(Symbolbild) Angehörige von Hilfsorganisationen bei einer Veranstaltung.
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(Symbolbild) "Uniformtag": Nach dem Willen von CSU und Freien Wählern könnte er bald Realität werden.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
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(Symbolbild) "Uniformtag": Nach dem Willen von CSU und Freien Wählern könnte er bald Realität werden.

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"Note befriedigend": Ehrenamtliche sehen "Uniformtag" kritisch

"Note befriedigend": Ehrenamtliche sehen "Uniformtag" kritisch

Der Maler in Feuerwehrmontur und die Lehrerin in Sanitäterkleidung – nach dem Willen von CSU und Freien Wählern könnte das Realität werden: Einmal im Jahr, am Uniformtag, sollen Ehrenamtliche ihre Dienstkleidung im Job tragen. Wie denken die darüber?

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

"Nicht alle Helden tragen ein Cape, viele tragen Uniform." So erklärt Holger Dremel von der CSU den Vorstoß zum sogenannten Uniformtag. Seine Fraktion hat ihn zusammen mit den Freien Wählern in den Landtag eingebracht. Per Dringlichkeitsantrag, kurz vor der Sommerpause. Mehr Sichtbarkeit für Feuerwehr, Sanitäter, Soldaten, THWler und viele mehr, soweit die Theorie. Aber wollen diese Helden ihr sinnbildliches Cape überhaupt zur Schau stellen?

Kreisbrandrat: Nur wenige würden sich beteiligen

"Ich glaub, an so einem Uniformtag würde wirklich ein ganz ganz kleiner Teil der Einsatzkräfte mitmachen. Wirklich im einstelligen Prozentbereich", sagt Christoph Gasteiger. Der CSUler ist Bürgermeister in der oberbayerischen Gemeinde Moorenweis und Kreisbrandrat bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er selbst würde der Idee zum Uniformtag die Schulnote "befriedigend" geben. Dabei stammt sie von seiner eigenen Partei.

Aus den Reihen der Feuerwehrler höre er, dass viele mit der Idee fremdeln würden, die Uniform im Büro zu tragen, so Gasteiger. Ihm selbst geht es nicht anders: "Wenn ich an meinen Job als Bürgermeister denke und ich Bürgergespräche führe, glaube ich, irritiert das den Bürger auch, wenn ich in Feuerwehruniform da stehe." Der Landesfeuerwehrverband Bayern teilt auf BR24-Anfrage mit, die konkrete Ausgestaltung eines solchen Tages bedürfe "sicherlich noch einer begleitenden Konkretisierung".

BRK sieht Konflikt mit internen Regeln

Kritik kommt auch vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Streng genommen widerspricht der Uniformtag den internen Regeln des BRK: Dienstkleidung darf nur im Dienst getragen werden. Denn mit ihr würden Menschen bestimmte Erwartungen verbinden, erklärt BRK-Geschäftsführer Robert Augustin: "Sie zeigt der Bevölkerung: Hier ist das Rote Kreuz, wir helfen. Und da entsteht unter Umständen eine Erwartungshaltung, die wir vielleicht ohne zusätzliche Ausrüstung und Equipment, was wir für gewöhnlich ja mitführen, ja gar nicht erfüllen können. "

Die Vorstellung, dass ehrenamtliche Sanitäter auf dem Weg zur Arbeit angesprochen werden könnten – dann aber gar nicht in der Lage seien, Hilfe zu leisten –, treibt auch Marlon Petersen-Zipf um. Der Notfallsanitäter aus Bamberg berichtet auf seinem Instagram-Kanal "Ebrantil" auf humorvolle Weise über seine Einsätze. Viele seiner Follower sind Ehrenamtliche. In den Kommentarspalten unter einem Post zum Uniformtag gab es rege Diskussionen. Aber auch konkrete Vorschläge, was anstelle eines Uniformtages helfen würde: ein angemessener Verdienstausfall bei Einsätzen, die Finanzierung der Ausbildung oder vielleicht sogar einen Rentenpunkt für alle Ehrenamtlichen. Mehrere erwähnen, dass es endlich einen Helferausgleich geben müsse, also gleiche Rechte für Ehrenamtliche bei Feuerwehr und BRK.

THW: Ehrenamtlichen geht es vor allem darum, zu helfen

Beim Technischen Hilfswerk in Bayern (THW) habe es intern nicht so viele Diskussionen gegeben, sagt die THW-Sprecherin und ehrenamtliche Fachberaterin Annelie Schiller. Das Bestreben, das Ehrenamt sichtbarer zu machen, findet sie grundsätzlich gut. Allerdings sei die Wertschätzung auf dieser Ebene für viele THWler vermutlich gar nicht nötig. "Man muss sich auch überlegen: Warum engagieren sich Menschen ehrenamtlich im THW? Ich persönlich mache das ja auch nicht, um eine Außendarstellung zu haben, sondern es geht darum, in Krisen helfen zu können und Menschen in Not helfen zu können."

Hat sich die Politik genug mit den Helfern abgestimmt?

Offen bleibt die Frage, ob sich die Politik vor dem Dringlichkeitsantrag ausreichend mit Helferorganisationen ausgetauscht hat. Vom BRK etwa heißt es, man sei von dem Vorstoß überrascht worden und verwundert, warum niemand vorab das Gespräch gesucht habe.

Roland Weigert von den Freien Wählern widerspricht auf BR24-Anfrage: "Im Vorfeld zur Formulierung des Uniformtages habe ich viele Gespräche mit Hilfsorganisationen geführt – die Resonanz war überwiegend positiv." Und Holger Dremel (CSU) teilt mit, zum Thema Helferausgleich sei Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits mit den Organisationen im Gespräch. Auf die Kritik der Ehrenamtlichen reagiert er pragmatisch: "Letztendlich wird es freiwillig bleiben und wer keine Uniform am Uniformtag tragen will oder kann oder darf, der muss es letztendlich auch nicht tun."

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