Schotter wurde in das Bachbett des Rappenalpbachs eingebracht, um die Gewässersohle weiter anzuheben.
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Schotter wurde in das Bachbett des Rappenalpbachs eingebracht, um die Gewässersohle weiter anzuheben.
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Schotter wurde in das Bachbett des Rappenalpbachs eingebracht, um die Gewässersohle weiter anzuheben.

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Rappenalpbach: Baggerarbeiten nach Umweltskandal abgeschlossen

Rappenalpbach: Baggerarbeiten nach Umweltskandal abgeschlossen

Vier Jahre nach der illegalen Ausbaggerung des Rappenalpbachs im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind die Renaturierungsarbeiten abgeschlossen. Naturschützer sind zuversichtlich, bei den Älplern bleibt die Sorge vor künftigem Hochwasser.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Christina Mader vom Bund Naturschutz Kempten-Oberallgäu (externer Link) steht im Bachbett des Rappenalpbachs südlich von Oberstdorf. Dort war der streng geschützte Wildbach unzulässig ausgebaggert und zerstört worden. "Schau da, da ist das Alpenleinkraut, blüht grad schön in lila. Das sind tatsächlich die Pflanzen, die wir hier erwarten und die hier auch wirklich überall schon zu sehen sind," erklärt sie.

Inzwischen haben sich im unteren Bereich des Bachs zahlreiche typische Arten wieder angesiedelt. Neben dem lilafarbenen Alpen-Leinkraut wächst dort das weiße Gipskraut. Mader berichtet: "Unten sieht man ganz wunderbar schon die Rotflügige Schnarrschrecke, die wieder lauthals rumgeflogen ist. Das ist einfach toll."

Baggerarbeiten für Entwicklung des Wildbachs

Vor vier Jahren machte der Umweltskandal bundesweit Schlagzeilen. Auf Initiative der Alpengenossenschaft war der streng geschützte Rappenalpbach auf einer Länge von eineinhalb Kilometern unzulässig ausgebaggert worden. Der Wildbach mitten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen wurde dadurch weitgehend zerstört, viele Lebewesen verendeten. Die Älpler wollten ihre Straße und die angrenzenden Weiden damit langfristig vor Hochwasser schützen. Die Strafverfahren gegen die Verantwortlichen der Alpgenossenschaften endeten mit Geldauflagen, aber ohne Urteil.

Damit sich der Wildbach insgesamt wieder dynamisch entwickeln kann, ist der obere Bereich erneut bearbeitet worden. Rund zwei Wochen lang wurden dort Dämme eingerissen und Schotter bewegt. Der Oberallgäuer Landrat Christian Wilhelm (Freie Wähler) erläutert die Arbeiten nahe der Schwarzen Hütte: "Das sind Wälle gewesen, die waren bis zu 2 Meter hoch und das war früher ein sehr enges Bachbett. Es waren verschiedene Stufen drin, und das jetzt aufgeweitet worden".

Starkregen und Hochwasser hätten die menschengemachten Wälle eigentlich von selbst verlagern sollen. Weil entsprechende Ereignisse ausblieben, wurde nun mit dem Bagger nachgeholfen. Der Schotter wurde ins Bachbett eingebracht, um die Gewässersohle anzuheben; fest eingebrachte Totholzbäume wurden teilweise entfernt oder weiter eingearbeitet.

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Der BUND Naturschutz Kempten-Oberallgäu hatte die Zerstörung des Rappenalpbach 2022 publik gemacht.

Kosten teilen sich Freistaat und Alpgenossenschaften

Die Pläne für die erneuten Eingriffe hat das Wasserwirtschaftsamt Kempten ausgearbeitet. Laut Landrat Wilhelm waren Behörden, Naturschutzverbände und Alpgenossenschaften eingebunden. Wie teuer die aktuellen Baggerarbeiten waren, steht noch nicht fest. Klar ist: Die Kosten übernehmen jeweils zur Hälfte die Alpgenossenschaften im Rappenalptal und das Landratsamt. Wilhelm erklärt: "Hoffentlich müssen wir nicht mehr eingreifen. Es dauert zwei bis drei Jahre, bis sich die Natur hier merklich wieder den Weg zurücknimmt. Wir haben hier wenig Einfluss. Wir können die Grundlagen schaffen."

Älpler zwischen Erleichterung und Sorge

Älpler, die entlang des Rappenalpbachs Weideflächen bewirtschaften, begrüßen, dass das Tal nun zur Ruhe kommen soll. "Wir hoffen, dass damit endlich ein Schlussstrich unter das Thema gezogen wird", sagt ein Älpler, der nicht namentlich zitiert werden möchte. Gleichzeitig bleibt die Sorge vor Starkregen. Zwar liegt das Flussbett heute rund einen Meter tiefer als vor vier Jahren. Bei heftigen Niederschlägen könnte der Bach nach Einschätzung der Älpler aber weiterhin über die Ufer treten und Verkehrswege sowie Weiden gefährden.

Naturwald wieder ans Bachsystem angebunden

Entlastung kann eine weitere Maßnahme bringen: Parallel zu den Arbeiten im Bach wurden alte Dämme geöffnet, die einen Naturwald der Bayerischen Staatsforsten jahrelang vom Bachsystem getrennt hatten. Es handelt sich um 6,5 Hektar Fläche, die der Rappenalpbach nun wieder überfluten kann. Mader vom Bund Naturschutz sagt: "Ich glaube, dass hier auch die Älpler davon profitieren, weil einfach Hochwasser mit seinen Schottern auch in diese Fläche eindringen kann und damit vielleicht die Weideflächen und auch die Straße künftig nicht mehr betreffen wird. Hier profitieren tatsächlich mehr davon." Mader bewertet die jüngsten Eingriffe insgesamt positiv.

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