Der Streit um die Wiesn-Zelte geht weiter: Der Münchner Gastronom, der eine europaweite Ausschreibung erreichen will, hat sich nun per Beschwerde an das Bayerische Oberste Landesgericht gewandt.
Gastronom will europaweite Ausschreibung
Die Beschwerde von Alexander Egger richtet sich gegen eine Entscheidung der Vergabekammer Südbayern. Diese war vor zwei Wochen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Standplätze für das Paulaner-Festzelt und die Schottenhamel-Festhalle nicht europaweit ausgeschrieben werden müssen. Eben das will Egger als Geschäftsführer der WE Gutshof GmbH weiter erreichen.
Er betreibt auf der Wiesn mit seiner Frau bislang das kleine "Münchner Stubn"-Zelt und hat sich bislang erfolglos um einen Standplatz für ein größeres Zelt beworben. Nun stellt er die bisherige Praxis bei der Zeltvergabe grundsätzlich in Frage – eben am konkreten Beispiel von zwei Zelten.
Beschwerde verhindert Zuschlag für Zelte
Seine Beschwerde beim Bayerischen Obersten Landesgericht hat für zwei Wochen eine aufschiebende Wirkung – das heißt, dass der Zuschlag für die betreffenden Zelte weiterhin nicht erteilt werden darf. Der Gastronom hat laut Gericht zudem beantragt, die aufschiebende Wirkung weiter zu verlängern. Darüber sei noch nicht entschieden worden.
Die aktuelle Situation sei "selbstverständlich für mich und alle Beteiligten belastend", sagt Wiesnwirt Lorenz Stiftl, der heuer erstmals das Paulaner-Festzelt betreiben will: "Die anhaltende Unsicherheit erschwert die Vorbereitungen auf vielen Ebenen und stellt alle, die seit Monaten auf das Oktoberfest hinarbeiten, vor zusätzliche Herausforderungen." Nun hoffe er auf eine "zeitnahe Klärung, damit die notwendigen Vorbereitungen rechtzeitig umgesetzt werden können".
Stadt München will Aufbau sicherstellen
Die Stadt München hat inzwischen angekündigt, dass sie über ihre Prozessvertreter "auf die Beschwerde umgehend erwidern" will. Auch werde man beantragen, dass der Zuschlag für die Wiesnzelte erteilt werden darf – "damit der Aufbau des Oktoberfests nicht gefährdet wird", wie es in einer schriftlichen Stellungnahme heißt.
Die Aufbauarbeiten auf der Theresienwiese gehen Ende Juni los. Das Oktoberfest beginnt dann am 19. September.
Rechtsstreit auch zu Vergabe auf der "Oidn Wiesn"
In einem weiteren Rechtsstreit geht Alexander Egger gegen die Vergabe des Volkssängerzelts auf der "Oidn Wiesn" vor, für das er sich ebenfalls vergeblich beworben hatte. Über den entsprechenden Eilantrag hat das Verwaltungsgericht noch nicht entschieden.
Transparenzhinweis: Der Text wurde ursprünglich am 05.06.26 um 11.09 Uhr veröffentlicht. Um 14.48 Uhr ist er um ein Statement der Stadt München ergänzt worden.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!
