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Erleichterungen bei der Parkplatzsuche für Handwerksbetriebe
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Erleichterungen bei der Parkplatzsuche für Handwerksbetriebe

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Schluss mit Knöllchen? Neuer Parkausweis entlastet Handwerker

Schluss mit Knöllchen? Neuer Parkausweis entlastet Handwerker

Handwerker sind besonders betroffen von Parkplatznot. Für jede Stadt müssen sie eine extra Ausnahme beantragen. In Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach wird es nun etwas einfacher: Hier gibt es in Kürze einen gemeinsamen Parkausweis.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Klaus Röck plant und baut Bäder. Dazu ist der Schwabacher Installateur viel mit dem Lieferwagen unterwegs. Räume ausmessen und Angebote besprechen, das geht nur vor Ort, sagt er und startet an seinem Betrieb am Rand der Schwabacher Innenstadt. Die Herausforderung beginnt schon auf dem Weg zur Kundschaft. Keine freien Parkplätze, Bewohnerparken, Automaten mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden: "Wie sollen wir da unsere Arbeit machen und rechtzeitig bei den Kunden sein", schimpft er hinterm Steuer.

Material und Werkzeug müssen zur Baustelle

Parken ist für Handwerker schwierig, in Schwabach genauso wie in Nürnberg. In beiden Städten sind die sechs Mitarbeiter von Klaus Röck mit ihren Lieferwagen unterwegs. An Bord haben sie neue Badewannen, Gipsplatten, Rohre und vor allem schweres Werkzeug, sagt Röck. Außerdem müssen sie Bauschutt wegschaffen. Da sei es wichtig, dass das Auto nahe an der Baustelle stehe.

Teure Knöllchen belasten die Handwerker

Doch: Die Verkehrsüberwachung schreibt regelmäßig auf, wenn der Parkschein abgelaufen ist oder das Fahrzeug auf einem Bewohnerplatz steht, sagt Röck. "Wenn wir in der Innenstadt arbeiten, dann kommen da im Monat regelmäßig 80 bis 100 Euro an Strafzetteln zusammen." Kosten, die er übrigens nicht auf die Kunden umlegen kann. "Das bleibt alles bei mir hängen", sagt er.

Bei der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg kennen sie diese Sorgen. Schon seit mehr als zehn Jahren gibt es die Idee für einen gemeinsamen Parkausweis für Handwerker in der Region, sagt Hauptgeschäftsführer Rainer-Johannes Wolf. Ab 1. Januar wird der sogenannte Handwerkerparkausweis+ eingeführt. Er gilt in den vier Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach.

Bürokratischer Hürdenlauf hat ein Ende

"Bisher mussten die Betriebe in jeder der Städte einen eigenen Parkausweis beantragen, mit eigenen Formularen, mit eigenen Laufzeiten, mit unterschiedlichen Kosten und mit unterschiedlichen Ansprechpartnern", beschriebt Wolf den bürokratischen Hürdenlauf bisher. "Unsere Betriebe wollen doch vor Ort arbeiten, die wollen beim Kunden sein und ihre Zeit nicht mit Behördengängen und dem Ausfüllen von Formularen verbringen."

Die Verhandlungen mit den Kommunen waren nicht immer einfach. Es gab unzählige Runden in den verschiedensten Gremien, sagt Wolf. "Doch dann haben sich die Vertreter der vier Städte irgendwann einmal tief in die Augen geschaut und haben gesagt, wir wollen eine einfache, eine unbürokratische Lösung."

Ein Gang ins Rathaus, ein Formular

Die gibt es nun ab 1. Januar 2026. Die Handwerker kontaktieren die Stadtverwaltung, in der der Betriebssitz liegt. Sie stellen mit einem einheitlichen Formular den Antrag und bekommen den Parkausweis, der dann in allen vier Städten gilt. In Nürnberg, Fürth und Erlangen gab es bisher schon Ausnahmegenehmigungen für Handwerker, in Schwabach ist das neu.

Enorme Erleichterung

250 Euro kostet der Ausweis pro Jahr. Mit ihm dürfen Handwerker beispielsweise auf Bewohnerplätzen, im eingeschränkten Halteverbot und während der Lieferzeiten in Fußgängerzonen parken. Außerdem müssen sie keinen Parkschein kaufen, zwei Stunden mit Parkscheibe sind kostenlos.

Für Installateur Klaus Röck ist das eine enorme Erleichterung. "Meine Jungs auf der Baustelle müssen sich um nichts kümmern, müssen nicht ständig auf die Uhr schauen und kommen pünktlich auf die Baustelle." Davon profitieren auch die Kunden. Jetzt hofft Röck nur noch auf Verständnis bei der Bevölkerung, wenn Handwerkerautos künftig auch mal in der Fußgängerzone parken.

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