In Bayern führen viele Flüsse derzeit so wenig Wasser wie noch nie: So hatte die Isar bei Plattling am Samstag den niedrigsten Pegel seit Beginn der Aufzeichnungen, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt meldet. Ähnlich dramatisch sieht es am Weißen Regen bei Kötzting aus. Einen neuen Niedrigstwert gibt es auch an der Günz bei Waldstetten. Der Wasserstand der Donau ist in Bayern noch bei niedrig bis sehr niedrig.
AKW an der ungarischen Donau wird abgeschaltet
Gravierende Probleme gibt es auch donauabwärts in Ungarn. Dort zeichnet sich eine Energiekrise ab, weil das einzige Atomkraftwerk des Landes wegen Kühlwassermangels zum ersten Mal überhaupt auf Null heruntergefahren werden muss. Am frühen Sonntagmorgen sei einer der letzten beiden Reaktoren des Kernkraftwerks in Paks zunächst auf 240 Megawatt Leistung heruntergefahren worden, wie Ungarns Regierungschef Peter Magyar auf X mitteilte.
Am Montag werde das AKW "erstmals seit 44 Jahren" vollständig abgeschaltet werden. Es deckt übers Jahr gerechnet 40 Prozent des ungarischen Strombedarfs. Da die aktuelle Hitzewelle noch andauert schrieb Magyar auf auf Facebook: "Uns stehen die fünf kritischsten Tage bevor."
Deutsche Flüsse: vielerorts niedrige Wasserstände
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) führen deutsche Flüsse derzeit an vielen Stellen Niedrigwasser. Regenschauer lassen die Wasserstände nur kurz steigen. "Insgesamt überwiegt die weiterhin sinkende Tendenz", heißt es in einem Bericht.
Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen. In Köln wurde am Samstagmittag der niedrigste Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen: 67 Zentimeter – zwei Zentimeter weniger als im Oktober 2018.
Öfter Niedrigwasser durch Klimawandel
Niedrigwasserphasen sind Experten zufolge nicht ungewöhnlich, treten aber normalerweise erst im Spätsommer und Herbst auf. Wenig Regen und hohe Temperaturen lassen unter anderem Wasserstände sinken. Laut Bundesanstalt für Gewässerkunde führt der Klimawandel langfristig dazu, dass Niedrigwasserereignisse intensiver werden, weil mehr Wasser verdunstet.
Mit Informationen von AFP und dpa
Im Video: Flusskreuzfahrten: Donau-Niedrigwasser macht Probleme
Flusskreuzfahrten: Donau-Niedrigwasser macht Probleme
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