Jakobsweg in Bayern
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Die blau-gelbe Muschel ist das Symbol des bayerischen Jakobswegs.
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Die blau-gelbe Muschel ist das Symbol des bayerischen Jakobswegs.

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Private Gastgeber versorgen Pilger auf bayerischen Jakobswegen

Private Gastgeber versorgen Pilger auf bayerischen Jakobswegen

Auf den bayerischen Jakobswegen fehlen vielerorts günstige Unterkünfte. Daher bieten Privatpersonen Übernachtungen an. Und dort erhalten Pilger nicht nur ein Bett und ein Frühstück, sondern auch gute Gespräche und einen Ort zum Wohlfühlen.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Immer der blau-gelben Muschel hinterher: Es ist das Zeichen des Jakobswegs. Auch in Bayern gibt es ein großes Netz an Pilgerwegen, die nach Santiago de Compostela in Spanien führen - viele auf Routen, die rekonstruiert wurden. Doch damit ein echtes Pilgern überhaupt erst möglich ist, braucht es Gastgeber auf dem Weg. Denn ein Pilgerweg ist mehr als eine Wanderroute.

Privatpersonen bieten Übernachtungen an

Wer auf dem Münchner Jakobsweg oder auf einem der fränkischen oder schwäbischen Routen unterwegs ist, ist bei Übernachtungen auf private Gastgeber angewiesen. Weil günstige Gasthäuser und Pensionen rar sind, bieten Privatleute zu niedrigen Preisen oder gegen eine Spende Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger an. Klassische Pilgerherbergen wie in Frankreich oder Spanien fehlen hierzulande - dazu sind auch zu wenig Pilger unterwegs.

Sabine Glaab stellt das ehemalige Kinderzimmer ihrer Buben in Machtlfing bei Andechs Pilgern zur Verfügung. "Fremden eine Herberge anzubieten, Obdach zu geben, das ist mir wichtig. Deshalb haben wir uns überlegt, dass wir Pilger aufnehmen könnten", sagt sie. Für heute hat sich Axel aus München angemeldet. "So, herzlich willkommen. Da haben Sie sich ja den heißesten Tag ausgesucht", begrüßt Sabine Glaab den Pilger, zeigt ihm sein Zimmer und das Bad. Doch Axel will erst einmal durchschnaufen.

Von Bayern nach Santiago de Compostela pilgern

Axel kommt aus München und ist dieses Jahr schon einmal von Bayern nach Santiago gepilgert. Er schätzt die persönlichen Begegnungen auf dem Weg, sagt er, so wie hier in Machtfing bei Sabine Glaab. Für die Übernachtung nimmt sie 25 Euro, das Geld spendet sie.

Der Münchner Jakobsweg führt von München über den Starnberger See, den Ammersee, Wessobrunn, Kaufbeuren weiter bis zum Bodensee, von dort kann man über die Schweiz auf eine der Hauptrouten in Frankreich weiterwandern. Der ostbayerische Jakobsweg geht von der tschechischen Grenze über Regensburg, das Kloster Weltenburg und Eichstätt nach Donauwörth. Der fränkisch-schwäbische Jakobsweg verbindet Würzburg, Rothenburg ob der Tauber mit Ulm. Es sind bayerische Zubringerrouten für Pilger, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela sind.

Pilger und Gastgeber kommen ins Gespräch

Nicht nur auf dem Münchner Jakobswegs, auch auf dem fränkischen Jakobsweg - auf der Route von Vierzehnheiligen nach Bamberg - vermieten Privatleute wie Michaela Hofmann aus Zapfendorf Zimmer an Pilger. Der Weg führt fast direkt an ihrem Haus vorbei. Bis zu fünf Leute kann sie aufnehmen. "Wenn es wirklich mal nicht mehr geht, dann lesen wir Pilger auf, wenn sie nicht mehr können. Da ist mein Mann auch schon mal los und hat Pilger abgeholt. Das sind schon tolle Erlebnisse, da könnte man fast ein Buch schreiben", erinnert sich Michaela Hofmann.

Dass aus einem Wanderweg ein echter Pilgerweg wird, dazu braucht es nicht nur die Pilger, die den Weg gehen, sondern auch die Gastgeber, die ihnen eine Herberge bieten. "Die Kontakte sind so schön. Das ist im Grunde genommen für mich das essentielle am Jakobsweg, diese Gemeinschaft, die sich da entwickelt", erzählt Pilger Axel. "Es tut mir weh, wenn ich keine Herberge geben kann und die dann in teure Hotels ausweichen müssen. Weil das ist ja nicht Sinn und Zweck der ganzen Pilgerei", sagt Sabine Glaab.

Machtlfing hat sogar zwei Familien, die Jakobspilgern Herberge anbieten. Eine besonderer Glücksfall für die Pilger. Im Internet finden sich auf verschiedenen Seiten Listen solcher Gastgeber, sodass man sich rechtzeitig anmelden kann - in Gästezimmern, Bauwagen oder auch mit Zelt. Auch das gehört zum Pilgern - sich unkompliziert weiterhelfen: ohne professionelles Marketing.

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