Bilder der Attacke an Timo Cavelius in Leipzig.
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Prügelattacke auf bayerischen Judoka: "Tragisch, erschütternd"

Prügelattacke auf bayerischen Judoka: "Tragisch, erschütternd"

Nach einem Judo-Kampf war es zu einem Angriff auf den deutschen Judo-Profi Timo Cavelius gekommen. Der Abensberger musste operiert werden und fällt mehrere Wochen aus. Sein Trainer Manuel Scheibel spricht von einem "schrecklichen Einzelfall".

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

"Tragisch, erschütternd und durch nichts zu entschuldigen", schildert Manuel Scheibel die ersten Momente nach dem Angriff auf seinen Schützling Timo Cavelius. Der Georgier Akaki Japaridze, Gastkämpfer des JC Leipzig, hatte den Abensberger Judoka Timo Cavelius unmittelbar nach Ende des Kampfes mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Cavelius ging zu Boden, die Attacke endete erst, als Teamkollegen eingriffen.

Attacke nach Ippon-Sieg

Der 29-Jährige wurde schwer verletzt, erlitt zwei Frakturen im Unterkiefer und wurde noch am Samstagabend operiert. Nach Angaben seines Abensberger Trainers Manuel Scheibel geht es Cavelius den Umständen entsprechend gut.

Der Abensberger hatte den Kampf in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm zuvor mit Ippon gewonnen. Ippon ist der sofortige Sieg – ein sauberer Wurf auf den Rücken, ein 20-Sekunden-Haltegriff oder eine Aufgabe nach Würge- oder Armhebel. Nach dem Kampf kam es zu der Attacke. Zuvor hatte Cavelius in Richtung des Georgiers die Faust zum Jubel geballt. "Bei aller Leidenschaft und Emotionalität, die in einem solchen Zweikampf entsteht, darf so etwas nie passieren", sagt Scheibel, der während des Vorfalls in unmittelbarer Nähe stand.

Erhebliche sportliche Folgen

Für Cavelius hat der Vorfall erhebliche Folgen. Der Unterkiefer musste mit insgesamt drei Platten stabilisiert werden. Nach Einschätzung des Vereins wird der Judoka sechs bis acht Wochen ausfallen. Danach soll er langsam wieder mit dem Training beginnen können.

Besonders bitter: Cavelius war gerade erst nach einer rund zehnwöchigen Verletzungspause zurückgekehrt. Die Bundesliga-Kämpfe sollten ihm als Vorbereitung auf den Grand Slam in Budapest und die Weltmeisterschaften in Baku dienen. Auch wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation wollte der Abensberger sammeln. Nun fällt er bei den anstehenden Wettkämpfen aus.

Georgier nach Attacke zurück im Hotel

Japaridze verschwand nach dem Vorfall zunächst im Hotel und reiste anschließend zurück nach Georgien. Wie es dazu kommen konnte und welche Erkenntnisse die Ermittler bislang haben, ist noch offen. Die Polizeidirektion Leipzig teilt BR24 auf zahlreiche Nachfragen, u.a. wieso der Georgier nicht von der Ausreise abgehalten wurde, nur knapp mit: "Die Polizei hat die Ermittlungen wegen einer Körperverletzung aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an."

Da der Angriff nach dem eigentlichen Kampf stattfand, steht neben möglichen sportrechtlichen Konsequenzen auch eine strafrechtliche Bewertung im Raum. Dem Georgier könnten zudem Sanktionen durch die Verbände drohen. Der Deutsche Judo-Bund, die Europäische Judo-Union und der internationale Verband müssen den Vorfall noch bewerten.

Einzelfall im Judo

Auch der JC Leipzig distanzierte sich von der Attacke. Der Verein hatte sich unmittelbar entschuldigt und betont, Gewalt habe im Judo keinen Platz. Scheibel betont zugleich, dass der Vorfall nicht für die Beziehung der beiden Vereine stehe. Der TSV Abensberg pflege seit Jahren ein gutes Verhältnis zum JC Leipzig. Japaridze war als ausländischer Gastkämpfer für die Leipziger Mannschaft im Einsatz.

Für Scheibel zeigt der Vorfall aber auch den Teamgeist. "Ich denke, es zeigt unseren Zusammenhalt, wenn man gesehen hat, wie schnell unsere Jungs in der Situation dazwischen gegangen sind." Auch die Leipziger Verantwortlichen hätten vor Ort schnell und umsichtig gehandelt.

Auch der PTSV Hof ist als Heimatverein von Timo Cavelius über das Ereignis bestürzt. Viele würden Cavellius schon seit seiner Jugend kennen und hätten seinen sportlichen Weg über viele Jahre begleitet. Umso größer sei derzeit die Anteilnahme und der Wunsch, ihn zu unterstützen.

Im Video: Prügelattacke auf bayerischen Judoka

Prügelattacke auf bayerischen Judoka
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Prügelattacke auf bayerischen Judoka

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