Berchtesgaden, Deutschland 28.02.2026: Im Bild: Berchtesgadener Alpen. Nach einem Lawinenabgang unterhalb des Windschartenkopfes sind ein Polizeihubschrauber sowie ein Rettungshubschrauber der Bergwacht im Anflug auf das alpine Einsatzgebiet zu sehen.
Berchtesgaden, Deutschland 28.02.2026: Im Bild: Berchtesgadener Alpen. Nach einem Lawinenabgang unterhalb des Windschartenkopfes sind ein Polizeihubschrauber sowie ein Rettungshubschrauber der Bergwacht im Anflug auf das alpine Einsatzgebiet zu sehen.
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Die Betriebszeiten der Luftrettung in Bayern werden verlängert. Künftig dürfen auch nach Sonnenuntergang Hubschrauber entsendet werden.
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Die Betriebszeiten der Luftrettung in Bayern werden verlängert. Künftig dürfen auch nach Sonnenuntergang Hubschrauber entsendet werden.

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Bayerns Rettungshubschrauber sollen abends länger fliegen

Bayerns Rettungshubschrauber sollen abends länger fliegen

Die Betriebszeiten der Luftrettung in Bayern werden verlängert. Künftig können auch nach Sonnenuntergang Hubschrauber entsendet werden. Damit soll die Luftrettung im Freistaat gestärkt werden. Sofort loslegen können die Rettungsteams aber noch nicht.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die Betriebszeiten der Luftrettung in Bayern werden verlängert. Einsatzkräfte aus der Luft sollen künftig im Sommer von sieben Uhr bis 21.45 Uhr und im Winter von sieben Uhr bis 20.15 Uhr einsatzbereit bleiben. Bisher endete die Einsatzzeit mit dem Sonnenuntergang. Mit der Ausweitung der Betriebszeiten soll die Luftrettung im Freistaat gestärkt und ausgebaut werden.

Hubschraubereinsatz künftig auch nach Einbruch der Dunkelheit

"An den Standorten Bayreuth, Ochsenfurt, Ingolstadt, Kempten und Suben in Österreich werden perspektivisch die Betriebszeiten der Rettungshubschrauber erweitert. Von dort aus können nach einer Einführungsphase die Hubschrauber auch nach Einbruch der Dunkelheit fliegen, solange das im Ein-Schicht-Betrieb möglich ist", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Zuvor hatte das Kabinett die Veränderung der Flugzeiten beschlossen.

Bayernweit gibt es 15 Hubschrauber-Standorte, davon sind elf für den Rettungsdienst und vier für den Intensivtransport gedacht. Die drei Intensivtransporthubschrauber in München, Nürnberg und Regensburg, die auch die Aufgaben von Rettungshubschraubern übernehmen können, fliegen bereits jetzt rund um die Uhr.

Bayern reagiert damit auf "Veränderung der Krankenhausstruktur"

Laut Innenminister Herrmann reagiert der Freistaat damit auch auf Veränderungen in der Krankenhausstruktur in Bayern, "da sich die Wege zu geeigneten Kliniken dadurch verkürzen". Mit den ausgewählten Standorten könne nahezu das gesamte Gebiet des Freistaats abgedeckt werden. 

Wie eine Sprecherin des Bayerischen Innenministeriums dem BR sagte, sei geplant, dass die Rettungshubschrauber künftig nach Sonnenuntergang nicht nur zwischen Krankenhäusern pendeln, sondern auch ins Gelände fliegen und dort bei Notfällen wie beispielsweise Herzinfarkten oder Schlaganfällen helfen sollen.

Nach Bekanntwerden des Beschlusses kamen aus dem Allgäu bereits erste positive Reaktionen. Seit September 1980 wird von Kempten aus der "Christoph 17" zur Luftrettung eingesetzt. "Gerade für uns im Allgäu als Wander- und Skifahrregion ist diese Erweiterung natürlich eine wunderbare Nachricht", begrüßte Alexander Hold, Vizepräsident des Bayerischen Landtags und selbst Kemptener, die Entscheidung in einer Mitteilung. Die längeren Einsatzzeiten würden nicht nur Leben retten, sondern auch den Rettungsdienst am Boden entlasten, der in ländlichen Regionen oft weite Anfahrtswege habe. Notfälle hielten sich nicht an Tageslicht.

Piloten müssen noch geschult und Helikopter nachgerüstet werden

Damit der Hubschrauber künftig auch nachts zum Einsatz fliegen können, müssten die Mitarbeiter, im Speziellen die Piloten, geschult und die Maschinen entsprechend nachgerüstet werden, wie das Bayerische Innenministerium auf BR-Nachfrage erklärte. Dabei, so eine Sprecherin des Innenministeriums, dürfte es sich aber eher um kleine Ergänzungen handeln, wie beispielsweise die Anschaffung von Nachtsichtgeräten für Piloten. Es sei nicht geplant, die Hubschrauber auszutauschen.

Für jeden Standort müsse nun der jeweilige Betreiber entscheiden, welche technischen Dinge dort angeschafft, welche Mitarbeiter geschult werden müssten. Zudem müsse für jeden Standort individuell entschieden werden, welche Flüge künftig möglich sind und wo ein gefahrloser Einsatz nachts tatsächlich gewährleistet werden kann.

Zum Video: So üben Luftretter den Ernstfall

Eine Luftretterin des ADAC im Vordergrund. Im Hintergrund sieht man eine Rettungsübung an einem Rettungshubschrauber des ADAC.
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So üben Helden der Luftrettung

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