Immer wieder berichten vor allem ältere Frauen und Männer von Schockanrufen. Meist fordern die Täter von ihren Opfern viel Geld oder Schmuck. Im ersten Quartal 2026 registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd allein in Rosenheim über 30 Fälle und einen Gesamtschaden von über einer Million Euro. In einem Fall gerieten die Betrüger jedoch an einen ehemaligen Polizisten.
Telefonbetrüger erwischt bei Anruf Polizisten
Im ersten Quartal sind der Polizei auch Festnahmen im Bereich des Telefonbetrugs gelungen. Zum Beispiel in Garmisch-Partenkirchen Dort hatte ein Anrufer einen pensionierten Polizeibeamten in der Leitung. Im BR-Interview schilderte der ehemalige Polizist, dass der Anruf gut und professionell gemacht gewesen sei. Obwohl er am Telefon angeblich seine weinende Tochter gehört habe, sei ihm sofort klar gewesen, dass es sich um einen Schockanruf gehandelt habe.
Pensionierter Polizist simuliert sogar das Öffnen eines Tresores
Der Mann ließ sich zum Schein auf die Übergabe von 15.000 Euro Bargeld ein und alarmierte in der Zwischenzeit die Polizei. "In dem Rucksack war nichts drin außer zwei Kleidungsstücken", so der Pensionär, "Das war alles fingiert von mir. Ich habe zum Beispiel mit dem Thermostat der Heizung am Telefon das Öffnen eines vermeintlichen Tresors nachgemacht." Der Druck der Betrüger sei sehr massiv gewesen, sie hätten ihn bis zur Übergabe nicht auflegen lassen, so der Polizist. Kurz nach der Übergabe nahmen die Polizeibeamten den Betrüger fest. Der Tipp des Ex-Polizisten: Niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde übergeben, das würden echte Polizeibeamte nie verlangen.
Nachbarin rettet Betrugsopfer
Auch in Rosenheim konnte ein Tatverdächtiger bei einer vermeintlichen Geldübernahme festgenommen werden. In Huglfing im Landkreis Weilheim-Schongau rettete eine Frau die 35.000 Euro ihres Nachbarn, die dieser übergeben wollte. Die Dame leuchtete dem Abholer an der Haustür mit einer Taschenlampe ins Gesicht und verschloss dann die Tür. Auf seiner Flucht wurde der Mann festgenommen. In diesem Fall konnte auch ein Hintermann aus dem Bereich Landshut festgenommen werden.
Betrüger erbeuten Gold und Schmuck
In Holzkirchen gab es im ersten Quartal gleich zwei Fälle. Einmal holte ein Opfer Gold aus seinem Bankschließfach und stellte es zusammen mit weiteren Schmuckstücken (Gesamtwert im sechsstelligen Bereich) auf dem Parkplatz eines Supermarktes ab. Im zweiten Fall gab sich ein Betrüger am Telefon als Krankenhausarzt aus. Das Opfer sammelte Goldmünzen und Schmuck und übergab die Wertsachen kurz darauf vor einer Apotheke einem unbekannten Abholer. Auch eine ältere Dame aus Murnau ist auf einen Betrüger hereingefallen. Sie fuhr mit dem Taxi von Murnau nach Schongau, um dort vor einer Kirche einem unbekannten Abholer Bargeld und Goldmünzen im Wert von über 100.000 Euro zu übergeben, so das Polizeipräsidium Oberbayern Süd.
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