Die Zahl der Toten infolge des verheerenden Wintersturms in den USA steigt weiter. Mindestens 22 Menschen sind bisher ums Leben gekommen, wie die New York Times berichtet. Andere US-Medien melden noch höhere Opferzahlen: Die Zeitung USA Today schrieb, mindestens 34 Menschen seien seit Freitag gestorben. Allerdings können nicht all diese Todesfälle zweifelsfrei auf das Extremwetter zurückgeführt werden, mehrere Fälle werden noch untersucht. Nach Angaben der Behörden starben einige Menschen an Unterkühlung, andere beim Versuch, Schnee zu räumen.
Stromausfälle dauern an
Noch immer sind mehr als eine halbe Million Stromkunden von Ausfällen betroffen, wie das Portal poweroutage.us in der Nacht zu Dienstag meldete. Die Übersichtsseite trägt die Daten von Energieversorgern zusammen. Eis und Wind könnten weitere Stromleitungen zum Brechen bringen, warnen US-Medien. Ein Problem für die Energieversorgung ist die Last des Schnees und Eises auf den oberirdischen Leitungen. Auch umknickende Bäume können die Versorgung unterbrechen.
Temperaturen von bis zu minus 45 Grad
Die Kaltfront zog am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA. Bundesstaaten von Texas über North Carolina sowie die Ostküstenstädte Washington und New York waren betroffen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In nördlichen Bundesstaaten wurde vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen gewarnt. Sogar in Teilen Floridas könnte es kälter als sonst werden.
Mit den eisigen Temperaturen gehen auch starke Schneefälle einher. "Die Auswirkungen von Schnee und Schneeregen werden bis weit in die kommende Woche anhalten", erklärte der NWS. Der Wetterdienst warnt vor potenziell "katastrophalen" Folgen. Einige Meteorologen sprechen sogar von einem der heftigsten Wintereinbrüche der vergangenen Jahrzehnte. Die Menschen sollen sich auf längere Einschränkungen im Alltag einstellen.
Trump: "Was ist mit der Erderwärmung passiert?"
Die Kaltfront zieht seit Samstag über weite Teile der USA, Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte im Vorfeld vor einem "historischen Wintersturm" gewarnt. Die Meteorologen gehen davon aus, dass mindestens 160 Millionen Menschen, rund die Hälfte der Bevölkerung, betroffen sein werden.
US-Präsident Donald Trump mahnte die Bürgerinnen und Bürger zu Vorsicht. "Bleiben Sie sicher und bleiben Sie warm", erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump nahm den heftigen Wintereinbruch zudem zum Anlass, erneut seine Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu äußern: "Könnten die Klima-Aufrührer mir bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?", schrieb er.
Die extreme Wetterlage in den USA wird ausgelöst durch eine Verformung des Polarwirbels, dadurch gelangt kalte Luft von der Arktis nach Süden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das gehäufte Auftreten dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.
Mit Informationen von dpa und AFP
Im Audio: Wintersturm in den USA
Stromausfälle und Verkehrschaos nach Wintereinbruch in den USA
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