Der Aufbau für das Münchner Oktoberfest hat begonnen. Bis 19. September entsteht jetzt auf der Theresienwiese eine "Stadt mitten in der Stadt“ – eben das größte Volksfest der Welt.
Los geht es wie immer mit einer großflächigen Suche: Die Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom auf der Theresienwiese werden freigelegt. Auch wenn die Stellen für Außenstehende beliebig wirken mögen: Die Leute wissen genau, was sie tun, versichert Zeltbauer Uli Pletschacher im Gespräch mit BR24. Pläne brauche es dafür nicht. Wenn man es einmal gemacht habe, sei es "selbsterklärend", sagt der Experte.
Aufbau trotz schwieriger Rechtslage
Die Firma Pletschacher baut die meisten Wiesnzelte auf. Allein heute wurden 50 Lkw-Fuhren mit Material aus dem Lager bei Dasing erwartet. Mit als erstes werden die Türme vom Paulaner- und vom Löwenbräu-Zelt aufgestellt. Die Fundamente waren bereits am frühen Vormittag freigelegt. Am Ende der ersten Woche werden neben den Türmen aber auch die 14 großen Festzelte im Rohbau stehen.
Dass wirklich alle Zelte aufgestellt werden dürfen, ist erst seit zehn Tagen klar. Noch läuft der Rechtsstreit, den ein Münchner Gastronom am Beispiel des Paulaner- und des Schottenhamel-Festzelts führt. Er will, dass die Standplätze EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Für das Oktoberfest 2026 jedenfalls muss aber nichts geändert werden.
Wiesnchef hatte schlaflose Nächte
Als das Bayerische Oberste Landesgericht grünes Licht gegeben hat, ist Wiesnchef Christian Scharpf ein Stein vom Herzen gefallen. Man sei unter einem "Riesendruck" gestanden, sagt er. Schließlich gehe es allein bei den genannten zwei Zelten über die ganze Oktoberfest-Zeit gerechnet um Plätze für Hunderttausende Menschen: "Das hat mir schon schlaflose Nächte verursacht."
Mittlerweile dürfte der Wiesnchef wieder besser schlafen. Die Erleichterung über das grüne Licht vom Gericht ist auch Wirt Christian Schottenhamel anzumerken. Seit mehr als 180 Jahren sei seine Familie mit dem Zelt auf dem Oktoberfest dabei. Und nun kann auch der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) dort zum ersten Mal offiziell anzapfen.
Eine der größten temporären Baustellen Europas
Insgesamt werden neben den 14 großen auch wieder 21 kleinere Festzelte aufgebaut, dazu drei Zelte auf der "Oidn Wiesn“. Bis zu 100 Lkw-Ladungen sind pro Zelt notwendig. Ende August treffen dann nach und nach die Schausteller ein. Wenn Riesenrad und Achterbahn stehen, folgen die kleineren Fahrgeschäfte. Die Oktoberfest-Baustelle gilt als eine der größten temporären Baustellen Europas.
Neue Sicherheitszentrale: "Heat Maps" gegen Überfüllung
An einer Stelle auf dem Festgelände wurde unterdessen schon in den vergangenen Wochen gebaut – gewissermaßen im Verborgenen: Im Servicezentrum auf der Theresienwiese wurde eine Sicherheitszentrale eingerichtet. Mit KI-Unterstützung und "Heat Maps" soll man dort zum Beispiel frühzeitig sehen können, wo Menschenansammlungen stattfinden und es zu einer "Pfropfenbildung" kommen könnte, wie Scharpf erklärt.
Zudem wolle man – neben den Polizeikameras – auch als Veranstaltungsleitung auf dem ganzen Gelände Kameras haben. Bislang waren die Kameras der Stadt vor allem auf die Eingangsbereiche gerichtet. Die neuen Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass es nicht mehr wie im vergangenen Jahr zu einer punktuell kritischen Überfüllung des Festgeländes kommt.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!
