Nach der deutlichen Wutrede von FC Bayerns Sportvorstand Max Eberl zu den Plänen Gianni Infantinos, Anteile an der WM künftig an Investoren verkaufen zu wollen, äußerte sich nun auch Uli Hoeneß. Am Rande des wie erwartet hohen Testspielsieges (15:0) gegen den FC Rottach-Egern pflichtete der Ehrenpräsident Eberl bei.
Uli Hoeneß hat "sehr starke Meinung"
"Ich habe mitgekriegt, dass er es sehr stark kritisiert hat. Und damit kann ich gut leben", sagte Hoeneß. Er selbst habe "eine spezielle, sehr starke Meinung" zu diesem Thema, wollte sie aber noch nicht bekannt geben. Allerdings ließ Hoeneß deutlich durchblicken, dass er sich gegen die Pläne Infantinos stellt.
Auf einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstagnachmittag hatten alle 55 Nationalverbände der UEFA ein Boykott aller FIFA-Turniere für den Fall beschlossen, dass Infantino seinen Investoren-Deal durchdrückt. Ein paar Stunden später stärkte Hoeneß den Europäern den Rücken.
"Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten"
"Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind", sagte der 74-Jährige, "denn einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten." Außerdem glaubt er nicht, dass Infantino mit seiner Idee Erfolg haben wird: "Wenn die Europäer sich wirklich einig sind und wenn sie konsequent daran arbeiten, wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen. Wenn er Fidschi-Inseln gegen Kap Verde bei der WM haben will, dann kann er es haben."
Auch Jonathan Tah stellte sich nach dem Testspielsieg der Frage nach seiner Meinung zu der Reaktion der UEFA. Zwar wollte er sich noch Gedanken über das Thema machen, doch sei er grundsätzlich "immer ein Fan" davon, klare Haltung zu zeigen, seine Meinung zu sagen und sich nicht zu verstecken.
Video: Jonathan Tah nach dem 15:0-Testspielsieg gegen FC Rottach-Egern
Jonathan Tah beim Testspiel gegen den FC Rottach Egern
Hoeneß stärkt Eberl den Rücken
Auch zur Zukunft von Sportvorstand Max Eberl äußerte sich Hoeneß am Tegernsee. Die Chancen, dass Eberl über seinen bis 2027 laufenden Vertrag hinaus beim FC Bayern arbeiten werde, bezifferte der Ehrenpräsident aktuell auf "100 Prozent". Noch vor wenigen Wochen hatte Hoeneß die Situation deutlich zurückhaltender mit "60:40" bewertet. Mehr zur bemerkenswerten Rückendeckung für Eberl lesen Sie hier.
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"Totgelacht": Hoeneß bekräftigt Verbleib von Offensiv-Trio Olise, Kane & Diaz
Zum anderen wird das gefürchtete Offensiv-Trio Michael Olise, Harry Kane und Luis Díaz definitiv beim FC Bayern bleiben. Über die Transfergerüchte rund um den Franzosen Olise habe Hoeneß sich "totgelacht" und kurz nachgesehen, wie lange sein Vertrag geht. "Drei Jahre. Das ist für mich überhaupt kein Thema. Da könnte jetzt der Kaiser von China kommen und wir würden mit ihm nicht mehr reden."
Der Rekordmeister sei in der "glücklichen Lage, mit Díaz, Kane und Olise das beste Trio der Welt zu haben", betonte Hoeneß. Die Münchner müssten "ja mit dem Klingelbeutel geschlagen sein, wenn man auch nur darüber nachdenken würde, einen von ihnen zu verkaufen."
Asien-Tour und Test gegen Aston Villa
Mit einem gut gelaunten Ehrenpräsidenten, vielen Toren und Sonnenschein beendete der FC Bayern also sein Trainingslager am Tegernsee und richtet den Blick nun auf die bevorstehende Asien-Tour. Am Samstag reist die Mannschaft von Vincent Kompany ab. Am Dienstag testet das Team in Südkorea gegen den Jeju SK Football Club und drei Tage später in Hongkong gegen Europa-League-Gewinner Aston Villa. Dieser letzte Test wird vermutlich der erste größere Prüfstein für den Rekordmeister sein.

