Deutschlands Autoindustrie ist in der Krise, das betrifft auch Europas größtes BMW-Werk im niederbayerischen Dingolfing mit rund 18.000 Beschäftigten. Dort wird nach langjähriger Pause künftig wieder die neue Generation der erfolgreichsten Modellreihe des Autobauers - der 3er BMW - von den Fließbändern rollen. Das hat das Unternehmen am Dienstagabend bekannt gegeben.
Elektrovariante entsteht in München
Während die Elektrovariante des neuen Modells künftig im Stammwerk München gebaut wird, wandert die Produktion der Autos mit Verbrenner-Motoren dieser Baureihe komplett von München in das Werk in Dingolfing. Dort war die Auslastung zuletzt rückläufig. "Wir profitieren natürlich sehr davon", sagte Dingolfings Werkleiter Christoph Schröder dem Bayerischen Rundfunk.
Für das Werk bedeute der neue 3er ein zusätzliches Volumen und eine bessere Auslastung des Werkes. Um den Bau der neuen 3er-Reihe mit Verbrenner-Motor effizient in die bestehende Fertigung in Niederbayern zu integrieren, wurde im Karosseriebau eine neue, zusätzliche Fertigungslinie geschaffen.
Insgesamt investiere das Unternehmen derzeit rund zwei Milliarden Euro in die bayerischen Standorte, so Schröder weiter. Ein beträchtlicher Teil des Geldes fließt auch in das neue Batteriewerk im niederbayerischen Straßkirchen, das am Donnerstag offiziell eröffnet wird.
BMW streicht beim neuen 3er den Diesel
BMW nimmt beim für den Konzern wichtigen 3er den Diesel aus dem Programm. Beim neuen Modell, das am Dienstag in Dingolfing vorgestellt wurde, fällt der Selbstzünder aus dem Programm, wie der Konzern bestätigt. Zuvor hatte die "Automobilwoche" darüber berichtet. Angesichts der Marktentwicklung haben man sich entschieden, sich auf den Benziner zu fokussieren, heißt es von den Münchnern. Man konzentriere sich auf die Antriebe mit den weltweit höchsten Nachfragen. Dieselantriebe sind allgemein in vielen wichtigen Märkten eher auf dem Rückzug.
Diesel-Aus unabhängig von hohen Sprit-Preisen
Die Entscheidung habe nichts mit den aktuell hohen Spritpreisen, insbesondere beim Diesel, zu tun. Eine grundsätzliche Entscheidung gegen den Diesel gebe es nicht, heißt es zudem von BMW. Der X5 beispielsweise komme mit dieser Antriebsvariante. Der 3er gilt als Brot-und-Butter-Auto für BMW. Die volumenstarke Reihe existiert seit mehr als 50 Jahren, seither wurden rund 18 Millionen Fahrzeuge des Modells gebaut.
Mit der Rückkehr der 3er Produktion in den größten europäischen BMW-Standort mit rund 18.000 Beschäftigten Europa schließt sich für das Werk Dingolfing ein Kreis. Die Autoindustrie ist seit den 1970er Jahren zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region geworden.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
