Bei einer Routinekontrolle auf der A3 haben Polizisten in der Nacht "sprengstoffverdächtige Gegenstände" in einem Auto gefunden. Die Autobahn war bis zum Vormittag gesperrt, ein Gegenstand musste vor Ort kontrolliert gesprengt werden. Was bisher bekannt ist.
Was ist passiert?
Die Polizei hatte in der Nacht gegen 2 Uhr ein Auto routinemäßig auf der A3 im Bereich der Anschlussstelle Wörth an der Donau/Wiesent kontrolliert. Im Fahrzeug entdeckten die Beamten dann "sprengstoffverdächtige Gegenstände". Ein größeres Polizeiaufgebot sicherte den Einsatzort daraufhin großräumig ab.
Wer und was war im Auto?
Im Auto waren laut Polizei eine Frau am Steuer und ein Mann als Beifahrer. Beide wurden von der Polizei zunächst festgenommen, weil bei der Kontrolle Gegenstände entdeckt wurden, bei denen es sich mutmaßlich um Sprengstoff handelte. Genauere Details dazu sind noch nicht bekannt. Darüber hinaus fanden die Einsatzkräfte zwei Brecheisen sowie einen Benzinkanister.
Bei den Personen handelt es sich laut Landeskriminalamt (LKA) um eine 28-jährige Frau mit portugiesischer Staatsangehörigkeit und einen 24-jährigen Niederländer. Zu ihren Absichten und möglichen Hintergründen gibt es noch kaum Informationen.
Gibt es einen Verdacht auf das Motiv?
Das LKA geht davon aus, dass es sich nicht um ein Verfahren im Bereich des Staatsschutzes handelt. Unter dem Begriff "Staatsschutz" laufen Ermittlungen zu politisch motivierten Straftaten.
Am Freitagmittag hieß es, dass die Ermittler unter anderem Spuren zur Geldautomatensprenger-Szene prüfen. Ermittelt werde aber weiter in alle Richtungen.
Wieso war die Autobahn gesperrt?
Die A3 wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt: in Fahrtrichtung Passau zwischen Rosenhof und Wiesent, in Fahrtrichtung Nürnberg ab Kirchroth. Erst am späteren Vormittag rollte der Verkehr zumindest wieder auf einer Seite, in Fahrtrichtung Nürnberg. In Richtung Passau blieb die A3 bis etwa 12 Uhr mittags gesperrt, weil Beamte immer noch mit der Suche nach Spuren beschäftigt waren.
Laut dem LKA sollten Spezialisten klären, ob es sich tatsächlich um Sprengstoff handle und falls ja, um welche Art. Das Objekt sollte eigentlich zur weiteren Analyse abtransportiert werden, die Experten schätzten das aber als nicht sicher ein. Der Gegenstand wurde deshalb gegen 8:45 Uhr auf der A3 kontrolliert gesprengt.
Wie geht es weiter?
Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen. Die Teile des gesprengten Gegenstands sollen dort von Experten unter die Lupe genommen werden. Mit Ergebnissen, um welchen Stoff es sich handelt, dürfte in den nächsten Tagen oder Wochen zu rechnen sein.
Was passiert mit den Verdächtigen?
Die 28-jährige Fahrerin und ihr 24 Jahre alter Beifahrer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Das Duo würde dringend der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und Verstößen gegen das Sprengstoffrecht verdächtigt, teilte das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Nachmittag mit.
Zudem bestehe der Verdacht des Verabredens zum Verbrechen des schweren Bandendiebstahls. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Regensburg habe deshalb Haftbefehle gegen die beiden Verdächtigen erlassen. Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund lagen nicht vor.
Mit Informationen von dpa und AFP
Im Video: Viele offene Fragen nach Sprengstofffund
In der Nacht zum Freitag kam es zu einer Vollsperrung auf der A3. In einem Fahrzeug wurde Sprengstoff entdeckt.
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