Die Polizeiinspektion Neutraubling hat gegen eine Frau aus Mintraching im Landkreis Regensburg ein Ermittlungsverfahren wegen Jagdwilderei eingeleitet. Der Grund: Die 52-Jährige hatte offenbar ein Rehkitz gefunden und mitgenommen.
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Kitz stirbt nach Rücktransport
Wie die Polizei dem Bayerischen Rundfunk auf Nachfrage bestätigte, hatte die Frau das Kitz am Mittwochabend (29.04.2026) ganz in der Nähe eines Hauses fiepen gehört. Sie kontaktierte den Notruf, der wiederum dann den zuständigen Jagdpächter informierte. Allerdings stellte sich heraus, dass die Frau das Jungtier mit zu sich nach Hause genommen hatte. Der zuständige Jagdpächter wies die Frau daraufhin an, das etwa eine Woche alte Kitz sofort wieder zurückzubringen – aber bei einer Überprüfung vor Ort stellte die Polizei dann in der Nacht fest, dass das Tier verendet war.
Appell der Polizei: Rehkitze nicht anfassen!
Es wird davon ausgegangen, dass es aufgrund des Fremdgeruchs von der Mutter nicht mehr angenommen wurde. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang noch einmal präventiv darauf hin, dass in der sogenannten Setzzeit Rehkitze oftmals reglos im Gras liegen. Die Mutter ist laut Rehhilfe-Experten oft in der Nähe, die Fieplaute dienen der Kommunikation.
Menschen sollten auf Abstand bleiben und auf keinen Fall die Tiere berühren. Meist kehren die Muttertiere wieder zurück. Es besteht dann die Gefahr, dass sie bei einem fremden Geruch die Kitze nicht mehr versorgen. Im Zweifelsfall wird geraten, erst Fachstellen, Jäger oder den Notruf zu kontaktieren und sich Tipps geben zu lassen.
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