Ein Strommast einer Überlandleitung steht in der Nähe eines Umspannwerks.
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Tennet plant den Bau von vier neuen Umspannwerken in Franken. (Symbolbild)
Bildrechte: dpa-Bildfunk/ Bernd Weißbrod
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Neubau von Umspannwerk: Widerstand gegen Tennet-Pläne

Neubau von Umspannwerk: Widerstand gegen Tennet-Pläne

Umspannwerke sollen die Rückspeisung von Strom aus Windrädern im ländlichen Raum erleichtern. Deswegen will Tennet im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim eine solche Station bauen. Eine Bürgerinitiative vor Ort wehrt sich gegen die Pläne.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Sie tragen gelbe Warnwesten mit der Aufschrift: "Nein zum Umspannwerk." Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Hohlweiler–Oberlaimbach – Nein zum Umspannwerk" haben sich auf den Wiesen zwischen Hohlweiler und Oberlaimbach versammelt, um zu zeigen, dass sie das vom Stromnetzbetreiber Tennet geplante Werk nicht haben wollen.

Denn das soll genau hier im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim nur wenige hundert Meter entfernt von ihren Häusern entstehen. "Ich habe Angst, dass das die Zukunft unseres Dorfs besiegelt", sagt Tim Ohlmann, der hier wohnt. "Ich glaub nicht, dass da noch viele junge Familien hinbauen werden, sondern dass unser Dorf konsequent ausstirbt."

Umspannwerk soll beim Transport von erneuerbarer Energie helfen

Tennet plant den Bau von vier neuen Umspannwerken in Franken. Vor allem auf dem Land wird immer mehr Strom durch Windräder und Photovoltaikanlagen produziert, der abtransportiert werden muss. Dafür brauche es solche Knotenpunkte. Das verstehen auch die Mitglieder der Bürgerinitiative, aber hier wollen sie so eine Anlage nicht haben. "Wenn dieses Werk einmal steht, dann wird uns ein lautes Brummen begleiten – und zwar Tag und Nacht", sagt die Sprecherin der Initiative, Renate Harbeit, im BR24-Gespräch.

Stromversorger muss Lärmschutz einhalten

Tennet hört diese Bedenken nicht zum ersten Mal. Das Unternehmen sei verpflichtet, die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm einzuhalten, so der Pressesprecher der Tennet GmbH, Markus Lieberknecht: "Wir nehmen nicht nur Richtwerte, die für Industriegebiete gelten, sondern die, die für reine Wohngebiete und nachts gelten." Außerdem plane das Stromversorgungsunternehmen, die Transformatoren einzuhausen und einen Wall mit Bepflanzung um das Umspannwerk herum anzulegen.

Bau am Alternativstandort sei "herausfordernder"

Die Bürgerinitiative hat Tennet einen Alternativstandort im knapp zehn Kilometer südöstlich entfernten Baudenbach vorgeschlagen. Tennet hat das nun über mehrere Monate geprüft und wird den Bürgern das Ergebnis noch in den kommenden Tagen vorstellen, so Pressesprecher Lieberknecht. "Vorab kann gesagt werden: Technisch ist es herausfordernder, weil wir die Querung der Eisenbahnstrecke Nürnberg–Würzburg haben und wir müssen die B8 queren." In dem Gebiet befänden sich auch sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Gebiete – also europäische Schutzgebiete.

Bürgermeister: "Habe wenig Hoffnung"

Der frisch gewählte Bürgermeister Theodor Schell (CSU) versteht die Ängste seiner Bürger zwar, sagt zu den Forderungen der Bürgerinitiative aber: "Ich persönlich habe wenig Hoffnung, weil ich davon ausgehe, dass der Übertragungsnetzbetreiber hier schaut, dass er möglichst kostengünstig diese Riesen-Umspannanlage errichtet."

Im Jahr 2031 will Tennet mit dem Bau des Umspannwerks beginnen, das eine Fläche von 26 Hektar einnehmen wird. Noch sei aber keine abschließende Entscheidung gefallen.

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