Gut dreieinhalb Stunden hat das spektakuläre Manöver gedauert, dann war die neue Donaubrücke bei Marxheim im Landkreis Donau-Ries auf der anderen Seite angekommen. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts Augsburg lief alles nach Plan. Die rund 900 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wurde am Donnerstagvormittag Zentimeter für Zentimeter über die etwa 100 Meter breite Donau geschoben. Insgesamt kostet das Projekt einschließlich der erforderlichen Straßenbauarbeiten rund 23,5 Millionen Euro.
Viele Schaulustige schauen von der alten Brücke zu
Hunderte Schaulustige beobachteten die Arbeiten von der alten Brücke aus. Einige waren bereits gegen 7 Uhr morgens gekommen, um sich einen guten Platz zu sichern. "So etwas gibt es natürlich ganz selten. Ein einmaliges Erlebnis", sagte eine Besucherin. Das Staatliche Bauamt informierte an einem Pavillon über das Bauprojekt. Die Freiwillige Feuerwehr Marxheim versorgte die Besucherinnen und Besucher mit Kaffee, Kuchen, Pommes, Currywurst und kalten Getränken. Zwischenzeitlich bildete sich vor dem Grill eine lange Schlange.
Ponton lässt die Donaubrücke schwimmen
Die neue Brücke ist 107,5 Meter lang und wurde mithilfe eines schwimmenden Pontons über den Fluss transportiert. Ein Ponton ist eine große, schwimmende Plattform. In diesem Fall trug sie einen Teil des Gewichts der Brücke und sorgte dafür, dass die Stahlkonstruktion über die Donau bewegt werden konnte. Fachleute sprechen dabei vom "Einschwimmen". Der Ponton samt Aufbauten wiegt selbst rund 88 Tonnen. Spezielle Transportplattformen am Ufer schoben die Stahlkonstruktion gleichzeitig langsam nach vorne.
Für das Staatliche Bauamt Augsburg war die Methode eine Premiere. "So ein Verfahren ist für uns im ganzen Amtsgebiet das erste Mal", sagte Rainer Christl vom Staatlichen Bauamt. Kurz vor 12 Uhr erreichte die Konstruktion schließlich das gegenüberliegende Ufer.
"Wir warten seit 25 Jahren darauf"
Auch für Marxheim ist der Brückenneubau ein besonderes Ereignis. Nach Angaben des Bürgermeisters beschäftigt das Projekt die Gemeinde seit Jahrzehnten. Erste Beratungen dazu habe es bereits im Jahr 2000 gegeben. "Wir warten ja schon 25 Jahre darauf", sagte er während der Aktion. Die alte Donaubrücke stammt aus dem Jahr 1953 und kann nicht mehr saniert werden. Bereits seit 2015 ist sie nur noch eingeschränkt befahrbar. Unter anderem wurde die Fahrbahn verengt, um die Belastung des Bauwerks zu reduzieren.
Neue Konstruktion kommt ohne Pfeiler im Fluss aus
Bei dem Neubau handelt es sich um einen sogenannten Netzwerkbogen aus Stahl. Anders als die alte Brücke benötigt die neue Konstruktion keinen Stützpfeiler in der Donau. Das soll vor allem bei Hochwasser Vorteile bringen. Äste, Bäume und anderer mitgeschwemmter Unrat können sich künftig nicht mehr an einem Pfeiler verfangen. Dadurch sinkt die Gefahr, dass sich das Wasser aufstaut und zusätzlichen Druck auf das Bauwerk ausübt.
Nach dem erfolgreichen Einschwimmen stehen weitere Arbeiten an. Die alte Brücke soll abgerissen und der Neubau anschließend an ihre Stelle verschoben werden. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die neue Donaubrücke Ende des Jahres für den Verkehr freigegeben werden.
Im Video: Brückenschlag über die Donau
Hunderte Schaulustige verfolgten das sogenannte Einschwimmen. Die alte Brücke wird 2027 abgerissen und die neue dann in die Lücke geschoben.
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