Symbolbild: Zahlreiche Rosen liegen während einer Gedenkveranstaltung  auf einer Gedenkstätte.
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Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus
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Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus

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Nürnberg: Holocaust-Gedenken in der Stadt der Reichsparteitage

Nürnberg: Holocaust-Gedenken in der Stadt der Reichsparteitage

In Nürnberg wird der Opfer des Holocaust gedacht. Mit dabei ist auch ein bekannter Filmproduzent, dessen Familiengeschichte Auschwitz-Überlebende und Naziverbrecher vereint. Den Gedenkakt überträgt BR24 live.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Es war ein systematisches Vorgehen: Die Nazis deportierten und ermordeten fast sechs Millionen Juden in Europa. An die Opfer erinnert der Bayerische Landtag in Nürnberg verbunden mit der Mahnung an die Gesellschaft, derartiges Unrecht nie wieder zuzulassen.

Der Live-Stream startet um 9.50 Uhr. Auch das Bayerische Fernsehen überträgt die Veranstaltung live.

Opfer und Täter in einer Familie

Bei der Veranstaltung wird auch der deutsche Filmproduzent Martin Moszkowicz sprechen, der unter anderem die Kinofilmreihe "Fack ju Göhte" produziert hat. Moszkowicz ist Sohn eines Auschwitz-Überlebenden und Enkel eines Naziverbrechers.

Sein Vater, der Regisseur Imo Moszkowicz, konnte nicht rechtzeitig vor den Nazis fliehen. Er wurde mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Auschwitz gebracht. Von der Familie überlebte nur Imo Moszkowicz das Konzentrationslager. Er ging später nach Argentinien und lernte dort seine zukünftige Frau kennen, die Tochter von Armin Dadieu, einem ranghohen SS-Offizier in Österreich. Eine ungewöhnliche Familiengeschichte, anhand derer Jahrzehnte deutscher Geschichte greifbar wird.

Nürnberg: Stadt der Reichsparteitage und der Menschenrechte

Auch Nürnberg als Gedenkort ist bewusst gewählt: Der Stadt kam im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle zu. Die Nazis hielten in Nürnberg ihre Reichsparteitage ab und verabschiedeten in der Stadt 1935 die "Nürnberger Gesetze". Darin schrieben sie die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung fest – die Vorstufe des Holocaust.

Nach dem Zweiten Weltkrieg standen führende Nazi-Größen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nürnberg vor Gericht. Die Stadt wurde zum Symbol für die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen und Ausgangspunkt für das internationale Völkerstrafrecht. Heute steht Nürnberg wie keine zweite Stadt für Erinnerung, Aufklärung und Menschenrechte.

BR24 auf Instagram: Gedenken an NS-Opfer in Nürnberg

Kranzniederlegung an ehemaliger Synagoge

Das Gedenken des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten findet im historischen Rathausaal der Stadt Nürnberg statt, ganz in der Nähe der ehemaligen Hauptsynagoge in Nürnberg. 1938 zerstörten die Nazis das Gotteshaus. Ein Gedenkstein erinnert an den einstigen Standort.

Dort wollen Landtagspräsidentin Ilse Aigner, der Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, Karl Freller, und Nürnbergs Oberbürgermeister, Marcus König (alle CSU) einen Kranz niederlegen, ehe sie die Gedenkveranstaltung im Rathaus eröffnen werden. Auch Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, des bayerischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma und des Internationalen Lagerkomitees Dachau werden erwartet.

Hintergrund: Holocaust-Gedenken

Rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar finden in zahlreichen Städten Gedenkveranstaltungen statt, um an die Millionen Menschen zu erinnern, die unter der Nazi-Herrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Bundespräsident Roman Herzog führte den Holocaust-Gedenktag 1996 in Deutschland ein. 2005 erklärte die UNO den 27. Januar zum internationalen Gedenktag.

Im Video: Gedenkveranstaltung in Nürnberg

Blick auf die Bühne und das Publikum der Gedenkveranstaltung in Nürnberg.
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Gemeinsam mit der "Stiftung Bayerische Gedenkstätten" hat der Bayerische Landtag an die Opfer des Holocaust erinnert.

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