(Symbolbild) Rinderhälften im Schlachthof
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(Symbolbild) Schlachthof-Verkauf: Weder Tönnies noch Westfleisch kommen zum Zug
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Schlachthofverkauf: Tönnies und Westfleisch kommen nicht zum Zug

Schlachthofverkauf: Tönnies und Westfleisch kommen nicht zum Zug

Das niederländische Schlachtunternehmen Vion will sich aus Deutschland zurückziehen – damit war die Zukunft etlicher Standorte ungewiss. Zumindest für zwei gibt es nun Klarheit: Waldkraiburg und Crailsheim werden verkauft.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Der Schlachthof in Waldkraiburg im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn soll an die international tätige OSI Europe Foodworks GmbH übergehen, die ihren Europasitz im schwäbischen Gersthofen hat. Der Standort beschäftigt knapp 340 Mitarbeitende; jährlich werden in Waldkraiburg 163.000 Rinder geschlachtet.

Der Schlachthof Crailsheim in Baden-Württemberg wird an die Boeser Frischfleisch GmbH verkauft, mit Sitz in Frechen bei Köln. Knapp 600 Mitarbeitende sind in Crailsheim beschäftigt; jedes Jahr werden dort rund eine Million Schweine und 95.000 Rinder geschlachtet.

Premium Food Group hatte verzichtet

Den Verkäufen muss noch das Kartellamt zustimmen, sie sollen aber in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Bis dahin geht der Betrieb laut Vion wie gewohnt weiter. Lieferketten und Kundenbeziehungen blieben bestehen, alle Verpflichtungen würden erfüllt. 

An den Schlachthöfen hatte im vergangenen Jahr auch die Premium Food Group Interesse, früher bekannt unter dem Namen Tönnies. Nachdem das Kartellamt die Übernahme der drei Schlachthöfe in Waldkraiburg, Buchloe und Crailsheim untersagt hatte, löste das Unternehmen im Herbst einen Vertrag, verknüpft mit der Zusage von Westfleisch, die Standorte zu übernehmen. Nun kam aber auch Westfleisch nicht zum Zug.

Bauernverband: Schlachthöfe entscheidend für Versorgungssicherheit

Der Bayerische Bauernverband begrüßt die Einigung; wichtig sei, dass alle drei VION-Schlachthofstandorte in Süddeutschland erhalten werden könnten; das sei entscheidend für die Versorgungssicherheit. Die Schlachthofstruktur in Bayern und Deutschland sei systemrelevant und zähle zur sensiblen Infrastruktur. Wichtig sei außerdem ein verlässlicher und partnerschaftlicher Umgang mit den Tierhaltern.

Zukunft des Vion-Standorts Buchloe noch ungewiss

Allerdings ist die Zukunft des dritten süddeutschen Vion-Schlachthofs in Buchloe noch offen. Laut Vion gibt es Interesse mehrerer Parteien; derzeit werde die Auswahl eines geeigneten Partners geprüft, heißt es. Auch für den Schlachthof Landshut herrschte lange Ungewissheit; dort stehen Gespräche mit einem Investor nun anscheinend vor dem Abschluss.

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