Bereits in den frühen Morgenstunden setzten sich in Passau Demonstrationszüge mit einigen hundert Teilnehmenden von der Innenstadt in Richtung Dreiländerhalle, dem Ort des AfD-Parteitags, in Bewegung. Begleitet wurden die Züge von einem großen Polizeiaufgebot.
Gruppe wollte Polizeikette durchbrechen
Die Demonstrationen und Protestaktionen am Messeplatz verliefen laut Polizei "weitgehend störungsfrei“ Nur vereinzelt sei es zu kurzzeitigen Blockadeversuchen und kleineren Spontanversammlungen gekommen. In einem Fall wollte sich eine Gruppe von etwa 30 Personen von der genehmigten Route absetzen und eine Polizeikette durchbrechen. Die Einsatzkräfte drängten die Personen mit "unmittelbarem Zwang" zurück. Gegen einzelne Personen musste Pfefferspray eingesetzt werden, so die Polizei. Ansonsten blieb es bei kleineren Vorkommnissen wie Beleidigungen oder einem Fall des mutmaßlichen Vermummungsverbotes.
Die Zahl der Versammlungsteilnehmer dürfte nach Schätzungen der Polizei bei über 1.500 liegen. Eine Sprecherin des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt sprach von 2000 bis 2.500 Demonstranten. Im Vorfeld waren insgesamt acht Veranstaltungen mit 5.000 Teilnehmenden angemeldet worden.
Größere Probleme im Passauer Verkehr
Größere Probleme gab es allerdings am Vormittag und mittags beim Verkehr im Bereich um die Dreiländerhalle: Straßen mussten kurzzeitig gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Staus und Behinderungen waren die Folge. Zeitgleich zu den Demonstrationen fand der "InnRun" mit über 3.000 Teilnehmenden statt. Start- und Ziel waren ebenfalls auf dem Messeplatz.
Heftige Kritik – Passaus OB am Podium
In den Reden der Kundgebung wurde die AfD heftig kritisiert. Katja Reitmaier vom Runden Tisch gegen Rechts sagte, man müsse die Demokratie verteidigen und sich gegen den Rechtsextremismus stellen.
Oberbürgermeister Andreas Rother, der für den SPD-Stadtverband am Podium stand, sagte im BR-Interview: "Wir sind eine Stadt im Herzen Europas, die schon immer viele unterschiedliche Menschen beheimatet hat." Abgrenzung führe zu nichts. "Es gibt in der heutigen Zeit in der politischen Landschaft Parteien, die für Abgrenzung sorgen und nicht akzeptieren, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat. Und deswegen muss man aufstehen."
Menschen protestieren gegen den Landesparteitag der AfD Bayern in Passau
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