Auf den ersten Blick sieht der Sessel des Startups Seroton aus Gunzenhausen aus, wie ein ganz normales Sitzmöbel. Aber der Sessel hat es in sich. Er soll die Menschen entspannen, die auf ihm Platz nehmen. Durch Fühlen und Hören. "Wir geben Ihnen Audioinhalte und wir streicheln Ihnen den Rücken, synchronisiert zum Inhalt. Sie hören also Wellengeräusche über die Kopfhörer und Sie spüren sie am Rücken", erklärt Nastasia Gläser, eine der Gründerinnen von Seroton. Mit Technik aus der Automobilindustrie entsteht die Bewegung im Sessel.
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Räume, Kontakte und Wirtschaftsförderung
Die Steuerung für den innovativen Sessel wird in Gunzenhausen gebaut, weil zwei ortsansässige Unternehmer das Startup in die Altmühlstadt geholt haben. Die Brüder Gebhardt stellen mit ihrer Firma unter anderem Räume für Startups bereit, unterstützen bei der Produktion und in Sachen Organisation.
Aber das reicht nicht, sagt Unternehmer Andreas Gebhardt. "Es lebt von den Kontakten zu anderen Unternehmen und Unternehmern, natürlich auch zu Kapitalgebern, zur Politik, zur Wirtschaftsförderung und zu guter Letzt natürlich auch zur Wissenschaft hier in der Region", findet Gebhardt.
Mit Startups die wirtschaftliche Struktur verbessern
Deshalb hat der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen das Netzwerk "Ecosystem" gegründet. Das soll die Region für Startups attraktiv machen, sagt Landrat Manuel Westphal (CSU). "Ein sehr wichtiger Industriebereich bei uns ist die Automobilzuliefer- und die Kunststoffindustrie. Das wird sie auch zukünftig sein. Aber auf mehreren Beinen steht es sich einfach besser und deswegen wollen wir gerade auch mit technologieoffenen, mit modernen Startups die wirtschaftliche Struktur weiter verbessern", so Landrat Westphal.
Zwei Startups pro Jahr
Diese Unterstützung, ein gutes Netzwerk und ein noch zu schaffender Regionalfonds sollen Startups vom ländlichen Raum überzeugen – auch wenn nicht jedes Startup durchstarten wird. Eine erste Erfolgsgeschichte soll das Startup Seroton werden. Die Verantwortlichen dort sind froh, Unterstützung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gefunden zu haben. Gerade in der Anfangsphase, wo noch wenig Gewinn zu machen ist. "Zeit ist für uns Geld – im wahrsten Sinne des Wortes – und wenn all diese notwendigen Tätigkeiten unterstützt werden, hilft es natürlich enorm, die ersten Schritte sehr schnell zu tun", findet Seroton-Mitgründer Markus Schwarz.
Ein erstes Ziel des Netzwerkes ist es, ein bis zwei junge Firmen pro Jahr in den Landkreis zu holen – und damit auch neue Arbeitsplätze zu schaffen.
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