Es ist guter Stoff für eine Frankenposse: Der Bezirk Mittelfranken hat vor einigen Wochen angekündigt, dass er eine weitere Strophe fürs Frankenlied suchen will. Denn Mittelfranken fühle sich bei der inoffizielle Hymne der Franken unterrepräsentiert. Kurzerhand wurde ein Wettbewerb ausgerufen. Auch Ministerpräsident Markus Söder, quasi als oberster Mittelfranke in Bayern, findet die Idee gut und soll die endgültige Entscheidung über die neue Strophe fällen. Doch nun gibt es Gegenwind aus Oberfranken.
Gegenwind aus Oberfranken
Der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU) hat dem Ansinnen des Bezirks Mittelfranken eine klare Absage erteilt. "Der Text des Frankenliedes wurde im heutigen Landkreis Lichtenfels verfasst und gerade deshalb haben wir auch eine besondere Verantwortung", wird Meißner in einer Mitteilung des Landratsamts zitiert.
Die im Jahr 1859 verfassten sechs Strophen seien seit vielen Jahrzehnten die Landeshymne aller Franken: "Hymnen haben einen Schutzstatus, man verändert diese nicht. Wir Oberfranken kommen ja auch nicht auf die Idee, die Bayern-Hymne um eine weitere Strophe zu ergänzen, nur weil wir der Meinung sind, dass es gerade an der Zeit wäre."
Söder soll über Strophe entscheiden
Hintergrund ist der Vorstoß des mittelfränkischen Bezirkstagspräsidenten Peter Daniel Förster (CSU), der im Frankenlied vor allem Ober- und Unterfranken, nicht aber Mittelfranken abgebildet sieht. Der Bezirk hatte deshalb eine Mitmach-Aktion gestartet, bei der Bürgerinnen und Bürger bis Ende Januar Vorschläge für eine weitere Strophe einreichen konnten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Vorschlag am Rande eines Termins als "schöne Idee" begrüßt, da Mittelfranken in der Hymne "in der Tat" zu kurz komme.
Söder soll auch mitentscheiden, welcher der mehr als 300 eingereichten Vorschläge der Frankenhymne hinzugefügt werden soll. Auch hierzu nimmt der Lichtenfelser Landrat Stellung: "Einen besonderen Geschmack bekommt das Ganze, wenn der Bayerische Ministerpräsident, der ja bekanntlich ein Mittelfranke ist, der Jury für die neue mittelfränkische Strophe vorsteht."
Frankenlied beschreibt den Blick vom Staffelberg
Das Frankenlied wurde 1861 veröffentlicht und stammt aus der Feder von Victor von Scheffel, der den Text 1859 schrieb. In den sechs Strophen beschreibt er, was er von dem im Landkreis Lichtenfels gelegenen Staffelberg aus alles sehen kann.
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