Jemand raucht gerade eine E-Zigarette.
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Der Konsum von "Baller-Liquids" kann schwere oder zum Teil sogar lebensgefährliche gesundheitliche Folgen haben.
Bildrechte: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
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Der Konsum von "Baller-Liquids" kann schwere oder zum Teil sogar lebensgefährliche gesundheitliche Folgen haben.

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Krampfanfälle und Psychosen: Polizei warnt vor "Baller-Liquids"

Krampfanfälle und Psychosen: Polizei warnt vor "Baller-Liquids"

Der Konsum von "Baller Liquids" kann schwere Folgen haben. Laut Polizei könne es zu Krampfanfällen oder Psychosen kommen. In Franken wurden neun Männer verhaftet, die die Substanz an Minderjährige verkauft haben sollen. Die Stadt Hof reagiert.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

In Oberfranken sind neun Verdächtige festgenommen worden: Sie stehen in Verdacht, mit chemisch veränderten, berauschenden Flüssigkeiten für E-Zigaretten und Vapes gehandelt zu haben.

Vorwurf: "Baller-Liquids" auch an Minderjährige verkauft

Es handelt sich um Jugendliche und Männer zwischen 15 und 29 Jahren. Sie würden verdächtigt, die als "Baller-Liquids" oder "Zombie Liquids" bekannten Stoffe auch an Minderjährige verkauft zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Alle neun Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft.

Bei "Baller Liquids" handelt es sich um Substanzen, die oft als bunte Flüssigkeiten in Fläschchen ohne Kennzeichnung verkauft würden. In Oberfranken sei bereits in mehr als 100 Fällen deswegen verhandelt worden. Laut Staatsanwaltschaft und Polizei sei die Stadt Hof dabei der Schwerpunkt. Was den Wirkstoff anbelangt, handle es sich zumeist um stark dosierte, künstliche Stoffe. Sie verursachen ähnliche Folgen wie der Cannabiswirkstoff THC, also Enthemmung und Halluzinationen.

Stadt Hof reagiert auf Verbreitung synthetischer Drogen

Als Reaktion auf die polizeilichen Ermittlungen hat die Stadt Hof ein Bündel an Maßnahmen angekündigt. Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) betonte, die Verbreitung der synthetischen Drogen sei "besorgniserregend und eine echte Gefahr".

Döhla kündigte an, die Pläne für eine Videoüberwachung am Hofer Sonnenplatz nun "fokussiert" voranzutreiben. Der Stadtrat hatte hierfür im Januar 2026 die rechtliche Grundlage geschaffen. "Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum haben höchste Priorität", so die Oberbürgermeisterin. Zudem werde der Kommunale Ordnungsdienst seine Präsenz an bekannten Schwerpunktbereichen verstärken.

Parallel dazu sollen Präventionsangebote ausgebaut werden. Geplant ist eine gemeinsame Aufklärungskampagne mit der Polizei. Strategisch setze die Stadt darauf, Jugendlichen "Angebote zu machen, die eine drogenfreie Freizeitgestaltung ermöglichen", sagt Döhla. Sie verwies auf einen Zuwachs von zehn Prozent bei Kindern in den 50 Sportvereinen der Stadt und appellierte an die Gesellschaft: "Es ist letztlich unsere gemeinsame Aufgabe als ganze Gesellschaft junge Menschen hiervor zu schützen."

Lebensgefährliche gesundheitliche Folgen möglich

Der Konsum von "Baller-Liquids" kann schwere oder zum Teil sogar lebensgefährliche gesundheitliche Folgen haben. Laut Polizei könne es etwa zu Herzrasen, Krampfanfällen, Angst- und Panikattacken, Wahnvorstellungen oder Psychosen kommen. Bei Konsumenten seien mehrfach medizinische Notfallbehandlungen nötig geworden.

Derartige Liquids seien speziell bei Jugendlichen beliebt, da sie in handelsüblichen E-Zigaretten oder Vapes verdampft werden könnten. Doch: Es ist per Gesetz verboten, sie zu verkaufen und zu besitzen. Außerdem dürften Minderjährige ohnehin weder E-Zigaretten noch Vapes nutzen.

Die Polizei appelliert an die Eltern, ihre Kinder über Gefahren von Drogenkonsum aufzuklären, insbesondere auch was E-Zigaretten anbelangt. Wenn jemand nach dem Verdampfen von Liquids Symptome wie Übelkeit, Angstzustände oder Herzrasen bemerke, solle er oder sie sofort ärztliche Hilfe suchen.

Mit Informationen von dpa

Dieser Artikel ist erstmals am 03.02.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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