Gestern noch gab es am Lech bei Kaufering einen Großeinsatz mit rund 120 Helfern. Heute scheint alles so, als wäre nichts passiert. Der großflächige Ölfilm auf der Wasseroberfläche des Flusses hat sich laut Behörden von alleine aufgelöst. "Die technische Gewässeraufsicht hat den kompletten Lechabschnitt zwischen Kaufering und Mandichosee abgefahren", teilte Dominikus Findler, der zuständige Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt, mit. Die Erkenntnis: Der Ölfilm, der sich noch einen Tag vorher mehrere Kilometer von Landsberg bis zur Staustufe bei Scheuring ausgebreitet hatte, ist plötzlich verschwunden.
- Zum Artikel: "Ölfilm auf dem Lech bei Landsberg"
Wie kann ein Ölfilm plötzlich verschwinden?
Wie das sein kann, ist unklar. Findler vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat zwei Theorien. Erstens: Der starke Regen am Abend könnte dafür gesorgt haben, dass sich das Öl stark verdünnt hat. Zweitens: Das Öl könnte die verschiedenen Staustufen im Fluss passiert haben, bevor die Feuerwehr dort die Ölsperren anbringen konnte – also schwimmende Wülste, die Verunreinigungen auf der Wasseroberfläche abfangen. Durch die Staustufen könnte der Ölfilm mit dem Wasser verwirbelt worden sein, so Findler. Dann sei die Belastung zwar weiterhin im Gewässer, sei aber nicht mehr mit dem bloßen Auge erkennbar. "Das macht es für uns schwierig, die Schadstellen zu erkennen, und macht auch eine Entnahme des Öls so gut wie unmöglich."
Bade-Warnung der Feuerwehr aufgehoben
Ursprünglich hatten die Behörden davon gesprochen, eine Spezialfirma zu beauftragen, um den Ölfilm von der Wasseroberfläche abzusaugen. Das sei nun aber nicht mehr erforderlich, so Findler. Trotzdem sei der Fall damit nicht abgeschlossen: Man habe bereits die Kollegen flussabwärts in Donauwörth informiert, wo der Lech in die Donau fließt. Dort beobachteten die Behörden nun die Lage, so Findler. Außerdem habe die Feuerwehr in Landsberg am Lech die Ölsperren vorsichtshalber im Fluss gelassen, falls sich doch nochmal Öl ansammeln sollte.
Laut dem Landratsamt in Landsberg am Lech ist die Warnung der Feuerwehr, die Lechstrände zu meiden und nicht baden zu gehen, mittlerweile wieder aufgehoben.
Ölunfall auf dem Lech: Starkregen hatte sein Zutun
Am Mittwochvormittag war die Freiwillige Feuerwehr Landsberg wegen eines mutmaßlichen Ölfilms auf dem Lech alarmiert worden. Wie sich herausstellte, flossen aus einem Rohr beim Lady-Herkomer-Steg große Mengen einer noch nicht definierten Flüssigkeit in den Lech. Die Ursache ist noch unklar. Festzustehen scheint aber zumindest so viel: Der Starkregen trug wohl dazu bei, dass das Öl im Lech landete. Laut Kreisbrandrat Christoph Resch kam das Öl aus einem Überlaufbauwerk, das wegen dem vielen Regen Wasser abfließen lassen musste.
Öl könnte negative Auswirkungen auf Fischfauna haben
Thomas Maisterl, Landkreisvorsteher für Landsberg am Lech beim Landesfischereiverband Bayern, äußerte nach der Ölpanne Sorge um die Flora und Fauna im Lech: Zwar habe man bislang noch keine toten Fische gesichtet, sagte Maisterl im Gespräch mit dem BR, aber: "Man kann davon ausgehen, dass die Ölmengen, die da offensichtlich in den Fluss gelangt sind, auch kleinsten Lebewesen im Fluss schaden." Diese Wasserinsekten seien Nahrungsgrundlage für die Fische, sodass von Beeinträchtigungen auf die Fischfauna auszugehen sei.
Um festzustellen, woher der Stoff kam, hat die Feuerwehr Landsberg jetzt eine Hotline eingerichtet und bittet Anwohner, sich mit Hinweisen zu melden. Die Telefonnummer lautet 08191 / 1284800.
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