Spezialausgabe von "jetzt red i": Zu den TV-Duellen aus München, Nürnberg, Erlangen und Regensburg:
Bamberg ist eine absolute Touristenhochburg - dass dies für viele Bamberger eine Herausforderung ist, zeigte gleich die erste die Frage von Heiko Küffner vom Bürgerverein Bamberg Mitte: "Wie können wir die Innenstadt bewahren, damit sie kein Disneyland und keine Kulissenstadt Bamberg wird?" Auch wenn der Tourismus vielen Menschen in der Stadt gute Einnahmen sichere, müsse man für die Anwohner sorgen, genau so sieht das Jonas Glüsenkamp. Sein Ansatz: "Wir müssen verhindern, dass weiter Wohnraum entzogen wird und zu Ferienwohnungen wird."
Mehr Inklusion in Bamberg
Robert Bartsch ist die Inklusion ein großes Anliegen, er möchte wissen, wodurch die OB-Kandidaten diese in der Stadt fördern möchten. "Das ist ein Thema, von dem alle profitieren", so Niedermaier. Dafür möchte er die Stundenzahl der Behindertenbeauftragten der Stadt Bamberg erhöhen, aber auch für Barrierefreiheit sorgen. Dem stimmte auch Glüsenkamp zu: "Wir sollten auf jeden Fall die Stunden aufstocken." Aber "der Oberbürgermeister hat die Aufgabe, eine Verwaltung zu erstellen, bei der an jeder Stelle Inklusion mitgedacht wird." Man dürfe Inklusion nicht als Rand- und Beauftragtenthema sehen.
Dauerthema Bahntrasse
Ein Thema, das in Bamberg schon länger die Gemüter erhitzt, ist der Bahnausbau der Trasse München – Berlin. Ob man dagegen noch aktiv etwas tun könne, lautete eine Frage aus dem Publikum. Der Beschluss sei zwar seit 2018 gefasst, dennoch streite man gerade mit der Deutschen Bahn um den besten Weg für die Stadt Bamberg, antwortet Glüsenkamp. "Die zehn Jahre Baumaßnahme in der Stadt Bamberg wird eine Monsteraufgabe". Das sieht auch Niedermaier so. Umso wichtiger, sagt Niedermaier, sei es, dass sich die Stadt gut darauf vorbereite, etwa durch infrastrukturelle Maßnahmen.
Jugend beim Wahlkampf zu kurz gekommen
Der Bamberger Felix Berger sorgt sich hingegen, dass die Jugend nicht gehört wird. "Wie möchten Sie wieder Dialogformen schaffen, damit man im Austausch mit der Jugend wieder gute Politik machen kann?" Der Grünen-Politiker räumt ein, dass die jugendpolitischen Themen in diesem Wahlkampf etwas zu kurz gekommen seien. Er wolle dafür sorgen, dass es in diesem Jahr wieder eine Jugendkonferenz zum Austausch geben wird. "Das ist eine der ersten Sachen, die ich als Bürgermeister angehe."
Auch der SPD-Herausforderer erklärt: "Wir haben eine wunderbare Jugendkultur in der Stadt Bamberg, breit, vielfältig und die müssen wir unterstützen." Deshalb wolle er ein Jugendparlament, das ein echtes Antragsrecht bekommt, damit die Themen einer Jugendkonferenz auch wirklich von den Politikern behandelt werden müssen.
Bei der Stichwahl am 22. März wird sich zeigen, ob Bambergs Spitze künftig rot oder grün ist. Glüsenkamp ist bereits stichwahlerfahren. Vor sechs Jahren unterlag der Grünen-Politiker mit knapp 41 Prozent der Stimmen dem späteren Oberbürgermeister Starke. Glüsenkamp ist derzeit noch zweiter Bürgermeister von Bamberg.
