Drei Männer vor der Radlsauna.
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Mit der mobilen Radl-Sauna zieht man an die angestrebte Wohlfühl-Location.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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Mit der mobilen Radl-Sauna zieht man an die angestrebte Wohlfühl-Location.

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Nachhaltig, mobil und heiß: Deutschlands erste Radl-Sauna

Nachhaltig, mobil und heiß: Deutschlands erste Radl-Sauna

Die erste Radl-Sauna Deutschlands kommt aus München: Jochen Ihle hat aus Holz eine vollwertige Sauna gebaut und auf einen Fahrradanhänger montiert. Die kann man auch mieten.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Die Radl-Sauna zieht man einfach mit dem Rad an die angestrebte Wohlfühl-Location – sei es ans Isarufer, in den Park oder in den eigenen Garten. Inspiriert wurde Jochen Ihle von der Fahrradwerkstatt "Gelber Esel" in Giesing zu seiner Erfindung durch einen Aufenthalt in Finnland.

Eine finnische Idee auf Münchner Rädern

Denn dort sind mobile Fass- und Autoanhänger-Saunen weit verbreitet, um an Orten mitten in der Natur schwitzen zu können. "Diesen Wunsch wollte ich auch für die Großstadt umsetzen. Deswegen das Fahrrad", beschreibt Jochen Ihle seine Motivation.

Buchen kann man die Radl-Sauna für den eigenen Garten, den Innenhof oder den Lieblingsplatz an der Isar. Vier Personen passen hinein, preislich liegt der Spaß bei rund 170 Euro pro Tag plus Anfahrtspauschale von fünfzehn Euro pro Kilometer. Ein Vorzelt mit Relax-Mobiliar gibt es auf Wunsch obendrauf. Brennholz, Eimer, Kelle und ätherische Öle liefert Ihle kostenlos dazu.

300 Kilo Leichtbau und viel Bürokratie

Sauna plus Anhänger bringen rund 300 Kilogramm auf die Waage – schieben geht gut, beim Ziehen empfiehlt der Erbauer klar ein Rad mit Motorunterstützung. Die Anlieferung an den gewünschten Standort übernimmt Ihle dann selbst.

Ganz so einfach, wie es aussieht, war der Weg zur Radl-Sauna aber nicht: Die Konstruktion musste leicht genug für den Hänger sein, gleichzeitig stabil und sicher – inklusive Schornstein, Ofen und Dämmung. Dazu kamen Fragen von Schornsteinfeger, Brandschutz und Versicherung, bevor die Sauna offiziell im Münchner Stadtbild auftauchen durfte.

An der Isar gilt eine einfache Faustregel: Wo Grillen erlaubt ist, ist auch Saunieren möglich – südlich der Brudermühlbrücke Richtung Flaucher ist die mobile Schwitzhütte damit in ihrem natürlichen Habitat unterwegs. "Dadurch, dass wir nur temporär hier stehen und mit dem Anhänger auch wieder wegfahren, haben wir keine Emissionen im Naturschutzgebiet", betont Jochen Ihle. Wer mutig genug ist, springt direkt nach dem Aufguss in die kalte Isar und bringt so seinen Kreislauf in Schwung.

Wärme gegen Großstadtstress

Die Radl-Sauna ist nicht nur Gag für Social Media, sondern auch Antwort auf den Münchner Dichtestress: Urbane Mobilität trifft entschleunigte Hitze. Im Vergleich zu einem teuren Wellness-Tempel liefert sie zwar keinen Luxus, dafür aber Holzbank, Ofen und Blick ins Freie – mitten im Grünen oder zwischen Mülltonnen und Fahrrädern im Hinterhof.

Für Ihle ist der perfekte Saunamoment irgendwo zwischen Eisbach und Abendrunde an der Isar – Hauptsache, nach dem Schwitzen wartet kaltes Wasser, egal ob Fluss oder Gartenschlauch. Und wer beim nächsten Isar-Spaziergang zwischen Joggern und Grills plötzlich einen dampfenden Anhänger sieht, weiß: Das ist nicht der nächste Foodtruck, sondern ein fröhlich schwitzendes Grüppchen in einer mobilen Outdoor-Sauna. Keine geniale Revolution, aber ein wunderbarer Ausdruck davon, wie man Stadterlebnis und Wellness kreativ verbinden kann.

Erweiterung ist bereits geplant

Bisher ist die Radl-Sauna vor allem für Junggesellenabschiede gut gebucht. Deswegen bastelt Jochen Ihle schon an einem Zusatzangebot: einem mobilen Whirlpool, den er ebenfalls mit dem Fahrrad ziehen kann. Um diesen zu betreiben, müsste er dann allerdings Wasser aus der Isar abpumpen.

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