Bier wird vom Zapfhahn abgezapft.
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Stecken die kleinen Brauereien in der Krise? Der Markt ist schwierig, das hat auch das Nürnberger Landbierparadies gemerkt.
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Stecken die kleinen Brauereien in der Krise? Der Markt ist schwierig, das hat auch das Nürnberger Landbierparadies gemerkt.

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Private Brauereien: Das schwierige Geschäft mit dem Bier

Private Brauereien: Das schwierige Geschäft mit dem Bier

Hunderte Biersorten und Spirituosen hat das Nürnberger Landbierparadies in seinem Onlineshop und dem Ladengeschäft verkauft. Beides soll nun geschlossen werden. Kleine private Brauereien nutzen derweil unterschiedliche Absatzwege, um zu überleben.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Das Nürnberger Landbierparadies, ein Spezialhandel für fränkische Biersorten, schließt seinen Onlineshop und das Ladengeschäft in Nürnberg. Man wolle sich künftig auf die drei Wirtshäuser des Unternehmens konzentrieren, heißt es in einer Mitteilung. Als Gründe nennen die Verantwortlichen in dem Schreiben den rückläufigen Bierkonsum in Deutschland und die stärkere Präsenz fränkischer Kleinbrauereien in Super- und Getränkemärkten. Wie sehen das die kleinen Brauereien selbst?

Problem: Angebot der Großbrauereien

Für Josef Lindner, Vizepräsident vom Verband Privater Brauereien und Chef vom Drei Kronen im oberfränkischen Scheßlitz, sind eher die Angebote der Großbrauereien ein Problem. Im BR-Interview erklärte er, es werde suggeriert, dass Bier billig sein müsse, was es eigentlich nicht sei, sondern ein hochwertiges Produkt, das einfach auch seine Wertigkeit habe und seinen Preis wert sei. Viele Bierkäufer wüssten das auch zu schätzen, so Lindner weiter, aber es gebe auch genügend Menschen, die einen Kasten Bier für 9,99 Euro kaufen würden.

Absatz vor Ort wichtige Einnahmequelle

Bayern bleibt zwar mit knapp 600 Brauereien das wichtigste Brauland Deutschlands, aber die Zahl der Brauereien sinkt leicht. Trotzdem befinden sich noch über 40 Prozent aller deutschen Braustätten im Freistaat. Die Lage der kleinen und mittelständischen Brauereien sei angespannt, "aber nicht aussichtslos". Das teilte der Verband Privater Brauereien Bayern e.V. mit Sitz in München auf BR-Anfrage schriftlich mit.

Die Vielfalt der zahlreichen kleinen Brauereien kann im Einzelhandel kaum vollständig abgebildet werden. Daher würden viele der Betriebe auf den Absatz vor Ort setzen - über Gaststätten, Rampenverkauf und Feste vor Ort, heißt es vom Verband.

Investieren für Generationen

Viele, so Lindner, würden sogar in neue Sudhäuser investieren. Brauereien denken in Generationen und investieren, damit der Betrieb auch weitergegeben werden kann. Die Stimmung sei jedoch angespannt, denn: Was häufig vom Verkauf hängen bleibt, muss in gestiegene Rohstoffpreise und Energiekosten gesteckt werden. Dazu kommen gestiegene Löhne und höhere Verpackungskosten.

Gerade kleinere und mittelständische Familienbrauereien spüren diese Belastungen besonders stark, da sie Preiserhöhungen nur begrenzt an Kunden weitergeben können. Dabei spielen zum Beispiel auch die Pfandkosten eine Rolle. So liege der Pfandpreis für eine Mehrwegkiste mit Flaschen bei 3,10 Euro und damit weit unter den Investitionskosten für neue Kisten und neue Flaschen. Kosten, die die Brauereien tragen.

Käufer können Teil beitragen und Bierkultur erhalten

Was den generellen Rückgang des Bierkonsums angeht: Den spüren eher die großen Brauereien, heißt es von den privaten Brauereien. Dennoch ist ein Trend bemerkbar: Das Gesundheitsbewusstsein nimmt zu und junge Menschen, so der Verband, trinken im Durchschnitt weniger Alkohol. Diesen Weg gehen aber auch die kleineren Brauereien mit und so gelten alkoholfreie Biere als wichtiger Zukunftsmarkt.

Um die fränkische Bierkultur und kleine Brauereien zu erhalten, sollen Verbraucher bewusst regional kaufen und nicht nur zu den billigsten Angeboten im Supermarkt greifen, so Lindner weiter. Daneben würden die Leute wieder häufiger in ein Wirtshaus gehen, weil sie soziale Kontakte und Geselligkeit suchen, sagte Lindner im BR-Interview.

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