Papst Leo XIV. spricht vor Pressevertretern
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Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will.
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Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will.

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Papst kontert Trump-Zorn: "Selig sind die Friedfertigen"

Papst kontert Trump-Zorn: "Selig sind die Friedfertigen"

Ein Papst, der sich gegen aktuelle Kriege und für Frieden ausspricht, ist erstmal nichts Ungewöhnliches. US-Präsident Trump fühlt sich durch die jüngsten Appelle von Leo XIV. dennoch provoziert. Am Papst prallt die Kritik des Staatsoberhaupts ab.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will. Zum Auftakt seiner bislang längsten Auslandsreise durch vier afrikanische Staaten sagte der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung."

Zuvor hatte ihm der US-Präsident vorgeworfen, eine "schreckliche" Außenpolitik zu betreiben. Offensichtlich hatte sich Leo mit seinen wiederholten Appellen für ein Ende der aktuellen Kriege den Zorn des Weißen Hauses zugezogen.

Leo XIV. in Richtung Trump: "Selig sind die Friedfertigen"

Auf dem Flug von Rom nach Algerien, der ersten Station seiner Afrika-Reise, entgegnete das Oberhaupt der katholischen Kirche dazu: "Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden." Leo äußerte sich bei einem Rundgang durch das Flugzeug, bei dem normalerweise nur einige freundliche Worte mit den mitreisenden Journalisten ausgetauscht werden.

Die Äußerungen des Papstes sind ebenso ungewöhnlich wie die öffentliche Kritik durch einen US-Präsidenten – zumal sich Trump und andere Mitglieder der US-Regierung immer wieder auf den christlichen Glauben berufen.

Ohne unmittelbar Bezug darauf zu nehmen oder gar Namen zu nennen, sagte Leo: "Ich glaube nicht, dass die Botschaft des Evangeliums dazu gedacht ist, so missbraucht zu werden, wie manche Menschen es tun." An anderer Stelle ergänzte er: "Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: 'Selig sind die Friedfertigen.'" Der Satz stammt aus der Bergpredigt. Zu Ostern hatten auch bayerische Bischöfe einen zunehmenden Missbrauch des Christentums verurteilt.

Verhältnis zwischen Trump und Leo XIV. gilt als angespannt

Auf der Plattform Truth Social schrieb Trump, Leo sei nur ins Amt gekommen, weil man gehofft habe, dass ein Papst aus den USA besser mit ihm umgehen könne. "Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan." Er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze, oder den Einsatz des US-Militärs gegen Venezuela schrecklich finde. Leo solle besser "gesunden Menschenverstand" benutzen.

Der nach wie vor unbelegte Vorwurf der USA, der Iran wolle Atomwaffen besitzen, war einer der Gründe für den US-israelischen Angriffskrieg auf das Land. Trump hatte in der vergangenen Woche für Entsetzen gesorgt, als er in einem Post auf Truth Social dem Iran mit dem Ende der Zivilisation gedroht hatte.

Der US-Präsident veröffentlichte auch ein mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstelltes Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt, der einen Kranken durch Handauflegen heilt. Trump ist dabei in rot-weiße Gewänder gekleidet, im Hintergrund fliegen Kampfflugzeuge durchs Bild, auf dem auch eine große US-Flagge zu sehen ist. Das Weiße Haus hatte schon in der Vergangenheit KI-generierte Bilder Trumps verbreitet, unter anderem eines, das ihn als Papst zeigt. 

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Post von Trump auf Truth Social

Leo XIV.: "Es ist Zeit für den Frieden!"

Erst am Wochenende hatte Leo zum wiederholten Male verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden – nicht nur in der Ukraine oder im Nahen Osten, sondern auch anderswo. An die Regierenden richtete er einen direkten Appell: "Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!" 

Das Verhältnis zwischen dem Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken und dem US-Präsidenten gilt bereits seit längerer Zeit als angespannt. Gleich nach seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres war Leo als "Anti-Trump" bezeichnet worden. Seither wird immer wieder über eine Reise des ersten US-Papstes in seine Heimat und auch nach Washington spekuliert. Einen Termin dafür gibt es bisher nicht. Der Vatikan stellte bislang nur klar, dass es dieses Jahr keinen solchen Besuch geben werde.

Mit Informationen von dpa, AFP

Im Video: Papst Leo XIV. ist zu seiner ersten Afrika-Reise aufgebrochen

Papst Leo XIV. schüttelt dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune die Hand.
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Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will.

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