Blaue Kartons mit der Aufschrift "Playmobil" stapeln sich auf einem Tisch. Dahinter sitzen Frauen an Werkbänken.
Blaue Kartons mit der Aufschrift "Playmobil" stapeln sich auf einem Tisch. Dahinter sitzen Frauen an Werkbänken.
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Playmobil schließt sein Werk in Dietenhofen. Es gab viel Kritik. Jetzt schlagen das Unternehmen und der Betriebsrat versöhnliche Töne an.
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Playmobil schließt sein Werk in Dietenhofen. Es gab viel Kritik. Jetzt schlagen das Unternehmen und der Betriebsrat versöhnliche Töne an.

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Playmobil: Sozialplan für Werksschließung in Dietenhofen steht

Playmobil: Sozialplan für Werksschließung in Dietenhofen steht

Ende Juni schließt das Playmobil-Werk in Dietenhofen, 350 Beschäftigte verlieren ihre Jobs. So viel Kritik es anfangs dafür gab – jetzt schlagen das Unternehmen und der Betriebsrat versöhnliche Töne an.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Klarheit für die Playmobil-Beschäftigten, die von der angekündigten Werksschließung in Dietenhofen im Landkreis Ansbach betroffen sind: Der Hersteller der Spielfiguren, die Horst Brandstätter Group, und die Arbeitnehmervertreter haben sich auf einen Interessensausgleich und einen Sozialplan geeinigt. Das hat das Unternehmen mit Sitz in Zirndorf (Lkr. Fürth) am Freitag mitgeteilt. Beide Seiten zeigen sich mit dem erzielten Kompromiss zufrieden.

Der Playmobil-Hersteller hatte im Februar angekündigt, sein Werk in Dietenhofen zu schließen. 350 Beschäftigte verlieren bis Ende Juni ihre Jobs. Die Horst Brandstätter Group hatte die Entscheidung mit gestiegenen Produktionskosten in Deutschland begründet. Fakt ist aber auch: Das Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste.

Abfindungen, Transfergesellschaft und Weiterqualifizierung

Das Ergebnis der Verhandlungen: Man habe sich auf "Abfindungsregelungen für die 350 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Einrichtung einer Transfergesellschaft und Angebote zur Qualifizierung, Weiterbildung und beruflichen Neuorientierung" geeinigt, heißt es in einer Pressemitteilung der Horst Brandstätter Group. Gemeinsam mit dem Betriebsrat habe man eine "tragfähige Lösung für die anstehenden Veränderungen erzielt", so das Unternehmen. "Uns ist bewusst, dass die vereinbarten Maßnahmen den Verlust von Arbeitsplätzen nicht ausgleichen können. Unser aller Bestreben war es deshalb, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um den Beschäftigten direkte Hilfe bieten und neue Perspektiven in der herausfordernden Situation eröffnen", so Playmobil-Personalchefin Anna Freyberger.

Erst verhärtete Fronten, jetzt versöhnliche Töne bei Playmobil

Auffällig ist, dass sowohl das Zirndorfer Unternehmen als auch der Betriebsrat versöhnliche Töne anschlagen. Man sei sich "bewusst, dass die geplante Werksschließung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit erheblichen persönlichen Einschnitten verbunden ist", steht in der Mitteilung der Horst Brandstätter Group. Unisono ist von "konstruktiven und zügig geführten Gesprächen" die Rede.

Auch der Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich zeigte sich mit dem gefundenen Kompromiss zufrieden. Es sei hart verhandelt worden. Am Ende hätten beide Seiten "Federn lassen" müssen. Die Einigung sei ein "gutes Ergebnis", so Ulbrich. Im Vorfeld war der Ton dagegen deutlich rauer. Die Gewerkschaft IGBCE hatte die Werksschließung bei Bekanntwerden der Pläne massiv kritisiert. Erst am Dienstag gab es eine Protestaktion unweit der Konzernzentrale in Zirndorf.

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