habe ja bereits direkt auf Trump reagiert, damit sei alles gesagt, lautet die Antwort vom Bistum Augsburg auf BR-Anfrage. Und auch aus München-Freising heißt es: Kardinal Reinhard Marx werde sich nicht dazu äußern, weil der Papst seine Position bereits deutlich gemacht habe.

Lediglich Bischof Stefan Oster aus Passau meldete sich gestern in den Sozialen Netzwerken zu Wort. Dort schreibt er: "Ich selbst bin über Trump nur mehr fassungslos und halte ihn tatsächlich schon seit seiner ersten Präsidentschaft für gefährlich – in vielerlei Hinsicht." Weiter begrüßt es Oster, dass der als Trump nahe stehend geltende Bischof Robert Barron aus Minnesota deutlich auf Distanz zum US-Präsidenten gegangen ist. In dem Zusammenhang wirft Bischof Oster die Frage auf, ob Barron als katholischer Bischof weiterhin in der Regierungskommission zur Religionsfreiheit mitwirken könne. Ob das "nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln", so Oster.

Katholiken-Ratsvorsitzende: "Niemand sollte schweigen"

Die Präsidentin des Zentralrats der deutschen Katholiken (zdK) Irme Stetter-Karp ist wenig überrascht von der Reaktion Trumps auf die Friedensappelle des Papstes. Sie schreibt auf Anfrage: "Papst Leo tut, was ein Papst tun muss – gerade jetzt. Er erinnert an die Bergpredigt Jesu und die darin enthaltenden Worte: 'Selig sind, die Frieden stiften.' Das macht den US-Präsidenten so wütend, dass er auf seine besondere Weise auf den Friedensappell des Papstes reagiert." Es sei klar, so Stetter-Karp, dass ein solch politisches Christentum der aktuellen US-Administration in die Quere komme. Christsein habe nun mal Konsequenzen, so die oberste Laienvertreterin. Ihr Appell: "Niemand von uns sollte schweigen zu dem, was da geschieht."

Trump legt nach: Der Papst "versteht es nicht"

In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" bekräftigt Trump seine Kritik am katholischen Oberhaupt Papst Leo XIV. und sagte: "Er versteht es nicht und sollte nicht über Krieg sprechen, weil er keine Ahnung hat von dem, was vor sich geht." Zuvor hatte Trump den Papst als "schwach", und in Sachen Außenpolitik als "schrecklich" bezeichnet.

Leo XIV. richtete bereits am Wochenende bei einem Friedensgebet eindringliche Worte an die Gläubigen. Ohne den Namen "Trump" zu erwähnen, machte der US-amerikanische Papst klar, was er von den kriegerischen Auseinandersetzungen hält: "Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes!", rief der Papst bei der Gebetswache im Petersdom aus. "Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!" Das katholische Oberhaupt forderte die Konfliktparteien zu Verhandlungen auf: "Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!", so der Papst vor rund 8.000 Menschen in der Basilika.

Ralf Borchard zum Schlagabtausch zwischen US-Präsident und Papst

Ralf Borchard, der Leiter der BR-Redaktion "Ausland und politischer Hintergrund" im Interview bei Moderatorin Sandra Rieß im BR24 TV
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Ralf Borchard, der Leiter der BR-Redaktion "Ausland und politischer Hintergrund" im Interview bei Moderatorin Sandra Rieß im BR24 TV.

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