Luftbildaufnahme der Oberpfälzer Alb im Januar 2026.
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Oberpfalz im Tiefkühlmodus: Frost wie seit 2012 nicht mehr

Oberpfalz im Tiefkühlmodus: Frost wie seit 2012 nicht mehr

Der Winter macht seinem Namen heuer alle Ehre. Es gibt geschlossene Schneedecken und Frost über einen längeren Zeitraum. Dennoch ist er bisher zu trocken. Das hat unterschiedliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

"Das hatten wir seit 2012 nicht mehr", blickt Jürgen Festbaum vom Wasserwirtschaftsamt Weiden auf seine Daten: Einen Winter mit so einer langen Frostperiode und geschlossener Schneedecke. Die Böden sind flächendeckend in der Oberpfalz zwischen Waldershof und Kallmünz tief gefroren, darüber liegt Schnee – hier weniger, dort mehr.

Hochwasser vs. Niedrigwasser

Das bietet derzeit allerdings Potenzial für Hochwasser, sagt der Experte. Nämlich dann, wenn die Temperaturen relativ schnell steigen und weiterer Niederschlag von oben kommt. Dann können die gefrorenen Böden das Wasser nicht aufnehmen. Das würde auch den Grundwasserpegeln nicht guttun.

Flächendeckend herrscht derzeit nämlich Niedrigwasser, aufgrund des niederschlagsarmen Jahres 2025. Schleicht sich der Frühling also langsam ein, kann der Schnee langsam in den auftauenden Böden versickern und in tiefere Schichten vordringen. Die sinkenden Grundwasserpegel haben sich durch das feuchte Jahr 2024 zwar etwas erholt – auf niedrigem Niveau –, doch das niederschlagsarme Jahr 2025 drehe die Tendenz bereits wieder in die andere Richtung.

Vorsicht im Wald

Insgesamt sei der Winter bisher viel zu trocken, sagen auch die Bayerischen Staatsforsten. Die Wasserversorgung der Böden nehme deutlich ab, reiche derzeit aber noch aus, so ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten.

Im Wald nutzt man die gefrorenen Böden und den Winter für Holzarbeiten. Holzernte und Transport seien bei dieser Witterung gut. Schneebruch gebe es kaum, auch die Schneebruchgefahr sei gering, weil der Schnee nicht sehr nass und schwer ist. Spaziergänger sollten dennoch mit Vorsicht im Wald unterwegs sein.

Schnee und Frost – Landwirte hoffen auf weniger Schädlingsbefall

In der Landwirtschaft empfindet man den Winter heuer auch positiv. Die gefrorenen Böden und die darüber liegende Schneedecke isolieren Winterkulturen im Boden wie Winterweizen oder Wintergerste. Außerdem sorgt der durchgehende Frost für eine Strukturverbesserung vor allem von schweren Böden und weniger Schädlingsbefall, so Mathias Beutner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden.

Auch er hofft auf einen einschleichenden Frühling, damit das Wasser, das derzeit noch in Schnee gebunden ist, langsam in die Tiefen der Böden vordringen könne. Das würde die Böden sättigen, selbst wenn das Frühjahr sehr warm würde.

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